TEXTE UND IMEBSUCKUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARGHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HARtfACK und CARL SCHMIDT
DRITTE REIHE SECHSTER BAND
DER GANZEN REIHE XXXV 1. KAM»
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sche BUCHHANDLÜ v- 1913
INHALT DES 6. BANDES DER DRITTEN REIHE
(DER GANZEN REIHE XXXVI. BAND)
Vogels, H. Joseph, Die Harmonistik im Evangelientext des Codex Cantabrigiensis. Ein Beitrag zur neutestamentlichen Text- kritik. IV, 119 S. 1910.
Schermann, Theodor, Der liturgische Papyrus von Der-Balyzeh.
Eine Abendmahlsliturgie des Ostermorgens. VI, 45 S. 1910. Holl, Karl, Die handschriftliche Überlieferang des Epiphanius
(Ancoratus und Panarion). IV, 98 S. 1910.
Jordan, Hermann, Armenische Irenaeusfragmente. Mit deutscher Übersetzung nach Dr. W. Lüdtke. Zum Teil erstmalig her- ausgegeben und untersucht. IX, 222 S. 1913.
Heikel, Ivar A., Kritische Beiträge zu den Constantin-Schriften des Eusebius (Eusebius Werke Band I). III, 100 S. 1911.
Heft la
Heftlb Heft 2
Heft 3
Heft 4
DIE
HARMONISTIK IM EYANGELIENTEXT
DES
CODEX CANTABRIGIENSIS
EIN BEITRAG ZUR NEUTESTAMESTLICHEN TEXTKRITIK
VON
Dr. theol. HEINRICH JOSEPH VOGELS
RELIGIOXS- UND OBERLEHRER
§1
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sciie BUCHHANDLUNG 1910
Verlag der J. C. HINRICHS 'sehen Buchhandlung in Leipzig.
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN ZUR GESCHICHTE DER
ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIV FÜR DIE GRIECHISCHEN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
DER ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE
Begründet von 0. von Gebhardt und A. Harnack.
Inhalt der Dritten Reihe = Bd. 31 u. ff. Neueste Hefte:
Vogels, H. J.: Harmonistik im Evangelientext des Codex Cantabrigiensis. Ein Beitrag zur neutestamentl. Textkritik. IV, 119 S. 1910. (Bd. 36, la) M. 4 —
Ein Jüd.-Christl. Psalmbuch aus dem ersten Jahrb.
[Tbe ödes of Solomon, now first pu-
blished from tbe Syriac version by J. Rendel Harris, 1909.] Aus dem Syr. übers, von Job. Flemming, bearb. u. hrsg. v. Adolf Harnack. VII, 134 S. 1910. (Bd. 35, 4) M. 4.50 ; geb. M. 5.50
Weiss, B. : Der Hebräerbrief in zeitgescbichtl. Beleuchtg. II, 110 S. 1910. (Bd. 35, 3) M. 3.50
Irenaeus' gegen die Häretiker. "Elv/xoc, xal «w-
tqo71>] Tfjjs ipevduvv fiov '/vmasinq. BuCb IV U. V 1H
armenischer Version entdeckt von Lic. Dr. Karapet Ter-Mekerttschian. Herausgeg. von Lic. Dr. Erwand Ter-Minassiantz. VIII, 264 S. 1910. (Bd. 35,2) M. 10 —
Koch, Hugo: Cyprian und der römische Primat. Eine kireben-u. dogmengeschichtliche Studie. IV, 174 S. 1910. (Bd. 35, 1) M. 5.50 ; geb. M. 6.50
Bidez, Joseph: La tradition manuscrite de Sozomene et la tripartite de Theodore le Lecteur. IV, 96 S. (Bd. 32,2 b) M. 4 —
Bonwetsch, G. N.: Die unter Hippolyts Namen überlieferte Schrift über den Glauben. Nach einer Übersetzung der in einer Scbatberder Handschrift vorliegenden georgischen Ver- sion. 36 S. — Koch, H.: Vincenz von Lerin und Gennadius. Ein Beitrag zur Literatur- geschichte des Semipelagianismus. 22 S. — Koch, H.: Virgines Christi. Die Gelübde der gottgeweihten Jungfrauen in den ersten drei Jahrhunderten. 54 S. 1907. (Bd. 31, 2) M. 3.50
Dombart, B.: Zur Textgeschichte der Civitas Dei Augustins seit dem Entstehen der ersten Drucke. IV, 56 S. 1908. (Bd. 32, 2 a) M. 2 —
Haase, Felix: Zar bardesanischen Gnosis. Lite- rarkritische u. dogmengeschichtliche Unter- suchungen. III, 98 S. 1910. (Bd. 34,4) M. 3 —
Hautsch, Ernst: Die Evangelienzitate des Ori- genes. IV, 169 S. 1909. (Bd. 34, 2a) M. 5.50
Hellmann, S.: Pseudo-Cyprianus de XII abusi- vis saeculi. IV, 62 S. — Sickenberger, J.: Frag- mente derHomilien des CyrillvonAlexandrien zumLukasevangelium.46S.'09.(Bd.34,l) M. 3.50
Irenäus, des hl., Schrift zum Erweise der apo- stolischen Verkündigung. El$ Inläsi^tv tov utiootoIixoZ xt]Q !yfiaT0i, In armenischer Version entdeckt, hrsg. und ins Deutsche übersetzt von Licc. Dr. Karapet Ter-Mekerttschian und Erwand Ter-Minassiantz. Mit einem Nach- wort und Anmerkungen von Ad. Harnack. VIII, 69 u. 68 S. 1907. (Bd. 31,1) M. 6 —
Lietzmann, Hans: Das Leben des heiligen Symeon Stylites. In Gemeinsch. mit den Mitgliedern d. Kirchenhist. Seminars d. Univ. Jena bear- beitet. Mit einer deutschen Übersetz, d. syr. Lebensbeschreibung u. der Briefe v. Heinrich Hilgenfeld. VIII, 256 S. 1908. (Bd. 32, 4) M. 9 —
Reichardt, Walther: Die Briefe des Sextus Julius Africanus an Aristides u. Origenes. IV, 84 S. 1909. (Bd. 34, 3) M. 3 —
Schalkhausser, G.: Zu den Schriften des Makai'ios vonMagnesia. V,218S. '07. (Bd.31,4) M. 7 —
Schermann, Th.: Propheten- und Apostellegenden. Nebst J üngerkatalogen des Dorotheus und ver- wandter Texte. VII, 368 S. '07. (Bd.31,3) M. 11.50
— Griechische Zauberpapyri u. das Gemeinde- und Dankgebet im I. Klemensbriefe. VI, 64 S. 1909. (Bd. 34, 2b) M. 2 —
Schmidt,.C.: Der erste Clemensbrief in altkopti- scher Übersetzung. Mit Lichtdruck-Faksimile derHandschrift.IV,160S.190S.(Bd.32,l)M,9 —
Soden, H. von: Das lateinische Neue Testament in Afrika zur Zeit Cyprian s. Nach Bibel- handschriften u. Väterzeugnissen. Mit Unter- stützung d. Kgl. Preuss. Histor. Instituts her- ausgegeben. X.663S. 1909. (Bd. 33) M...21 —
Weiss, B.: Die Quellen der synoptischen Über- lieferung. IV, 256 S. (Bd. 32, 3) M. 8.50
Inhalt der Zweiten Reihe = Bd. 16—30.
Achelis, H.: Hippolytstudien. VIII, 233 S. 1897.
(Bd. 16, 4) M. 7.50
Augar, F.: Die Frauen im röm. Christenprocess. Ein Beitr. z. Verfolgungsgesch. der christl. Kirche im röm. Staat. 82 S. (Mit Harnack und Schultze Bd. 28, 4) M. 4.50
Bauer, Ad.: Die Chronik des Hippolytos im Matritensis graecus 121. Nebst einer Abhand- lung über den Stadiasmus Maris Magni von Otto Cuntz. Mit einer Abbildung im Text und 5 Tafeln. VI, 288 S. 1905. (Bd. 29, 1) M. 8.50
Berendts, A.: Die Zeugnisse vom Christentum im slavischen de bello Judaico des Josephus.
III, 79 S. 1906. (Bd. 29, 4) M. 2.50
— Die handschriftl. Überlief, der Zacharias- u. Johannes-Apokryphen. — Über die Biblio- theken d. Meteorischen u.Ossa-Olymp. Klöster.
IV, 84 S. 1904. (Bd. 26, 3) M. 2.70
— Studien z. d. Komm. Hippolyts zum Buche Da- niel u. Hohenliede. I V,86 S. '97. (Bd. 16,2) M. 3 —
Bonwetsch, G. N.: Drei georgisch erhaltene Schriften v. Hippolytus. XVI, 98 S. 1904. (Bd. 26, la) M. 3.50
— Hippolyts Kommentar z. Hohenlied auf Grund v. N. Marr's Ausg. d. grusin. Textes herausg. 108 S. 1902. (Mit Harnack und Klostermann, Bd. 23, 2) M. 5.50
Bratke, E.: Das sogenannte Religionsgespräch am Hof der Sasaniden. IV, 305 S. 1899. (Mit Harnack, Cyprian. Schriften Bd. 19,3) M. 10.59
Die syrische Didaskaliaübs.u.erkl.v.H.ACHELis u. J. Flemming. VIII, 388 S. 1904. (Bd. 25,2) M.12.50
Dobschütz, E. von: Christusbilder. Untersuchun- gen zur christlichen Legende. XII, 294, 336 und 357 S. 1899. (Bd. 18) M. 32 —
Erbes, C.: Die Todestage der Apostel Paulus und Petrus und ihre römischen Denkmäler. IV, 138 S. 1899. (Mit Harnack, Ketzerkatalog und Goetz, Cyprian Bd. 19, .1) M. 5. so
Flemming, J.: Das BuchHenoch.Ätbiop. Text, Einl. Komm. XVI, 172 S. 1902. (Bd. 22, 1) M. 11 —
Gebhardt, 0. v.: Passio S. Theclae virginis. Die latein. Übersetzgn. der Acta Pauli et Theclae nebst Fragm., Auszügen u. Beilagen herausg. CXVIII, 188 S. 1902. (Bd. 22, 2) M. 9.50
Fortsetzung s. Seite III d. Umschlags.
DIE
HARMONISTIK IM EVANGELIENTEXT
DES
CODEX CANTABRIGIENSIS
EIN BEITRAG ZUR NEUTESTAMENTLICHEN TEXTKRITIK
VON
DR. theol. HEINRICH JOSEPH VOGELS
RELIGIONS- UND OBERLEHRER
LEIPZIG
J. C. HINRICHS'sche BUCHHANDLUNG 1910
OCT 11 W57
TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN
ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR
ARCHIY FÜR DIE VON DER EIRCHENVÄTER-COMMISSION
DER KGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE
AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER
HERAUSGEGEBEN VON
ADOLF HARNACK und CARL SCHMIDT
3. REIHE 6. BAND HEFT 1 a 36. BAND HEFT 1 a
Druck von August Pries in Leipzig.
Vorwort.
Wer das vorliegende Heft zur Hand nimmt, wird schwerlich erwarten, darin die Frucht fast vierjähriger, nicht immer müheloser Arbeit zu finden. Und doch habe ich auch jetzt noch nur mit Sorge mich zur Veröffentlichung dieses Heftes entschlossen. Niemand weiß besser, als der Verfasser, daß die Arbeit in mancherlei Hinsicht nicht die Vollendung aufweist, die man zu erwarten wohl berechtigt wäre. Allein die Hoffnung einerseits, daß man billig beurteilen werde, was in mühsam zusammen- gesuchten Stunden, zu einer Zeit, wo höhere Aufgaben — die des Berufes — im Vordergrund des Interesses standen, gearbeitet worden ist, die Unwahrscheinlichkeit andererseits, in absehbarer Zeit Besseres bieten zu können, drängte mich, mit der Veröffent- lichung nicht länger zu zögern. Als Hermann Freiherr von Soden das dritte Heft seines monumentalen Werkes: Die Schriften des Neuen Testaments in ihrer ältesten erreichbaren Textgestalt, hergestellt auf Grund ihrer Textgeschichte I, Berlin 1907, ausgab, bedeutete das ohnedem für mich schon eine herbe Enttäuschung, weil mir darin, wie unten S. 5 ff. ausgeführt wird, ein wichtiges Resultat vorweggenommen ward. Während des Druckes erschien eine 4. (Schluß) Abteilung des ersten Bandes. (Danach ist die bibliographische Angabe S. 5 zu berichtigen.) Im Schlußwort dieses Heftes (S. 2098 ff.) setzt sich v. S. mit seinen Kritikern auseinander und geht S. 2114 ff. besonders auf die angegriffene Diatessaronhypothese ein.
Was mir an Literatur zur Hand war und was mir fehlte, wird das Buch selbst ausweisen; bedauert habe ich namentlich, daß mir die Facsimile- Ausgabe des Cantabrigiensis v. J. 1S99 (Codex Bezae Cantabrigiensis quattuor evangelia et actus aposto- lorum complectens Graece et Latine sumptibus academiae photo- typice repraesentatus, Cambridge 1S99, 2 Vols.) nicht zur Ver- fügung stand. Doch haben die wenigen Stunden, in denen ich
IV H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
diese Nachbildung auf dem Handschriftenzimmer der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München einsehen durfte, mich überzeugt, daß die Ausgabe von Scrivener durchaus zuverlässig ist.
Herrn Prof. Fr. Korff, dem Bibliothekar des Reform-B-eal- gymnasiums in Düsseldorf, der mit stets gleicher Li#bens Würdig- keit den Verkehr mit der Kgl. Universitätsbibliothek Bonn ver- mittelte, sage ich hierfür herzlichen Dank.
Düsseldorf, im Juli 1910.
Der Verfasser.
Inhaltsverzeichnis.
Seite
Einleitung 1
§ 1. Harinonistik in sachlichen Differenzen 8
§ 2. Harmonistik in Übergängen 12
§ 3. Parallele Varianten 22
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten 62
Verzeichnis der citierten Schriftstellen 108
Einleitung.
Das eigentliche Arbeitsfeld der neutestanientlichen Textkritik sind die vier Evangelien. Ein Blick in die Editio octava critica maior von C. Tischendorf belehrt darüber, daß die Zahl der Varianten in den übrigen neutestamentlichen Schriften auch nicht entfernt an die der Evangelien heranreicht. Zum Teil erklärt sich dies daraus, daß die Evangelien, die meistgeschätzten Bücher des Neuen Testaments, am häufigsten vervielfältigt wurden. Solange dies durch Abschreiben geschah, war jede neue Handschrift eine neue Fehlerquelle; der Text mußte sich darum im Laufe der Zeit immer mehr von dem Ursprünglichen entfernen, die Zahl der ab- weichenden Lesarten sich stetig steigern. Correctorentätigkeit, die auf alte Handschriften zurückging, konnte diesen Proceß zwar verlangsamen, aber nicht zum Stillstand bringen.
Daneben macht man seit alter Zeit noch einen anderen Grund für die Text Verderbnisse in den Evangelien geltend. In seinem berühmten Schreiben an den Papst Damasus, der Vorrede zu seiner Evangelienemendation, schreibt Hieronymus: Magnus si- quidem hie in nostris codieibus error inolevit, dum quod in eadem re alius evangelista plus dixit, in alio, quia minus putaverint, addiderunt; vel dum eundem sensum alius aliter expressit, ille qui unum e quattuor primum legerat, ad eins exemplum ceteros quoque aestimaverit emendandos. Unde aeeidit, ut apud nos mixta sint omnia, et in Marco plura Lucae atque Matthei, rursum in Mattheo Johannis et Marci et in ceteris reliquorum quae aliis propria sunt inveniantur. Um für die Zukunft etwas derartiges zu verhüten, habe er seiner Evangelienemendation die Canones des Eusebius beigegeben, aus denen man das Gemeinsame, wie das Sondergut jedes Evangelisten erkennen könne l.
1) Der Text isfc abgedruckt bei E. Nestle, Novuni Testamenhnn Graeoe et Latine, Stattgart 1906, XXII f.
Texte und Untersuchungen etc. 3t5,la. 1
BQ
2 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Zu dieser Bemerkung stimmt an sich die Tatsache recht gut, daß die Mehrzahl der Varianten in den Evangelien harmo- nistischer Natur ist, d. h. Paralleleinflüssen ihre Entstehung ver- dankt *. Aber so begreiflich der Vorgang ist, daß ein Corrector den Text zuweilen so corrigierte, wie er ihm im Gedächtnis war, oder ein Abschreiber den Text so niederschrieb, wie er ihm ge- läufig war, und nicht so, wie die Vorlage bot, so belehrt doch ein Studium dieser Harmonistik sehr bald darüber, daß die Art und Weise, wie sich Hieronymus die Confundierung der Texte entstanden denkt, zur Erklärung des Tatbestandes nicht aus- reicht. Dies gilt speziell für den Codex Cantabrigiensis, der unter den älteren und bedeutsameren Evangelienhandschriften die größte Zahl harmonistischer Lesarten aufweist.
Der Evangelientext des Codex Cantabrigiensis ist durch eine Evangelienharmonie — ein Diatessaron — stark beeinflußt: das ist die These dieser Arbeit.
Seitdem jene, i. J. 1545 vom Bischof von Clermont zum Concil von Trient mitgebrachte, i. J. 1581 durch den Calvinisten Theodor Beza an die Universität Cambridge geschenkte Hand- schrift für die Zwecke ntlicher Textkritik herangezogen worden ist, hatte sie einer stetig steigenden Wertschätzung sich zu er- freuen2. Einen augenfälligen Beweis dafür hat jeder, der die drei Reproductionen derselben, die Facsimile-Ausgabe von Th. Kip- ling 1793, die Ausgabe von F. H. Scrivener 1864, endlich die kostbare zweibändige Facsimile-Ausgabe v. J. 1899 nebenein- anderlegt 3.
Trotz dieser erhöhten Wertschätzung gilt ein Urteil, das der Rector der Breslauer Universität Dav. Schulz i. J. 1827 aus- sprach, auch noch heute. Schulz nennt die Handschrift codicem . . theologorum unanimi fere sententia prae ceteris notabilem,
1) Vgl. B. Weiß, Textkritik der vier Evangelien (TU XIX, 2), Leipzig 1899, 7 ff: Conformationen.
2) Die Literatur über den Codex Bezae verzeichnet E. Nestle, Ein- führung in das Griechische Neue Testament3, Göttingen 1909, 71 ff. Hinzu- zufügen wäre H. Quentin, Le codex Bezae ä Lyon au IX e siecle? (Rev. Bened. 1906 Nr. 1); vgl. ferner C. R. Gregory, Textkritik des Neuen Testaments I, Leipzig 1900, 43 ff.
3) Für die gegenwärtige Arbeit wurde die Ausgabe von F. H. Scri- vener, Bezae codex Cantabrigiensis, Cambridge 1864, zugrunde gelegt.
Einleitung. 3
sed nihilominus in suo genere occultum, ut diversissima inter- pretum tum de originis loco, tempore et ratione, tum de internae bouitatis ac pretii modulo iudicia experiri potuerit atque ex- pertus git1.
So tüchtige Verteidiger nämlich dieser, in so manchen Punkten von allem auderen abweichende Text auch hatte, so hat sich doch niemand bereit gefunden, diese Handschrift als maß- gebend zu betrachten, denn neben den Spuren einer einzigartig sorgfältigen Überlieferung trägt dieser Codex unverkennbar auch die Züge einer Textverwilderung, wie man ihr in keiner anderen Handschrift begegnen wird. Auch daß Paralleleinflüsse es waren, die zu dieser Textverwilderung in hervorragender Weise bei- getragen haben, ist keinem, der den Codex einer genaueren Be- trachtung unterzogen hat, entgangen. Credner weist in seiner wertvollen »Untersuchung über den Codex Cantabrigiensis D« darauf hin 2. Auch Scrivener behandelt in der Einleitung seiner Ausgabe diesen Punkt3. Die neuere, nach mancher Beziehung vortreffliche Monographie von J. R. Harris4 geht zu schnell darüber hinweg. Ein Capitel dieses Buches 5 trägt zwar die ver- heißungsvolle Überschrift: Relation between the Tatian Harmony and the Bezan Text, aber der Inhalt dieses Abschnitts erschöpft die Frage, die er behandelt, in keiner Weise. Viel eingehender beschäftigt sich damit F. H. Chase6 in seiner Arbeit über den syro-lateinischen Evangelientext. In einer längeren Ausführung, »Harmonistic Influence« überschrieben, stellt er fest:
1. The Bezan text shews constant indications of harmonistic influence.
2. In such harmonized passages readings occur wThich we are jnstified by other evidence in considering asTatianic readings.
1) Disputatio de codice D Cantabrigiensi, Vratisl. 1827, 5 f.
2) K. A. Credner, Beiträge zur Einleitung in die biblischen Schriften, Halle 1832, I 452—518.
3) F. H. Scrivener, Bezae Codex Cantabrigiensis, Cambridge 1SG4, Introd. p. XLIXff.
4^ J. R. Harris, A study of Codex Bezae (Texta and Studies vol. II Nr. 1) Cambridge 1893, 188—190; p. 188: It ia undeniable fehat there great deal of harmonistic error in the Codex Besäe.
5) p. 171—177.
Q) F. H. Chase, The Syro-Latin Text of the Gospels, London 189$ 7G— 100.
1*
4 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
3. There are often clear signs of the influence of Syriac phraseology in, or in the neighbourhood of, readings due to harmonistic influence1.
Es ist eines der vielen Verdienste E. Nestles um die ntl. Text- kritik, in seiner Einführung in das Griechische Neue Testament2 auf die bei ihrem Erscheinen in Deutschland fast gänzlich über- sehene Schrift Chases die Aufmerksamkeit gelenkt zu haben. Noch wichtiger aber als die Ausführungen Chases scheint mir das, was Nestle selbst an dieser Stelle über die Beziehungen zwischen dem sogenannten westlichen Text, dessen Hauptreprä- sentant D ist, und dem Diatessaron Tatians voraufgehen läßt. »Schon Zahn hat in seiner ersten Arbeit noch vor Veröffent- lichung des arabischen Textes (des Diatessarons) oft genug darauf hingewiesen, daß die sogenannten westlichen Zeugen, also nament- lich cod. D und die altlat. HSS, so manchmal mit T(atian) über- einstimmen (s. Forsch. I S. 130. 140. 216. 228 f. 237. 248. 263). Und er hat dies ganz einfach damit erklärt, daß Tatian vom Westen, von Rom aus, um 172, sich in seine alte Heimat Syrien zurückbegeben, also von dort her seinen Text, damit eben den westlichen, mitgenommen haben werde. Diese Ansicht hätte gar keine Schwierigkeit, wenn es nur so läge, daß das Diatessaron die Eigentümlichkeiten des westlichen Textes teilt; aber ist nicht das umgekehrte der Fall? d. h. teilt nicht der westliche Text, namentlich sein Hauptvertreter D, die Eigentümlichkeiten einer Evangelienharmonie, sagen wir kurz des Diatessarons? Nicht bloß einzelne Lesarten sind in beiden Texten gleich, sondern es scheint der westliche namentlich solche Erscheinungen aufzu- weisen, die man kaum anders, denn als Folgen einer Harmonie ansehen kann. Ich habe dies schon früher ausgesprochen; nament- lich fiel es mir auf, als ich für das Novi Testamenti Graeci Supplementum (Lipsiae, Tauchnitz 1896) die dort vorangestellte Collation des Codex Bezae ausarbeitete. Um den Druck der Variantenmassen übersichtlicher zu gestalten, begann ich mit jeder Alinea von Westcott-Hort in meinem Druck gleichfalls eine Alinea. Nun sehe man sich einmal diese Varianten an; während der
1) Gegen den syrischen Einfluß, den Chase in seiner ersten Schrift: The old Syriac elernent in the text of Codex Bezae, London 1893, beweisen zu können glaubt vgl. Hack mann in Theol. Literaturzeitung 1894, 604 ff.
2) Einführung 2 179; 3 236.
Einleitung. 5
Hauptteil aus lauter einzelnen für sich bestehenden Lesarten sich zusammensetzt, mußte ich am Anfang der Perikopen regelmäßig halbe und ganze Zeilen aus D abschreiben; so sehr weichen die Perikopenanfänge, und nur sie, in dieser Weise von dem heute geltenden Text ab; vgl. z. B. X 5, 17. 27. 7, 1. 18. 9, 37. 10, 1. 25. 11, 14. 12, 1 — bis zum Ende 24, 13. Allerdings trifft diese Erscheinung gerade beim 2-Ev. am meisten zu, bei dem ich sie mir mit Blaß bisher anders erklärt hatte, als Folge doppelter Bearbeitung durch den Verfasser; aber sie fehlt doch auch in den anderen Ew. nicht. Am wenigsten tritt sie, begreiflicher- weise, beim ersten auf; doch siehe M 17, 22. 24. 20, 29. In // vgl. 3, 19. 4, 1. 6, 7. Daneben finden sich andere Züge, die nur so sich einfach erklären.« Nestle weist dann hin auf die oben bereits angezogenen Ausführungen Chases.
Das Material für die gegenwärtige Arbeit war fast vollständig gesammelt, als durch das Erscheinen des 3. Teiles der erste Band des Herrn, v. Soden sehen Werkes: Die Schriften des Neuen Testaments in ihrer ältesten erreichbaren Textgestalt1 abgeschlossen wurde. Beim ersten Durcharbeiten des Buches schien mir meine Arbeit gegenstandslos geworden zu sein , da die Resultate v. Sodens sich wesentlich mit den meinigen deckten. S. 1311 heißt es: »Eigenartig häufig haben in ob2 Parallelen im engeren und weiteren Sinn eingewirkt, so stark, daß man fast genötigt ist, an gelegentliche Berücksichtigung einer Evangelienharmonie zu denken«. S. 1640 wird mit aller Deutlichkeit ausgesprochen, daß unser Codex »von Tatian geradezu infiziert ist«.
Aber die Resultate v. Sodens vertrugen sich zu wenig mit herkömmlichen Anschauungen, als daß man hätte erwarten dürfen, daß sie widerspruchslos blieben. Eine Besprechung des Buches durch W. Bousset spiegelt sicher treu den Eindruck wieder, den die Lektüre bei vielen gemacht haben wird. »Mit dem Schluß seiner Ausführungen stellt v. Soden uns vor eine völlige Überraschung. Wenn er Recht hat, so wäre das letzte große Rätsel der neutestamentlichen Textkritik gelöst und läge die ge- samte Geschichte des neuen Testaments klar vor Au^en. Und zwar wäre die Lösung so einfach, wie das Ei des Kolumbus.
1) Berlin 1902. 1906. 1907,
2) Sigle bei v. Soden für den Codex Cantabrigiensis.
6 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Der weitaus größte Teil der von J-H-K abweichenden Textüber- lieferung der neutestamentlichen Zeugen läßt sich nach v. Soden auf eine einzige Größe: die Evangelienharmonie Tatians zurück- führen. Was man bisher von einer abendländischen Textgestalt (/?), von einem lateinisch-syrischen Text, von einer Koine des zweiten Jahrhunderts, von dem selbständigen Wert und der Be- deutung des Codex D geredet hat, das löst sich alles in Dunst und Nebel auf. Und aus dem bisherigen Nebel tritt eine Gestalt siegreich heraus: Tatian. Der größte Teil der Abweichungen K's (Koine Lucians, antiochenische Recension) von J-H-K erklärt sich aas der Beeinflussung durch Tatian. Das Rätsel der alten sy- rischen Übersetzung (syr. cur. sin.) löst sich auf. Die altsyrische Übersetzung wurde auf Grund eines Textes J-H-K unternommen, aber ist natürlich gänzlich von Tatians Einfluß überwuchert. Weiter nimmt v. Soden an, daß Tatian seine Harmonie zuerst (im Abendland) griechisch abgefaßt, und daß diese auch im Westen bei der Gestaltung des Textes den größten Einfluß geübt habe. Zuerst kommen die altlateinischen Übersetzungen in Be- tracht. Nach v. Soden hat es zwei von einander vollkommen unabhängige Übersetzungen gegeben: die afrikanische und die wieder in zwei Gruppen (abc — dfq) vertretene zweite Über- setzung (itala). Die Übereinstimmungen von afr. it. bedürfen demnach der Erklärung. Die Erklärung gibt die Annahme ge- meinsamer Abhängigkeit von Tatian.«
Bousset bringt dann eine Reihe schwerwiegender Bedenken gegen die Ausführungen v. Sodens vor und lehnt die Erklärung des westlichen Textes durch ein griechisches Diatessaron ab. Er möchte »bei der Behauptung stehen bleiben, daß zwischen vet. lat. und altsyrischer Übersetzung nicht durch Tatian vermittelte und erklärte enge Beziehungen obwalten, daß also die Annahme eines weit verbreiteten Western Text berechtigt war«. Freilich wird man »bei dem Versuch, das Rätsel des Western Text zu lösen, schließlich auf die Gestalt Tatians stoßen. Allerdings in erster Linie auf ihn selbst, nicht auf eine Evangelienharmonie« *.
Zum Teil diese Besprechung, zum Teil der Gedanke, daß die Sicherheit eines Resultates wesentlich dadurch verstärkt wird.
1) Theologische Literaturzeitung 1908, 672 ff. Vgl. Theolog. Rund- schau 11, 380 ff.
Einleitung. 7
wenn es sich auf verschiedenem Wege erreichen läßt, veranlaßt mich, meine völlig unabhängig von v. Soden begonnenen und auf ganz anderem Wege verlaufenden Untersuchungen der Öffent- lichkeit zu übergeben. Der Rahmen dieser Arbeit ist sehr eng gezogen, es soll lediglich die Harmonistik des Codex Cantabri- giensis hier behandelt werden. Vielleicht wird es möglich sein wenige, dafür aber sichere Resultate zu gewinnen.
An dieser Stelle noch ein Wort zur Rechtfertigung der im folgenden angewandten Methode. Wir besitzen nicht die Evan- gelien in der Form, in der sie zum ersten Mal niedergeschrieben wurden; läge dieser Wortlaut vor, so wäre die Textkritik bezüg- lich dieser Schriften ja gegenstandslos. Sofort erhebt sich aber dann die Frage, an welchem Normaltext denn eigentlich ein anderer Text — in unserem Fall der des Codex Bezae — ge- messen werden soll. Peinlich wird die Frage, sobald man be- denkt, daß die Varianten in den Evangelien sich gerade da häufen, wo ein Paralleltext vorliegt. Nun hat aber der Ben gel sehe Grundsatz: Proclivi scriptioni praestat ardua allgemeine Aner- kennung gefunden; und nur eine Anwendung dieses Grundsatzes ist es, wenn die ntl. Textkritiker einer Lesart, die vom Parallel- text abweicht, im allgemeinen den Vorzug geben. Immerhin bleibt die Unsicherheit gerade an diesen Stellen ziemlich groß. Sie ist auch nicht ganz zu beseitigen; aber es ist möglich, die Unsicherheit und damit auch den Fehler, der darin liegt, eine Beweisführung auf Unsicheres zu stützen, auf ein Minimum zu reduzieren.
Für die gegenwärtige Arbeit ist das Griechische Neue Testa- ment von E. Nestle zugrunde gelegt worden. Gerade diese Aus- gabe schien sich für unsere Zwecke am meisten zu empfehlen, weil sie auf den bewährten Editionen von Tischendorf und Westcott-Hort ruht. An den Stellen, wo diese beiden Aus- gaben differieren, gibt bekanntlich B. Weiß den Stichentscheid. Wenn nun im folgenden der Nestlesche Text als der Normaltext betrachtet wird, so geschieht es aber nur mit der Einschränkung, daß keine Lesart, die entweder Tischendorf, oder Westcott-Hort oder B. Weiß in ihren Text aufgenommen haben, als harmoni- stische angesprochen werden soll, mag sie sich in Nestles Text finden, oder nicht.
8 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Harmonistik in sachlichen Differenzen.
Bei einer Untersuchung über den Evangelientext, den Augu- stinus seiner Schrift De consensu evangelistarum zugrunde legte1, fiel es mir auf, daß der von ihm benutzte Text mehrere nicht unwichtige Differenzen, die sich zwischen den Darstellungen der einzelnen Evangelien ergeben, augenscheinlich nicht enthalten hat. Regelmäßig sekundierte dann seinem Text jene Form, die uns im Codex Cantabrigiensis vorliegt. Bei näherem Zusehen ergab sich, daß D in einer ganzen Reihe von Fällen, zuweilen durch stärkeren Eingriff, zuweilen durch geringfügige Änderung, aber augenscheinlich ganz systematisch solche Differenzen ver- schwinden läßt.
Ich stelle einige dieser Fälle im folgenden zusammen:
1. In Mt. 12, 46 wird die Erzählung über die Mutter und die Brüder Jesu eng mit den vorhergehenden Worten durch die Ubergangsformel: Eri avrov Xalovvroq verbunden. Bei Mc. 3, 31 und namentlich bei Lc. 8, 19 wird diese Begebenheit in ganz anderen Zusammenhang gestellt. D beseitigt die Differenz, indem es das Wörtchen ert fallen läßt und den Vers beginnt: XaXovvrog de avrov2.
2. Im Vers Mt. 13, 1 D om rrjg oixiag. Die Darstellung des Mt. weist zu der des Lc. 8, 4 ff den Unterschied auf, daß Mt. die Parabel vom Sämann nach dem Besuch der Mutter und der Brüder Jesu ansetzt, während Lc. das Verhältnis der beiden Stücke umkehrt. Durch die Auslassung der Worte rrjg oixiaq wird die Differenz gemildert.
3. Vor die Worte des Tetrarchen Herodes Mt. 14, 2: ovrog eönv iwavrjg o ßajcriörrjg setzt D die Wörtchen fir] ri, und verwandelt so die Aussage in eine Frage. Die Darstellung steht dadurch der des 3. Evangeliums (Lc. 9, 9) viel näher, wo es heißt: Lcoavrjv eyco ajiexecpaXiöa' ng de eörtv ovrog JzeQL ov axovo? roiavra]
1) Biblische Zeitschrift 1906, 267—295.
2) In allen Fällen, in denen der lateinische Cantabrigiensis (d) nicht erwähnt wird, stimmt sein Text mit dem griechischen überein.
§ 1. Harinonistik in sachlichen Differenzen. 9
4. Das Spottgewand, welches die Soldaten Jesus anlegen, wird bei Mt. 27, 28 bezeichnet als ila\xvq xoxxiVf}, bei Mc. 15, 17 heißt es jtoQcpvga, bei Joh. 19, 2 tfxariov jzoQ(fVQovv. D bietet den Vers Mt. 27, 28 in folgender Fassung: xai avövöavreq av- rov eifiavwv noQcpvQovv xai %laiiv6av xoxxivrjv jisQis&r/xav avrco.
5. Bei der Weissagung der Verleugnung des Petrus läßt D das Wort öiq in Mc. 14, 30 fallen. Es wird so die Differenz zwischen dem Marcustext einerseits und Mt. 26, 34 und Lc. 22, 34 anderseits beseitigt. Die beiden letzteren erwähnen eine drei- malige Verleugnung vor dem (ersten) Hahnenschrei.
6. Im Vers Mc. 15, 24 streicht D die Worte: rtq ri ccq?]. Durch den Wegfall dieser Worte ist der Marcustext dem der beiden anderen Synoptiker (Mt. 27, 35 und Lc. 23, 34) confor- miert und die Differenz mit Joh. 19, 23. 24, der nur vom Ver- losen des ungenähten Gewandes spricht — das Übrige wird nach Joh. geteilt — ausgeglichen1.
7. Die Stelle Mc. 16, 1 bietet der Bezatext in folgender Fassung: xai jtoQevdsiöai rjyoQaoav agcofiaza iva avrov ali- ipcoöiv xac sqxovtcu xrh Dadurch, daß hier die Worte öiayevo- fisvov rov oaßßazov hinter xai ausgelassen sind, wird die Differenz mit Lc. 23, 56, der den Einkauf der Spezereien vor den Sabbat ansetzt, behoben 2.
8. Im Vers Mc. 16, 2 gibt D anstatt des Aorists avarei- ZctVTOQ rov ?]Xiov das Präsens avarsXXovTog. Dadurch wird die Differenz in der Zeitangabe, die zwischen dem 2. und dem 4. Evangelium am größten ist (Joh. 20, 1: jtqco'C öxorcag an ov- öt]q und Lc. 24, 1: oqxtqov ßa&ecoq) gemildert3.
9. Die Stammtafel Lc. 3, 23 — 38 ist im Bezatext eine Com- bination der lucanischen mit der des Matthäusevangeliums. Von Joseph bis Abraham nennt die Stammtafel die Glieder so. wie sie sich bei Mt. finden; nur sind zwischen Jechonias und Josias zwei Namen (Joacim und Eliacim), und zwischen Ozias und Joram drei Glieder (Amasias, Joas und Ozochias) eingeschoben. Von Abraham bis Adam ist die Reihenfolge die gewöhnliche;
1) Vgl. H. J. Vogels, St. Augustins Schrift De consensu evangeli- starum, Freiburg i. B. V.*^. 39 *.
2) Vgl. Vogels, a. a, 0. 39.
3) Vgl. Vogels, a. a, 0. 37.
10 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis
lediglich der nur in der Septuaginta (und nicht im Hebräischen) sich findende Cainan ist gestrichen K
10. Im Vers Lc. 6, 6 läßt D die Worte sv ezega) öaßßarco ausfallen. Nach den beiden anderen Synoptikern (Mt. 12, 9 und Mc. 3, 1) scheinen nämlich die beiden durch diesen Übergang miteinander verknüpften Begebenheiten (Ahrenpflücken der Jünger und Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand) auf denselben Sabbat angesetzt.
11. In Lc. 7, 7 fallen die Worte aus: öio ovöe 8kuavrov fj^ccoöa JiQoq 6s el&stv. Nach der Darstellung des ersten Evan- geliums (Mt. 8, 5) kommt der heidnische Hauptmann persönlich zu Jesus, um für seinen Knecht zu bitten, nach Lc. schickt er
1) Es kann nicht meine Absicht sein, das Buch an dieser Stelle mit einer Polemik gegen A. Resch (Texte und Untersuchungen X, 5 S. 182 bis 201), der die Genealogie von D einem judenchristlichen Überarbeiter aus dem 2. Jakrh. zuschreibt, and F. Graefe (Der Codex Beza und das Lucasevangeliura, Theol. Studien und Kritiken 1898, 129 ff), der aus dem Unterschied zwischen westlichem und alexandrinischem Text in der Lucas- stammtafel sogar einen Beweis für die von Blaß angenommene doppelte Recension des Lucasevangeliums erblickt, zu belasten. »Daß die Namens- unterschiede im lucanischen Stammbaum des Codex D durchaus nicht mit den Namensformen im kanonischen Matthäus stimmen wollen« (Graefe -127; Resch 185), kann ruhig zugegeben werden, auch daß dies »auf alles andere hindeutet, als auf den angeblichen Trieb zur Conformierung der Texte«. Aber die Namensformen weisen im ganzen Bezatext so eigen- tümliche Erscheinungen auf, daß sie eine besondere Untersuchung er- heischen; und die Conformierung der Texte darf man sich auch nicht so vollzogen denken, daß der Schreiber des Bezatextes sein Matthäusexemplar nachgeschlagen hat, als er die lucanische Stammtafel begann. — Metho- disch wird es, da sich nun einmal Harmonistik im Bezatext zeigt, un- bedingt erforderlich sein, das ganze hierher gehörige Material unter diesem einen Gesichtswinkel zusammenzufassen. Wer sich die Mühe nicht ver- drießen läßt, einen Überblick über das Ganze sich zu verschaffen, wird nicht mehr zweifelhaft sein, ob die Lucasstammtafel in D der Harmonistik ihren Ursprung verdankt, oder nicht. Über die Genealogien vgl. Chase 81 f und A. Merx, Die vier kanonischen Evangelien nach ihrem ältesten bekannten Texte, Berlin 1902, II I, lff; II 2, 211 ff. Chase weist hin auf die Übereinstimmung zwischen D und Aphraates und folgert (p. 82) aus ihr: either 1. that both D and Aphraat derived the genealogy from some very early work on the genealogies, which harmonized Mt. and Lc. (comp. Bert, p. 391 n.), or 2. that both used some recension of Tatian's work, like the anonymous Harmony which Victor of Capua believed to be Tatian's, which contained a harmonized genealogie.
§ 1. Harmonistik in sachlichen Differenzen 11
zunächst die Ältesten der jüdischen Gemeinde, dann seine Freunde. Weil er sich nicht würdig fühlt, daß Jesus unter sein Dach ein- geht, darum hat er sich auch nicht wert erachtet, selbst zu Jesus zu kommen. Die letzten Worte: öto ovös Sfiavzov ?]£icooa jzqoq Ce sXOsiv, in denen die Darstellung nach Lc. am meisten von der des Mt. abweicht, läßt D ausfallen.
12. Lc. 8, 49 wird statt sQxexai rig von D der Plural eqxov- xai gelesen, da nach Mc. 5, 35 mehrere Leute zum Synagogen- vorsteher kommen.
13. Im Vers Lc. 9, 37 sind die Worte xr\ e^rjg rjfiega ge- ändert in öia TTjq ?iiueQaq, um die Verklärung Jesu und die Heilung des epileptischen Knaben auf denselben Tag zu be- kommen. Nach Mt, 17, 14 und Mc. 9, 14 scheinen nämlich die beiden Ereignisse auf denselben Tag angesetzt zu sein; sie lassen durch nichts erkennen, daß eine Nacht die Begebenheiten von einander trennen soll.
14. Der Vers Lc. 23, 45 ist bei D in zwei Hälften geteilt. Die erste Hälfte, soxortöfr?] de o rjXwg statt zov ?]Xiov exli- JtovToq lautend, steht an ihrer richtigen Stelle. Die zweite Hälfte, in ihrem Wortlaut xai ro xarajisraöfia zov vaov söxiöfr?] nach Mc. 15,38 (und Mt. 27, 51) abgeändert, wird hinter Vers 46 ge- stellt. Dadurch erfolgt das Zerreißen des xarajtsraüfia erst nach dem Tode Jesu, wie auch die beiden anderen Synoptiker es darstellen.
15. Durch Abänderung eines einzigen Buchstabens in Job. 13, 2: yevo^ievov statt yivoftevov wird das Mahl, von dem die Synoptiker reden (Mt. 26, 21 und Mc. 14, 18) als bereits vollendet dargestellt. Auch nach dem Lucasevangelium (22. 24) folgt ja der Rangstreit der Jünger auf das Mahl l.
Daß der Bezatext in allen diesen angeführten Stellen har- monistische Correctur aufweist, wird niemand bestreiten wollen. Die Feinheit jener Hand, die diese Correctur vollzog, verdient unsere Bewunderung.
1) Vgl. E. Nestle, Einführung^ 237; Th. Zahn, Einleitung in das Neue Testament, 11 520. — d übersetzt Joh. 13, 2: et cum cena iieretur.
12 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
§ 2. Harmonistik in Übergängen.
So offenbar es ist, daß die eben besprochenen Varianten des ßezatextes eine Correctur enthalten, die nur harmonistischen Tendenzen ihr Dasein verdankt, so wenig läßt sich dadurch allein beweisen, daß unser Text unter dem Einfluß einer Evangelien- harmonie gestanden hat. Denn solche Stellen, in denen die Evangelien sachlich von einander differieren, reizten natürlich auch am meisten zur Correctur.
Zum Erweis unserer These steht ein umfangreiches Material zur Verfügung. Da die Bedeutung der einzelnen Beweisstücke recht verschieden ist, empfiehlt es sich schon aus diesem Grunde, das Material nicht ungesichtet vorzuführen. Wir müssen bei harmonistischen Einflüssen stets mit der Möglichkeit rechnen, daß sie auf gedächtnismäßigem Wege entstanden sind; und nur dadurch, daß man zeigt, daß diese Möglichkeit in unserem Fall ausgeschlossen ist, läßt sich ein eindrucksvoller Beweis für die Beeinflussung des Textes durch eine Evangelienharmonie führen.
Wir werden also mit uns zu Rate gehen müssen, in welchem Fall man wohl am ersten, in welchem man am letzten eine har- monistische Lesart als auf mechanisch-gedächtnismäßigem Weg entstanden ansprechen dürfte. Ein gesprochenes Wort — nament- lich wenn seine Form charakteristisch ist — pflegt sich dem Gedächtnis viel leichter, sicherer und genauer einzuprägen, als der Wortlaut einer Erzählung. Bei einem längeren Bericht, in dem mehrere verschiedenartige Begebenheiten miteinander ver- bunden sind, wird das am wenigsten Bedeutsame, die Brücken, die Vers mit Vers vereinigen, die Übergänge, die Perikope mit Perikope verknüpfen, natürlich auch am leichtesten vergessen: es enthält eben am wenigsten Eigenart.
Für unsere Zwecke darf es also am wenigsten bedeuten, wenn wir finden, daß in den Reden Jesu oder in den Worten anderer Personen die Texte der verschiedenen Evangelien einander conformiert sind; wichtiger wird es schon sein, wenn auch in der Erzählung der Begebenheiten Paralleleinwirkungen nachweisbar sind; am bedeutsamsten endlich, wenn wir zeigen können, daß auch solche bedeutungslosen Elemente, wie die Übergänge es sind,
§ 2. Harmonistik in Übergängen. 13
in die Parallelstelle einzudringen vermochten; denn hier liegt die Möglichkeit, daß sie auf gedächtnismäßigem Weg Eingang ge- funden haben, am fernsten. Die Untersuchung setzt darum gerade bei diesen ein.
Harmonistik in Übergängen findet sich an folgenden Stellen des Bezatextes *.
Mt. 4, 18 cv> jiaoaycov 1. Jtsgutarcov (aus Mc. 1, 16) Mt. 12, 10 -f- r\v sxst und + rr\v ante xuQa (aus Mc. 3, 1) Mt. 12, 14 cv? xcu s&X&ovrtg 1. s$sX&ovrsg ös (nach Mc. 3, 6) Mt. 12, 46 <^ Xa- Xovvrog ös avrov, om srt (nach Mc. 3, 31 und Lc. 8, 19; vgl. oben S. 8) Mt. 14, 24 <^ xo ös jtXoiov r\v stg [isöov rr\g &a- Xa06?]g 1. to ös jiXolov rjörj oraötovg jroXXovq ano rr\g yrjg autsiysv (nach Mc. 6, 47: rjv ro jzXoiov sv {isooo rr\g d-aXaooijq) Mt. 15, 1 cv. jtQoq avrov 1. reo h/öov (aus Mc. 7, 1) Mt. 15, 28 om o I/jöovg (wie Mc. 7, 29) Mt. 16, 23 <^ sjttöroacpstg 1. oroa- (psig (aus Mc. 8, 33) Mt. 17, 1 + sysvsro post xat (aus Lc. 9, 28) Mt. 17, 24 -f- xat ante sk&ovrcov (nach Mc. 9, 33: xat rjX&ov) Mt. 20, 17 cvd xat avaßatvoiv 1. MsXXoov ös avaßaivstv (nach Mc. 10, 32: Hoav ös sv n] oöoo avaßatvovrsq) Mt. 21, 18 ev> JtaQa- ycov 1. sJtavayaycQV (nach Mc. 11,20: jtaQajtoQsvo^svot) Mt. 26. 47 om xat ante srt (wie Lc. 22, 47) Mt. 27, 41 cv? Xsyovrsg 1. £^£- /oj;2 (aus Lc. 23, 35) Mt. 27, 58 ^ jiQoöi/Xfrsv roo jtsiXaroo xat /jT/jOaTO 1. jtQoösXB-mv reo FfsiXarco rjr?/öaro (nach Mc. 15, 43: störjXfrsv JCQog rov üstXarov xat rjrrjöaro).
Mc. 1, 7 es3 xat sXsysv avzotg syeo kusv vkuag ßajtriCco sv vöart sgy^srat ös ojztöeo ftov o löyyoorsoog fiov ov ovx tut txa~ vog Xvöat rov tuavra reov vjtoörjiiareov avrov xat 3 avrog vuag ßajtn^st4 sv Jtvt aysico 1. xat sx?]qvöosv Xsycov soysrai o toyv- QOTsgog nov ojttoco [fiov], ov ovx sifit ixavog xvfpaq XvCcu rov ifiavra rcov vjroötjfiarcov avrov. tyco sßajtrioa i\uag vöart. avrog ös ßajtnost vtuag jtvsvftari ayico. (Die Worte sind mo- saikartig aus den drei Synoptikern zusammengefügt: syco usv V[/ag ßajtrt^oo sv vöart stammeu aus Mt. 3, 11, die folgenden tQXsrat ös sind aus Lc. 3, 16, die folgenden orrioco uov sind im Marcustext selbst heimisch, die folgenden o lO/vnorsnog iwv ov
1) Die im folgenden angewandten Zeichen bedeuten:
-f- = addit om = omittit cv = nmtut > = invertit.
2) d: dieebant. 3) d: om et.
4) d: baptizavit = bantizabit (Mt. 3, 11 und Lc. 3, 16).
14 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
ovx eifii ixavog Ivöai xov iptavxa xcov vjioör\iiaxwv avxov wieder aus Lc. 3, 16; die letzten Worte endlich avxog vftag ßajzxi^Ei ev jtvEVfiaxi ayico finden sich in Mt. 3, 11 und Lc. 3, 16 in derselben Form, nur daß beide Texte statt des Präsens ßaJtxi^Ei das Futurum ßajtxiöEi bieten). Mc. 1, 25 oo Xsycov 1. o Irjoovg (aus Lc. 4, 35) Mc. 1, 29 oo e^eXüodv öe ex xr\g övvaywyrjg rjZ&sv 1. xai sv&vg ex xr\g ovraycoyrjg E§£l&ovx£g r\l&ov (nach Lc. 4; 38: AvaOxag öe ajto xr\g ovvaymyrjg eiötjI&ev) Mc. 1, 35 om ava- öxag (wie Lc. 4, 42) Mc 1, 39 oo rjv 1. r\l&£v (aus Lc 4, 44) Mc 2, 6 -j- lEyovtEg post avxwv (aus Lc. 5, 21) Mc. 2, 8 <^ eljiev 1. XsyEi (aus Lc 5, 22) Mc. 2, 15 c>o xai £ysv£xo xaxaxEifiEvmv avxwv 1. xat yivExat xaxaxEio&ai avxov (nach Mt. 9, 10: Kai sysvEXO avxov avaxEifiEvov; vgl. Lc. 5, 29) Mc 2, 25 cv3 xai ajzoxQi&sig eljiev 1. xat XsyEi avxoig (aus Lc. 6, 3) Mc 3, 6 cv3 Et-ElxrovxEg öe 1. xat E&l&ovxEg (aus Mt. 12, 14) Mc 3; 7 co o 6e irjg 1. xat o Itjöovg (aus Mt. 12, 15) Mc. 4, 1 c>o ovvr\yß^r\
I. övvayExat (nach Mt. 13, 2: ovv?jx^Oav) Mc. 5, 7 cv3 eljiev 1. XsyEi (aus Lc. 8, 28) Mc. 6, 2 <^ rjfisoa öaßßaxcov 1. ysvofiEvov öaßßaxov (aus Lc. 4, 16) Mc 6, 7 ^> jigoöxaXEöafievog xovg .iß. [la&rjxag aji£6x£il£V avxovg 1. JiQoöxaluxai xovg öcoösxa xai TjQ^axo avxovg ajioöxEllEiv. (Die Worte jrQoöxa2.£da{i£Vog xovg öooÖExa [la&rjxag sind aus Mt. 10, 1, die anderen ajtEOXEiXEV av- xovg aus Lc. 9, 2 entnommen). Mc. 6, 53 <^ öcajiEoaöavxEg EXEL&EV rjX&ov ejil XTjv y?]v yEwrjoaQ 1. öiajiEQaOavxEg ejil xr\v yr\v rjl&ov Eig FEvvrjöaQEx xai jtQoöojQfiiöfrijOav (nach Mt. 14,34: öiajiEQaöavxEg rjlfrov ejil xr\v yr\v Eig rEvvr\6aoEX *) Mc. 7, 6 c^> xai eljiev 1. o öe eljiev avxoig (vgl. Mt. 15, 7) Mc. 7, 24 cv3 xai avaöxag exei&ev 1. Exei&ev öe avaoxag (nach Mt. 15, 21: Kai e^eI&ojv exel&ev) Mc 9, 12 ^ ajioxgi&Etg eljiev 1. £<p?] (aus Mt. 17, 11) Mc. 10, 7 + xai eljiev post avxovg [D loco avxovg ponit o #£] (aus Mt. 19, 5!) Mc 10, 17 + teycov post avxov 2° (aus Lc. 18, 18) Mc. 10, 20 cv> ujiev 1. £<prj (aus Lc. 18, 21) Mc 10, 38 + ajioxQidEig ante eljiev (aus Mt, 20, 22) Mc 11,4 c^> ajtEl&ovxEg evqov 1. ajirjldov xai evqov (aus Lc 19, 32) Mc.
II, 17 cv3 lEycov 1. xai Elsysv (aus Lc. 19, 46) Mc. 11, 29 + ajio- xoifrEig ante eljiev (aus Mt. 21, 24 vgl. Lc. 20, 3) Mc. 12, 24
1) Von Wichtigkeit erscheint es, daß D auch in Mt. 14, 34 die Form yevvrioaQ bietet, d liest hier gennasar, in Mc. 6, 53 gennesar.
§ 2. Harmonistik in Übergängen. 15
cx> ajcoxgi&sig ös o irjg sijcsv avroig 1. scpf] avroig o Irjöovq (aus Mfc. 22, 29) Mc. 13, 2 c>o ajzoxgidsig sutsv avroig 1. o lr\- govq sijcsv avroo (aus Mt. 24, 2) Mc. 13, 5 <^> xgm ajioxgifrtig o trjg sijcsv avroig 1. o de Ir/öovg rjg^aro Xsyeip avroig (aus Mt. 24, 4) Mc. 14, 17 <~ oV>«*S <fe L xa* ofwjg (aus Mt, 26, 20) Mc. 14, 61 <^> xai Xsysi avroo o agyisgsvg 1. JcaXiv o agyisgsvq sjcrjgcora avrov xai Xsysi avxm (nach Mt, 26, 63: xai o ag- yisgsvg sijcsv avroo) Mc. 14, 62 cv? Xsyei avrm 1. sijcsv (nach Mt. 26, 64: Xsysi avroo o bjöovq) Mc. 15, 24 cv> öravgcoöavrsg avxov öta/isgi^ovrai 1. öravgovöiv avrov xai öiakusgiCovrai (nach Mt, 27, 35: öravgcoöavrsg ös avrov öisfisgiöavro).
Lc. 4, 16 cv3 eX&cov ös sig vaCagsö 1. ÄTcu tjX&sv Big NaCaga (nach Mt. 13, 54: xai sXOojv Big x?]v jcaxgiöa avrov) Lc. 4, 33 cvd ^> 7]v ös bp xr\ övvaycoyi] avdgoojcog 1. xai sv xrj övvaycoyrj ?jv av&gwjcog (nach Mc. 1, 23: Kai evdvq r\v sv rrj övvaycoyrj avxcov av&goojcog [D liest Mc. 1, 23: xai rjv sv r?] övvayooyi] avdgoojcog]) Lc. 5, 27 oo xai sXfrcov JcaXiv jcaga xr\v d-aXaööav rov sjcaxoXovOovvxa avxco oyXov söiöaöxsv xai jcagaycov eiösv Xsvsi rov rov aXcpaiov xafrrjfisvov 1. Kai fisxa ravra e£r)X&6V xai sdsaöaxo xsXcovrjv ovofiaxi Asvsiv xadr^svov (nach Mc. 2, 13: xai s^Xdsv JcaXiv Jtaga xr/v daXaööav xai nag o oyXog rjg- ysxo Jtgoq avrov xai söiöaöxsv avzovq. xai jcagaycov siösv Asvsiv1 rov rov AX(paiov xat^?]ftsvov) Lc. 6, 1 ~ xai sysvsxo avrov sv oaßßaxoo ösvxsgojcgooxco öiajcogsvsö&ai öia xcov öjco- gifxcov oi ös {la&tjrai avrov rjg^avxo riXXsiv rovq öxayyag xai xpcoyovrsg raiq x£QöiV rjö&iov 1. Eysvsro ös sv öaßßaroo öia- jcogsvsöOai avrov öia öjcogif/cov, xai sriXXov oi [ta&)]xai avrov xai ?]öfriov rovq örayyaq xpcoyovrsg raiq ysgoiv. (Der Bezatext ist hier eine Mischung aus den drei Synoptikern: die Worte xai sysvsro avrov sv sind aus Mc. 2, 23; die folgenden oaßßarco und öiajcogsvsödai sind in Lc. zu Hause; öia rcov öJcogiiicov stammt aus Mc. 2, 23 oder aus Mt, 12, 1; oi ös ua&rjTcu avrov ?]g$avro riXXsiv aus Mt, 12, 1) Lc. 6, 6 c>o xai siösXfrovrog av- xov JcaXiv sig ri]v öwaycoyt/v oaßßarco sv ?] ?jv avfrgoojcog ^fjgav sycov r?]v ysiga 1. Eyevsxo ös sv srsgco öaßßazco siosX- fttiv avrov Big t/j)' öwaycoyrjv xai öiöaoxsiv xai yv av&Qcoxoq
1) D liest in Mo. 2, 14 statt Aeveir den Namen Taxwßov. So lautete hier auch Tatians Diatessaron. Vgl. TU. Zahn, Forschungen zur Ge- schichte des ncutcstamentlichen Kanons I, Erlangen 1SS1, 129£
16 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
exei xai 7] %biq avzov r\ öe^ia r\v ^rjga. (Schon oben S. 10 wurde darauf hingewiesen, daß die Ausmerzung von ev ezegm öaßßazco in Lc. 6, 6 aus harmonistischen Gründen vollzogen ward. Die Textform selbst ist wieder eine Mischung aus den drei Synop- tikern. Das Anfangswort xai rührt aus Mt. 12, 9 oder Mc. 3, 1 her; eiöeX&ovzog avzov ist nach dem echten Lucastext eiöel&eiv avzov umgebildet; jialiv stammt aus Mc. 3, 1; eig zr]v övva- ywyrjv ist wieder in Lc. heimisch; die Worte ev rj rjv av&gmjiog t-rjgav sxcdv Z7]v %£ioa sind Mt. 12, 10: xat töov apfrowjzog xeLQa [aber D in Mt.: z?]v X8lQa] ^Xmv &IQ&V nachgebildet; die Stellung dieser Worte aber nach Mc. 3, 1: xai rjv exet av&gwjzog e^rj- oamievr]v [aber D in Mc: §t]gav] excov zr\v xeioa). Lc. 7, 1 •oo %ai eyevezo oze ezeXeoev zavza 1. Ejieiörj ejtlrjgcoöev jtavza (aus Mt. 7, 28) Lc. 11, 14 zavza de eijiovzog avzov Jigoötpegeze avzm öaifiovi^ofievog xawpog xat exßalovzog avzov jiavzeg e&av[iat,ov 1. Kai rjv exßaXlcov öaifioviov xai avzo rjv xaxpov. eyevezo öe zov öaifioviov e^elfrovzog elahjoev o xaxpog' xai efravfiaöav oi oyloi (die ersten Worte zavza öe euzovzog avzov sind Mt. 12, 22: zoze nachgebildet). Lc. 18, 18 om leywv post agxcov (wie Mc. 10, 17) Lc. 23, 1 om ajtav zo jtlrj&og avzcov (wie Mt. 27, 2 und Joh. 18, 28) Lc. 23, 26 oo wg öe 1. Kai mg (vgl. Mt. 27, 32: E^egxofievoi öe evgov) Lc. 24, 1 -f- eloyiC^ovzo öe ev eavzaig zig aga aJioxvhöei zov li&ov (nach Mc. 16, 3: xai eXeyov Jigog eavzag [D: eavzovg]' zig ajtoxvliöei rjfiiv [D: zig rjfiiov ajioxvliöei] zov Äi&ov).
Aus Joh. käme hier höchstens 12, 28 cv> xai eyevezo 1. rjZ&ev ovv (aus Mc. 9, 7) in Betracht.
Es sind im ganzen aus Mt. 15, aus Mc. 33, aus Lc. 11 Stellen. Durchmustert man diese Varianten, so erscheinen die des ersten Evangeliums sachlich nicht unbedeutend; die große Zahl der variierenden Übergänge im Marcusevangelium würde sehr zu- sammenschrumpfen, wenn man die Einleitungs formein der ge- sprochenen Worte (eijtev, Xeycov , ajioxgifreig euiev usw.) un- berücksichtigt lassen dürfte. Sowohl der Form, als auch dem Inhalt nach am auffälligsten sind die Übergänge im Lukas- evangelium. Vielleicht waren gerade sie es, die Fr. Blaß l auf
lj Blaß hat bekanntlich die Hypothese des Joh. Clericus »Lucarn bis sua edidisse« nicht nur bezüglich der Apostelgeschichte wieder erneuert, sondern auch auf das Lucasevangelium ausgedehnt. (Vgl. Theo]. Studien
§ 2. Harmonistik in Übergängen. 17
die Hypothese einer doppelten Bearbeitung des Lucasevangeliums geführt haben. Es ist in der Tat höchst eigentümlich, wie gerade die Perikopenanfange im dritten Evangelium beim Cantabrigiensis von unseren gewöhnlichen Texten abweichen. Aber die Hypo- these von Blaß scheitert, wie Nestle1 richtig bemerkt hat, schon daran, daß dieselbe Erscheinung auch in den anderen Evangelien nicht ganz fehlt. Mir scheint, daß demjenigen, der die obige Liste durchgearbeitet hat, nicht zweifelhaft sein wird, daß diese Perikopenanfange einer Evangelienharmonie entstammen, da sie fortwährend auf den Paralleltext Rücksicht nehmen. Namentlich die Übergänge Lc. 4, 33. 5, 27. 6, 1. 6, 6. 7, 1. 11, 14 sind m. E. von durchschlagender Bedeutung.
Es gibt aber noch eine Reihe von Übergängen im Bezatext des Lucasevangeliums, die wesentlich denselben Charakter auf- weisen, wie die eben erwähnten, ohne daß sie bisher zur Sprache gekommen wären. Ich zähle solcher Übergänge noch weitere neun.
Lc. 5, 17 <V3 xat sysvsxo sv y.ia rcov rjfisomv avxov öiöa- Qxovxog ovvsl&siv xovg (paoiGaiovg xai vofioötöaoxaZovg ?]Oav ös ovvsXrjlv&oxsg 1. Kat sysvsxo sv fica rcov rjfisocov xat avxog tjv öiöaoxcov, xat r\öav xa&rjftsvoi, 4>aQiöaioi xat vokuodtdaoxa2.ot oi rjöav slrjlv&oxsg.
Lc. 7, 11 cx3 xai X7] sgrjg (d: et alia die) sjioqsvsto stg JtoXiv 1. Kat sysvsxo sv reo st-r]g sjioqsv&t) stg jtoltv.
Lc. 7, 18 cv3 ev otg xat [isyot icoavov xov ßajtxtöxov og xat JtQoöxalsöansvog 1. Kai ajzt/yystlav hoavst ot [ta&tjxat av- xov jzsql jtavxcav xovxcov. xat jroooxalsöafisvog.
und Kritiken 1S94, 8(3 — 119; Acta Apostolorurn sive Lucae ad Theophilum über alter ed. maior 1S95; Acta Apostolorurn ed. minor 189G; Neue kirch- liche Zeitschrift 1895, 72011'; Hermathcna, Dublin, IX [1894— 96J, 121—143. 291 — 313; Evangelium seeundnm Lucam sive Lucae ad Theophilum über prior 1897; Theologische Studien und Kritiken 1900). In der Apostel- geschichte enthalte der Dtext die ursprüngliche Gestalt (die Kladde , der gewöhnliche Text stelle die spätere, verbesserte Form dar. Umgekehrt enthalte im Evangelium der Dtext die spätere Correctur, der gewöhnliche Text biete hier die ursprüngliche Form. F. Graefe stimmt nicht nur der Annahme einer doppelten Recension auch für das Evangelium zu, sondern erkennt auch beim Evangelium dem Westliehen Text die Priorität zu. (Theologische Stadien und Kritiken, 1S9S, 110— 140: Der Codex Besäe und das Lucasevangelium, besonders S. 123).
1) Einführung 2 179. s236. Vgl oben S. 5. Texte und Untersuchungen etc. 36,1a. •_>
lg H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Lc. 9, 37 ^> eyevero öe öia r?]q ?][tegaq xareX&ovra avrov ajto rov ogovq övveX&eiv avrco ojXov jtoXvv 1. Eyevero öe rr\ e£?]q ?]{iega xareXfrovrcov avrcov ano rov ogovq övvrjVTrjöep avrco oyXoq jtoXvq.
Lc. 10, 1 cv> ajteöei^ev ös xai eregovq oß xai 1. Mera öe ravra aveöei^ev o xvgioq eßöofly/xovra, xai.
Lc. 10, 25 <^ aveöri] öe riq vofiixoq exjtiga^cov avrov xai Xeycov n Jtou]öaq 1. Kai iöov vofiixoq riq aveöri] exjteiga^ojv avrov Xeycov öiöaoxaXe ri jioujöaq.
Lc. 11, 37 cv> ede?]&r] öe avrov riq cpagiöaioq iva agiörrjörj fier avrov eiöeX&oiv öe avejieöev o öe (pagiöaioq ?]g^aro öia- xgeivofievoq ev eavrco Xeyeiv öia ri ov 1. Ev öe roj XaXi]öai egoira avrov <Pagiöaioq ojtcoq agiörrjörj Jiag avrco' eiöeX&cov öe avejieöev. o öe <Pagiöaioq löcov efravfiaöev ori ov.
Lc. 12, 1 cv> jzoXXcov öe oyXoDv övvjxegieyovroDV xvxXoi coöre aXX?]Xovq öWJiviyeiv ijg^aro Xeyeiv Jtgoq rovq fta&?/raq Jtgcorov
I. Ev oiq exiöwayüeiöcov rcov uvgiaöojv rov oyXov, coore xara- jtareiv aXXrjXovq, rjgt-aro Xeyeiv Jtgoq rovq [ia&tjraq avrov jtgcorov.
Lc. 24, 13 cv> ?jöav öe ovo jtogevoftevoi e£ avrco v ev avrrj rr\ rjfiega eiq 1. Kai iöov ovo e£ avroov ev avr?] rrj 7/f/ega tjöav jtogevofievoi eiq.
Unter diesen Stellen liegt zu Lc. 5, 17. 7, 11. 7, 18. 10, 1.
II, 37. 12, 1 und 24, 13 kein Paralleltext vor; sie scheiden also in unserer Frage aus. Es bleiben übrig die beiden Übergänge Lc. 9, 37 und 10, 25. Und da ist es von höchster Bedeutung, zeigen zu können, daß im ersten Fall sicher, im zweiten Fall möglicherweise die Parallele eingewirkt hat.
Schon oben wurde darauf hingewiesen, daß der Bezatext in Lc. 9, 37 öia rrjq ?]ftegaq statt rrj e^r/q r^iega liest. Niemand wird bestreiten, daß diese Änderung vorgenommen ward, um Lc. in Einklang zu bringen mit Mt. 17, 14 und Mc. 9, 14. Diese beiden Evangelien setzen nämlich die Heilung des epileptischen Knaben auf denselben Tag an, wie die Verklärung Jesu auf dem Berge. Daß D an unserer Stelle (Lc. 9, 37) statt des Plural xareXfrovroov avrcov den Singular xareX&ovra avrov bietet, würde weiter nicht auffallen, wenn nicht in den Paralleltexten sich der nämliche Vorgang wiederholte. Nach Nestle lautet Mt. 17, 14: Kai eX&ovrcov Jtgoq rov oyXov jtgoör/Xd-ev avrco,
§ 2. Harmonistik in Übergängen. 19
dafür liest D: xai eX&cov Jioog xov oylov JiooOtjX&ev avrco. Nach Nestle lautet Mc. 9, 14: Kai eXfrovreg jiqog rovg [taftt/rag eiöov, statt dessen liest D: xai eX&tav JtQog rovg fiafr/jrag eiöev. Ganz offenbar hat beim Entstehen des eigentümlichen Überganges Lc. 9, 37 die Harmonistik ihre Hand im Spiel gehabt.
Nicht so klar liegt die Sache bei dem anderen Übergang Lc. 10, 25. Aber die Stellung der Worte aveörr] de rig vofiixog statt voyixog zig aveörr/ erinnert an Mc. 12, 28: JzooöeX&mv eig rcov yoafifiarecov. Außerdem tilgt D die Anrede öiöaöxaXe, die auch in Mc. 12, 28 — nach dem Text Nestles — fehlen muß. Es darf nicht viel Wert darauf gelegt werden, weil gerade D in Mc. 12, 28 das öiöaöxaXe hinzufügt; die Vermutung ist indessen nicht abzuweisen, daß auch hier die Parallele nicht ganz unbe- teiligt war.
Pflichtet man dieser Meinung bei, so wären sämtliche der eigentümlichen Übergänge des Lukastextes in D, für die überhaupt eine Parallele in den anderen Evangelien vorliegt, von dieser beeinflußt. Lehnt man die letztere Vermutung ab, so wäre Lc. 10, 25 eben die einzige Ausnahme. Den Tatbestand wird man aber immer befriedigend nur durch die Annahme erklären können, daß alle diese Lucasübergänge einer Evangelienharmonie ent- stammen, die mit dem Wortlaut des hl. Textes noch etwas freier schaltete und stets auf die Parallelen Rücksicht nahm. Geradezu mosaikartig sind die beiden Stellen Lc. 6, 1 und 6, 6 zusammengesetzt.
Vorhin wurde erwähnt, daß diese Art von Übergängen auch bei den anderen beiden Synoptikern nicht fehlt, wenngleich die Erscheinung im Lucasevangelium besonders charakteristisch her- vortritt. Aus Mt. kämen hier zwei Stellen in Betracht:
Mt. 17, 24 cv3 xcu eX&ovrcov avrcov Big xacpaovaovfi 1. EX- fyovrcov de avrcov eig Ka(paovaovu and
Mt. 20, 17 ~ xai avaßaivcov o ujg 1. MeXXcov öt apaßai- veiv Itjöovg.
Beide Stellen sind, wie schon oben angeführt, durch Parallelen beeinflußt. Aus Mc. wären weitere sechs zu nennen:
Mc. 1, 29 c^ E$eXftcov öe ex t//c owaycoyt/g f/X&ev 1. Kai evfrvg ex t//c ovvaycoytjg e^eXfrorrt^ rjX&ov.
Mc. 2, 15 <^> xai eyerero xaraxetuercov avrcov 1. Kai yivexai xaraxeiöfrai avrov.
2*
20 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mc. 4, 1 ~ xai ?]Q^aro jtaXiv öiöaöxsiv Jtgog t?/v &aXaö- Oav xai övvrixd-ij 1. Kai JtaXiv ?]o£aro öidaöxeiv Jictga xr\v &aXaööav. xai övvayerai.
Mc. 6, 7 <^ xai jrQooxaXsoa^evog rovg . iß . {la&tjrag ajte- öreiXev avrovg ava ß öovq avxoig e£ovoiav 1. Kai jtooöxa- Xeixai rovg öcoöexa xai ?]Q^aro avrovg ajzooxeXXsiv ovo ovo, xai söiöov avxoig et-ovöiav.
Mc. 7, 24 cv3 xai avaoxag exei&sv 1. Exei&sv de avaöxag
Mc. 14, 17 cvj otpiag de yevofisv/]g 1. Kai oipiag yevofisv?]g.
Auch diese sechs Stellen sind, wie die Liste nachweist, sämt- lich von den Parallelen beeinflußt.
Nun sehen wir noch nach, wie sich diese acht Übergänge zu den Lucasübergängen des Bezatextes verhalten. Schwierig würde die Sache, wenn sie miteinander concurrierten, d. h. einem charakteristischen Matthäus- oder Marcusübergang ein charakteri- stischer Lucasübergang gegenüberstände. Das ist aber nicht der Fall. Gehen wir die einzelnen Stellen durch. Mt. 17, 24 ist ohne Parallele bei Lc. — Der Paralleltext zu Mt. 20, 17 (nämlich Lc. 18, 31) stimmt in D mit dem Nestleschen Text überein, nur hat er statt jtgog avrovg das Wort avxoig. Dies ist aber aus Mt. 20, 17 entlehnt. — Zu Mc. 1, 29 bildet Lc. 4, 38 die Parallele; dort hat bei D der Übergang wesentlich dieselbe Form, wie bei Nestle, nur zeigen hier wieder die Varianten ?]X&ev statt uqi)X&zv, sowie die Hinzufügung von xai avögeov, daß auf Lc. der Marcus- text eingewirkt hat. — Mit Mc. 2, 15 läuft Lc. 5, 29 parallel. Im Lucastext von D erinnert avaxsifisvcov (statt xaxaxeifievoi) an Mc. 2, 15 {övvavzxuvxo). — Die erste Vershälfte von Mc. 4, 1 hat keine Parallele in Lc. — Der Übergang Mc. 6, 7 hat Lc. 9, 1 zur Parallele. D bietet die Stelle ebenso wie Nestle. — Mc. 7, 24 ist wieder ohne Parallele bei Lc, desgleichen Mc. 14. 17.
In keinem Fall steht also einem dieser charakteristischen Matthäus- bezw. Marcusübergänge einer der charakteristischen Lucasübergänge gegenüber. Vier Fälle scheiden aus, weil die Parallele im Lucasevangelium fehlt; in drei Fällen, wo eine solche vorhanden ist, fehlt nicht nur bei Lc. der charakteristische Über- gang, sondern es zeigt sich deutlich der Lucastext selbst an der betreifenden Stelle durch die Parallele beeinflußt; in dem übrig- bleibenden Fall stimmt D einfach mit dem gewöhnlichen Text überein.
§ 2. Harmonistik in Übergängen. 21
Man wird gestehen müssen, daß dieser Tatbestand unserer These äußerst günstig ist.
Ein Übergang, Lc. 8, 41, der allerdings nur wenig vom ge- wöhnlichen Text abweicht, ist bisher noch unerwähnt geblieben. Nestle liest den Vers: xai idov rjl&ev avt]Q oj ovofia Iaeigog xai ovrog agxcov rr\g övvaycoyrjg vjzr}Q%ev' xai Jteöcov jzaoa rovg Jtoöag liyöov jiaoexaXei avrov xte. Statt dessen lautet der Cantabrigiensis hier:
D xai sXfrcov avrjg ytjg jisöojv
ovrog aoycov rt\g övvaycoyt/g jteöcov vjio rovg Jtoöag rov irjv jcaosxaZei avrov
d Et veniens vir cui nomen iairus et hie prineeps synagogae cadens sub pedes ihu rogabat eum.
Zu dieser Stelle macht Scrivener, Bezae codex Cantabr. p. 435 sq. die Bemerkung: 1. 31 post av?]Q p. m. proculdnbio rrjg övvayco habebat (r v* yco vestigiis restant), oculo ad lineam sequentem vagante; y?]g jttöcov adhuc leguntur: post avtjQ H vel L correxit co ovofia a'iQog xai ad vers. Latin.
Es ist bedauerlich, daß wir nicht völlige Gewißheit haben, was die Vorlage von D an dieser Stelle enthalten hat; denn in Mc. 5, 22 läßt D den Namen Jairus wegfallen, der Mann wird nur als rig rcov aQiiövvayojycov bezeichnet, während Nestle dort Big xeov aQxiövvaycoycov ovofian Iaeioog liest. Auch in Mt. 9, 18 wird der Name nicht erwähnt; da aber für Lc. 8, 41 d in der Parallelzeile die Worte cui nomen iairus et bietet, so wird man wohl annehmen können, daß die Vorlage von D die erste Zeile las: xai eld-cov avtjQ co ovofia lasioog. Es bleiben aber immerhin noch einige Varianten gegenüber dem gewöhnlichen Text. 1) idov am Anfang des Verses fällt aus. Das ist eine Angleichung an Mc. 5, 22: Kai 8Q%erai eig [D: xig] xeov aQiiovvaycoycov ovofiari Iaeioog [D om ovofiari Iaeigog] xai ideov avrov [ D oni löcov av- xov] jiijixu [D: jiQoöejieöev] jzoog xovg jtoöag avrov. 2) Das eX&cov, welches D in Lc. 8, 41 statt tjXfrsv enthält, begegnet wieder in Mt. 9, 18, wo der Bezatext lautet: ravra error Xa- Xovvrog avroig löov aoycov eig eX&cov (d: ecce unus prineeps
22 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
veniens) jzgoöcxvvi xrX., während Nestle ediert: Tavra avrov XaXovvrog avroig idov agxcov [sie] TcgoöeX&mv Jtgoösxvvet xrX. Es sei aber darauf hingewiesen, daß Tischendorf eiöeX&cov in den Text aufnimmt, Westcott-Hort die Lesart an den Rand stellen. 3) Die Omission von vjzrjgxev xai ist eine Angleichung an Mt. 9, 18 und Mc. 5, 22.
Eine kurze Notiz über Lc. 22, 47 wird die Brücke zum folgenden Paragraphen darstellen. Dort fügt D ein ös, d ein autem hinzu, so daß die Stelle dort lautet: en ös avrov XaXovv- rog. Nun schlagen wir die Parallele Mt. 26, 47 nach. Nestle liest dort: Kai sri avrov XaXovvrog, aber D statt dessen: sri ös avrov XaXovvrog, also genau so wie in seinem Lucastext, d liest in beiden Fällen: adhuc autem eo loquente.
§ 3. Parallele Varianten.
Der Beweis, daß der Bezatext durch eine Evangelienharmonie beeinflußt worden ist, wird noch viel eindrucksvoller durch die Beobachtung, daß an vielen Stellen Lesarten eines der vier Evan- gelien, die offenbar nicht in den Text hineingehören, an einer Parallelstelle im Cantabrigiensis, wo sie ebenso wenig Existenz- berechtigung haben, wieder auftauchen. Im folgenden sind diese Stellen in der Weise zusammengestellt, daß hinter die Stellen- angabe der beiden Parallelen zunächst der Nestlesche Text ein- geklammert wird, dann die beiden Lesarten des Bezatextes für diese Stellen, wobei das gemeinsam vom richtigen Text Ab- weichende — die parallele Variante — durch Sperrdruck hervor- gehoben wird. Für die Vollständigkeit dieser Liste kann ich keine Gewähr übernehmen,, hoffe aber, daß nichts Wichtiges über- sehen worden ist und daß das hier gebotene Material zum Beweis der These vollauf genügen wird.
1. Mt. 3,' 6 und Mc. 1, 5 (Iogöavrj noraum). D in beiden Fällen: iogöavrj, om jtorafioj.
2. Mt. 3, 11 (o ös outtom fiov eoxofievog Löxvooregog fiov £ör^)und Lc. 3, 16 (egxeraL ös o löxvooreoog [iov). d (D vacat) in Mt. 3, 11: qui autem venit fortior me est (om oJtiöco fiov). D in Lc. 3, 16: o ös egxofievog töxygoregog fiov eört. Der
§ 3. Parallele Varianten. 23
Wortlaut des Textes in Lc. stimmt also ganz mit jenem überein, welchen der Lateiner in Mt. voraussetzt. In beiden Fällen om
OJZtOOJ [10V.
3. Mt. 3, 16 und Lc. 3, 22 (ejt avxov). D in beiden Fällen: etg avxov. Das etg ist aus Mc. 1, 10 genommen.
4. Mt. 4, 4 (avfrgowiog all ejtt Jtavxt grj^taxt exjiogevopevoi öta oxoftaxog &eov) * und Lc. 4, 4 (avfrgmjzog om cet.). D in Mt. 4, 4: avdgoyjiog all ev jtavrc gr]kuaxt #{3; D in Lc. 4, 4: av&gcojtog all ev jzavxi grjfiaxt &v.
5. Mt. 5, 11 (oxav ovetötowotv v\uag xat Stm^cootv) und Lc. 6, 22 (oxav a(pogtOmOtv vkuag xat ovetötomotv xat exßaloiötv xo ovofia vficov). D in Mt. 5, 11: oxav dta>$ovötv vfiag xat ovtötOovötv; D in Lc. 6, 22: oxav acpoQtöcoötv xat exßalmotv xat ovtötocootv xo ovofta v{uo3. Das ovtötoovotv bzw. ovtötoo- ötv ist in beiden Fällen das letzte Glied.
6. Mt. 9, 4 (etJtev tva xt) und Lc. 5, 22 (etJtev Jtgog avxovg xt). D in Mt. 9, 4: etJtev avxotg tva xt. D in Lc. 5, 22: leyet avxotg xt. Das leyet avxotg in Lc. 5, 22 stammt aus Mc. 2, 8; sonderbarerweise liest D dort etjiev avxotg (d: dixit illis)2.
7. Mt. 9, 6 (eyetge agov oov xtjv xltvr\v xat vuaye etg xov otxov Oov), Lc. 5, 24 (eyetge xat agag xo xltvtötov oov itogevov etg xov otxov oov) und Joh. 5, 8 (eyetge agov xov xgaßaxxov Oov xat jtegtJtaxet). D in Mt. 9, 6: eyetge xat agov oov x?]v xletvrjv xat vjtaye etg xov otxov oov. D in Lc 5, 24: eyetge xat agov xov xgaßaxxov oov xat Jtogevov etg xov otxov Oov. D in Job. 5, 8: eyetge xat agov xov xgaßaxxov oov xat jtegt- jtaxet. Die allen drei Evangelien gemeinsamen Worte xat agov haben ihre Heimat in Mc. 2, 9 3. Die Stelle wird von Nestle gelesen: eyetge xat agov xov xgaßaxxov Oov xat Jtegtjtaxet. statt dessen liest D: eyetge agov (om xat, aber d: surge et tolle) xov xgaßaxxov oov xat vjtaye etg xov otxov Oov. In Mc. 2, 11 liest D, wie Nestle: eyetge agov, aber auch hier wieder bietet d: sarge et tolle. Im Bezatext des Lc. 5, 24 ist nicht nur das xat agov aus Mc. 2, 9 übernommen, sondern auch die Worte xov XQaßccz- xov oov xat] bei Mc. 2, 9 sind die Worte vjtaye etg xov otxov oov aus Mt. 9, 6 entlehnt.
1) B. Weiß ediert Mt. 4, 4: €V statt c-.i,.
2) Westoott-Hort edieren Mc. 2, 8: leyei [avxotg].
3) Westcott-Hort: Eyeipov [xai] agov.
24 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
8. Mt, 9, 15 {jtevd-eiv) und Lc. 5, 34 [pioir\6ai vrjöxevöai) K D in beiden Fällen: vtjötsvsiv.
9. Mt, 9, 16 und Mc. 2, 21 (gaxovg). D in beiden Fällen: gaxxovg.
10. Mt. 10, 10 {a^iog yag o) und Lc. 10, 7 (ebenso). D in Mt. 10, 10: a^iog yag eöxiv o (d: dignus est enim); D in Lc. 10, 7: a^iog yag o (aber d: dignus est enim).
11. Mt. 11, 16 (ßv xaig ayogaig) und Lc. 7, 32 (ev ayoga). D an beiden Stellen: ev xr\ ayoga. Man beobachte, wie die parallele Variante den Artikel aus Mt., den Numerus aus Lc. entlehnt.
12. Mt. 11, 21 (XogaCeiv ovai Ooi Br]&6a'Cöav) und Lc. 10, 13 (Xoga^eiV ovai öoi Brjfröaiöa). D in Mt, 11, 21: x0Qo^a^v (cho- rozain) xai ße&öaeiöa; D in Lc. 10, 13: xogo^alv (chorozain) xai ßeööaiöa.
13. Mt. 11, 23 (vipa)fr?]6r]; ewg aöov) und Lc. 10, 15 (vrpco- d-Tjör}; ecog xov aöov). D an beiden Stellen: vxpm&rjör] 97 ewg aöov.
14. Mt. 11, 26 und Lc. 10, 21 (ovxcog evöoxia eyevexo). D an beiden Stellen: ovxoog eyevexo evöoxia(Mt. 11,26: evöoxeia).
15. Mt. 12, 4, Mc. 2, 26 und Lc. 6, 4 (agxovg xr\g jvgo&e- öemq). D in allen Fällen: agrovg xrjg jigoo&eöeojg2.
16. Mt. 12, 15 (avxco jioXXoi xai) und Mc. 3, 7 (jzoXv ütXr\- &og ajto). D in Mt. 12, 15: avxw o%Xoi jioXXoi xai\ D in Mc. 3, 7: JtoXvg o%Xog ajto.
17. Mt. 12, 32 (og sav euirj) und Lc. 12, 10 {nag og egei). D in Mt. 12, 32: og av surr]; D in Lc. 12, 10: mag og av egei.
18. Mt. 12, 40 lautet bei Nestle: codJteg yag r\v Icovag ev xr\ xoiXia rov xrjxovg xgeig rjfiegag xai xgeig vvxxag, ovxoig eöxai o viog xov av&gwjzov ev xrj xagöia xrjg yrjg xgeig rjfiegag xai xgeig vvxxag. Dafür bietet D: wöjtegi yag iwvag (om rjv, aber d: erat) ev xrj xoiXia xov xrjxovg xgeig rjfiegag xai xgeig vvxxag ovxmg eöxe xai 0 viog xov av&gautov xxX. An der Parallelstelle Lc. 11, 29 findet sich in D hinter V. 30 der Znsatz: xai xa&oig lojvag ev xr\ xoiXia xov xrjxovg eyevexo xgig rjfiegag xai xgeig vvxxag ovxwg xai 0 viog xov avO-gmjtov ev xr\ yrj. Daß das Wörtchen xai vor o viog xov avfrgoijtov sich in diesem
1) Weiß: VTjozevEiv.
2) So allein D. Bei Mt. verzeichnet Tischendorf die Lesung des Cantabrigiensis nicht.
§ 3. Parallele Varianten. 25
Lucaszusatz findet, ist an sich weniger auffallend, da es eine An- gleichung an den unmittelbar vorhergehenden Satz: ovxcog töxac xac o vcog xov avdocojtov xr\ ysvea xavxrj darstellt; um so auffälliger aber muß es erscheinen, wenn wir auch im Matthäus- text diesem xac begegnen. Nun macht J. R. Harris, A study of Codex Bezae 188, darauf aufmerksam, daß nach Ciascas Ara- bischem Diatessaron auf Lc. 12, 30 (lies 11, 30) Mt. 12, 40 folgte. Dadurch wird sofort das xac im Dtext von Mt. 12, 40 verständ- lich. Auch das Fehlen des Wortes ?]v muß auffallen, da sich im Lucastext dafür das Wort eysvsxo findet. Es darf aber um so weniger Wert darauf gelegt werden, als d in Mt. 12, 40 das entsprechende erat bietet.
19. Mt. 12, 48 (f/ov xac ttveg) und Mc. 3, 33 (fiov xac oc aöeXtpoc). D in Mt. 12, 48: ftov q xcvsg; D in Mc. 3, 33: ftov H aösXcpoc.
20. Mt, 13, 2 und Mc. 4, 1 (scg JtXocov)K D in beiden Fällen merkwürdigerweise: ecg xo jiXocov, als wTenn es schon vorher genannt worden wäre. In Mt. 14, 22 und Mc. 6, 45 liest D mit Nestle: ecg xo jiXocov. Joh. 6, 17 ist die Parallele hierzu. Nestle ediert: ecg jiXocov, D liest auch hier ecg xo jiXocov.
21. Mt. 13, 6 und Mc. 4, 6 (exavfiaxcofr?] [aXXa])2. D in beiden Fällen: exavfiaxcöftrjöav.
22. Mt, 13, 6 und Mc. 4, 6 (e^rjQav&r]). D in beiden Fällen: e^rjQavfrrjöav.
23. Mt. 13, 10 (oc fia&rjxai) und Mc. 4, 10 (oc jtsqc avxov). D in Mt. 13, 10: oc fia&qxac, aber d: discipuli eius; D in Mc. 4, 10: oc {4a&?]xac avxov, d: discipuli eius. Das avxov stammt aus Lc. 8, 9, wo es sich auch in D findet. (Vgl. Parallele Va- riante Nr. 108).
24. Mt, 14, 8 (öog kuoc cpijoiv coöe enc jtcvaxc xrjv xecpaX)^-' und Mc. 6, 25 (r}xi]öaxo Xeyovöa' deXco cva e^avxtjg öcog jjoc SJtc jtcvaxc x?]v xecpaXr/v). D in Mt. 14, 8: ecjtt öog fioc coöe xecpaXrjv, D in Mc. 6, 25: ecnev öog kuoc ejrc Jtiraxc coöe xi]v xecpaXrjv.
25. Mt, 14,9 und Mc. 6, 26 (xac xovg). D in beiden Fällen: xac öca xovq.
1) Weiß ediert Mc. 4, 1: uq ro tt/.oiov.
2) Westcott-Hort lesen in Mc. 4, (i am Rande: exccvfiaTHtxhjoap.
26 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
26. Mt. 14, 34 (rjl&ov sju ttjv yrtv stg revvrjöaoer) und Mc. 6, 53 (em trjv yr\v r\l&ov eig revvrjöaQex). D in Mt. 14, 34: r\l&ov BJii ttjv yr\v siq ysvprjöag (d: venerunt in terra m gen- nasar); D in Mc. 6, 53: r\l$ov bjzl zr\v yr\v ysvvrjöaQ (d: per- venerunt in terram gennesar). Zu den Namensformen yevvr]- öag usw. vgl. Chase, Syro-Latin 105 f.
27. Mt. 15, 8 und Mc. 7, 6 (jtoqqco cutexei ajt e/uov). D in Mt. 15, 8: JtoQQm sonv cui Sfiov (d: longe est a me); D in Mc. 7, 6: jioqqco a(psör?]xev acp sfiov (aber d: longe est a me).
28. Mt. 15, 14 (oörjyrj) und Lc. 6, 39 (oörjysLv). D in Mt, 15, 14: oöayrj; D in Lc. 6, 39: oöayeiv1.
29. Mt. 5, 15 und Lc. 11, 33 (aU ejti). D an beiden Stellen: alla em. Auch in Lc. 8, 16 liest D alla eni\ daß auch diese Stelle zu Lc. 11, 33 in Beziehung steht, zeigt die Lesart cpcog anstatt cpsyyog in Lc. 11, 33; sie ist aus 8, 16 eingedrungen2.
30. Mt. 15, 27 und Mc. 7, 28 ($ixia>v). D in Mt, 15, 27: tyeiX<x>v, D in Mc. 7, 28: tyixwv. Auch in Lc. 16, 21 D add post ccjio 1°: rcov tyixcov3.
31. Mt. 15, 32 und Mc. 8, 2 (ox^ov ort). D in Mt. 15, 32: top ox^ov tovtov oxt\ D in Mc. 8, 2: tov ox^ov tovtov oti.
32. Mt. 15, 32 (rjfiegai Tßeiq jrooöfievovöiv [toi) und Mc. 8, 2
1) D schreibt auch Mt. 15, 14 oöayoi statt oöayoi. Für die Formen oöayrj und oöayeiv ist nach Tischendorf D der einzige Zeuge. Tischendorf verzeichnet bei Mt. 15, 14 die Form oöayoi nicht; anscheinend steht also auch dort D mit seiner Lesung allein. Vgl. dazu Westcott-Hort, The New Testament in the original Greek, Introd., London 1907, App. p. 158 f; Fr. Passow, Handwörterb. der griech. Sprache5, Leipzig 1852, 111,402; H. vanHewerden, Lexicon Graecum suppletorium et dialecticum, Lugd. Batav. 1902, 570.
2) Für Mt. 5, 15 bietet allein D alla; zu Lc 11, 33 lautet der Apparat Tischendorfs: all cum unc omnib (exe D) et minusc pler . . . ge (Wtst etc.) alla cum D al non ita mu; für Lc. 8, 16: all KABEGHKMSUVsil XTAAZIl etc. . . . DL 33. alla. Über Hiatus im Cantabrigiensis vgl. v. Soden, Die Schriften des NT 1308.
3) Mt. 15, 27 bietet allein D xpeixcov; für Mc. 7, 28 allein D yji%a)V) zu Lc. 16, 21 lautet Tischendorfs Apparat: g praem rcov xpixicov, Ln [r. ipi%.] cum tfcA (D) PXr/IAII unc9 (D r. yjixcov) al omnyid (sed 1. zcov ninx. ipiXiwv) a f g1 vg go syrutr copwi arm Ephr313 Chr1-875 (: : cf. Mt. 15, 27). — Die drei letzten Anmerkungen allein enthalten Proben einer Über- lieferung im Bezatexfc, vor deren Treue und Gewissenhaftigkeit man nicht genug erstaunen kann.
§ 3. Parallele Varianten. 27
(ebenso). D in Mi 15, 32: rjpegai . y . eiöiv xai jtgoöfievovöiv (aol. D in Mc. 8, 2: rjfiegai rgiq eiöiv cuio ütore wöe eiöiv.
33. Mt. 16, 5 (Kai eX&ovreq oi fia&r/rai eiq ro jtegav ejte- Xafrovro agrovq Xaßeiv) und Mc. 8, 14 (Kai ejteXafrovro Xaßeiv agrovq). D in Mt. 16, 5: xai eX&ovreq eiq ro Jtegav ejteXa- dovro oi fiadrjrai aorovq Xaßeiv; D in Mc. 8, 14: xai ene- Xa&ovro oi (xa&rjrai Xaßeiv aorovq.
34. Mt. 16, 13 (nva Xeyovöiv oi av&gatJioi eivai rov viov rov av&Qcojiov) und Mc. 8, 28 (nva f/e Xeyovöiv oi av&godjzoi eivai). D in Mt. 16, 13: nva fie oi avd-gwjzoi Xeyovöiv sivai viov rov avfrgojjiov. D in Mc. 8, 28: nva fie Xeyovöiv sivai oi av&gcojioi.
35. Mt. 16, 23 und Mc. 8, 33 (aXXa ra rcov av&gmjzoov). D in Mt. 16, 23: aXXa rov avdgwjcov (d: sed que hominis); D in Mc. 8, 33; aXXa roiv av&go?jza>v (d: sed quae sunt homi- num); in beiden Fällen om ra. Der Lateiner hat beidemale das aXXa in aXX* a aufgelöst.
36. Mt. 17, 1 (rov Ilergov xai Iaxo^ßov xai Icoavr\v rov aöeX<pov avrov xai avacpegei) l und Mc. 9, 2 (rov Ilergov xai rov laxojßov xai Iwavi]v xai avacpegei)2. D in Mt. 17, 1: rov jtergov xai rov laxojßov xai rov iwavvrjv rov aöeXcpov av- rov xai avayei\ D in Mc. 9, 2: rov Jtergov xai rov utxcoßov xai rov iwavvrjv xai avayei.
37. Mt. 17, 2 (Xevxa o?q ro cfcoq) und Mc. 9, 3 (önXßovra Xevxa Xiav). D in Mt. 17, 2: Xevxa coq yeioov (d: alba sicut nix), in Mc. 9, 3: önXßovra Xevxa Xia a>q %imv (d: Candida nimis).
38. Mt. 17, 14 (Kai eX&ovrcov) und Mc 9, 14 (Kai eX&ovreg). D in beiden Fällen: xai eXfrwv (vgl. La 9, 37 [nach Nestle xareXßovrcov] in D: xareX&ovra). Siehe oben S. 18 f.
39. Mt. 17, 21 (om vers.) und Mc. 9, 29 (ei fit] sv jrgoosvy/, . D in Mt. 17, 21 add: rovro öe ro yevoq ovx exjiogeverai et utt ev Jtgoöevy^ xai vrjöreia. [Die Worte rovro — jzgooevyt, rühren her aus Mc. 9, 29]. D in Mc. 9, 29: ei firj ev jcgoötry/j xai vrjöreia.
1) Westcott-Hort setzen Mt. 17, 1 vor Iaxwßov den Artikel xov an den Rand.
2) Tischendorf ediert Mo. 9, 2: xai zor hoamp'. Westcott-Hort setzen vor Icoartjy den 'Artikel rov an den Rand.
28 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
40. Mt, 17, 23 und Mc. 9, 31 (anoxzsvovöiv). D in beiden Fällen: ajtoxzsivovöiv; aber d in beiden Fällen: occident1.
41. Mt. 18, 6 und Mc. 9, 42 (jtsgi zov zgax?]Xov). D in beiden Fällen: süti xov xgayr\Xov.
42. Mt. 18, 15 und Lc. 17, 3 (a[iagxr][örj\ o aösXcpog öov). D in beiden Fällen: afiagz?]ör] sig ös o aösX<pog öov.
43. Mt. 19, 4 und Mc. 10, 6 (fifjkv). D in beiden Fällen: &7]Xvv 2.
44. Mt. 19, 8 (Xsysi avzoig' ozi Mwvörjg jcgog xr\v öxXrjgo- xagöiav vficov snsxgsipsv vjiiv aJtoXvöai) und Mc. 10, 5 (o ös IrjöovQ sutsv avzoig' Jigog zr\v öxXrjgoxagöiav vßcov sygaipsv vftiv). D in Mt. 19, 8: xai Xsysi avzoig ort Jtgog ztjv öxXzj- goxagöiav v[icov sjtsxgstpsv v[isiv ßco vor] g axoXvöaiT) in Mc. 10, 5: xai ajtoxgifrsig o irjg sutsv Jtgog ttjv öxXrjgo- xagdiav vficov sygaipsv ficovOTjq.
45. Mt. 19, 14 und Lc. 18, 16 (xwXvsxs). D in Mt. 19, 14: xmXva?]T£\ D in Lc. 18, 16: xcoXva^Tat3.
46. Mt. 19, 18 (o ös Irjöovg e<pr})* und Lc. 18, 20 (om). D in Mt. 19, 18: o ös irjg sijisv\ D in Lc. 18, 20: Eutsv ös o irjg.
47. Mt. 19, 21 (öog Jtzwxotg), Mc. 10, 21 (öog [zoig] jizw- Xoig)b und Lc. 18,22 (öiaöog Jtzwxoig). D in allen Fällen: öog tocg jzxmxotg.
48. Mt. 19, 24 (tvxojtcoxsgov söziv xafirjXov öia xgrjfiazog ga<piöog siösX&siv r\ jüXovöiov sig zr\v ßaöiXsiav xov ß-sov) 6 und Lc. 18, 25 (svxoncozsgov yag söziv xajirjXov öia xgrjfiaxog ßsXovrjg siösX&siv 7] jtXovöiov sig ttjv ßaöiXsiav xov &sov siö- sX&siv. D in Mt. 19, 24: svxoütcoxsgov söxiv xafir/Xov öia xgvjtrjfzaxog ga<piöog öisX&siv ?] jiXovöiov siösX&siv scg xr\v ßaöiXsiav xov &v\ D in Lc. 18, 25: svxojtcoxsgov yag
1) In beiden Fällen ist der griech. Cantabrigiensis der einzige Ver- treter der Lesart anoxxEivovöiv.
2) So allein D.
3) Tischendorf zu Mt. 19, 14: D 13. 69**. 124. xwXvojize (69*. -oete, 237. -rjzs); zu Lc. 18, 16: xojXvete: D xcoXvarjzai.
4) Tischendorf ediert Mt. 19, 18 e itcev statt E<pr\. Westcott-Hort setzen EiTtev an den Rand.
5) Westcott-Hort setzen das zoiq (Mc. 10, 21) in Klammern; Tischen- dorf nimmt es in den Text auf; Weiß läßt es fallen.
6) Weiß ediert Mt. 19, 24: SieXS-elv rj nXovaiov eioeXS-elv eiq xxX. Westcott-Hort setzen öieX&elv und eloeX&eiv an den Rand.
§ 3. Parallele Varianten.
29
eöxiv xa^rjXov öia xgr^iaxog ßeXov?]g öieX&eiv tj jtXovöiov eiöeXd eiv eig xr\v ßaöiXeiav xov &v.
49. Mt. 19, 29 (tj aöeXcpag tj jtaxega t] (irjxega r\ xexva) Mc. 10, 29 (rj aöeXcpag r\ firjxega r\ jtaxega rj xexva). D in beiden Fällen: rj aöeXcpag >/ [irjxega rj xexva] om r\ jtaxega.
50. Mt. 20, 21 (eig ex öe^imv xai eig sg eva)vvtucQV öov) und Mc. 10, 37 {eig öov ex öe$icQV xat eig eg agiöxegojv). D in beiden Fällen: eig ex öe^iov öov. xat eig fg evcovvfimv (d in Mc. 10, 37: unus ad dexteram tuam et unus ad sinisträ). Man beobachte, mit welcher Kunst die beiden Synoptiker in der pa- rallelen Variante miteinander verarbeitet sind.
51. Mt. 20, 22 (Xeyovoiv avxcd) und Mc. 10, 39 {einav avxco). D in Mt. 20, 22: Xeyovöiv; D in Mc. 10, 39: eutav. In beiden Fällen om avxa>.
52. Nach Mt. 20, 28 bietet D einen längeren Zusatz, der im wesentlichen aus Lc. 14, 8 — 10 genommen ist. Aber auch im Lucastext weicht D an dieser Stelle von Nestle in einer Weise ab, die eine sorgfältigere Vergleichung als wünschenswert er- scheinen läßt. Ich stelle zunächst die drei Texte nebeneinander.
Lc. 14, 8-10 D in Lc. 14, 8—10 D nach Mt. 20, 28
nach Nestle K soxav xlr]frr}g vjio oxav xXtj&rjg eig
xivog eig yafiovg, firj xaxaxXi- yafiov firj xaxaxXi- ihrjg eig xr\v &t]g eig xr\v
jtgcoxoxXiöiav , fitj JtgcoxoxXiöiav {irj
jtoxe evxei{uoxe- gog öov tjt-ei
jtagaxXrföevxeg öei-
jtvrjöai
fifj avaxXeiveö&ai
eig xovg
e$e%ovxag xojtovg fit/
jtoxe evöoZoxe-
gog öov ejteXfri/
Jtoxe evxifioxe-
gog öov ?j xexXtjfie-
vog vjt avxov,
dxai eXfrwv o öe xai xai eXfrcov o öe xai xai jtgoöeXfrcov o
avxov xaXeöag avxov xaXeoag öeutvoxX)}xoog
egei öor öog xovxco egei öoi öog xovxco euer} öoi exi xaxoo
xojiov, xai xojtov xai x^V81 xr!
xoxe ag^t] [/exa ai- xoxe eotj fiera ai- xicTiucr/vvihtjo/j
ÖXVPTJC
eöxaxov xojxov xax-
exeiv aXX Eav öe
öxvv/jg xov
eöxaxov xojtov xax-
exeiv. i0aXX
1) Genau so edieren Westcott-Hort, Tischendorf und Weiß.
30 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Lc. 14, 8—10 D in Lc. 14, 8—10 D nach Mt, 20, 28
oxav %Z?]&7]q JtoQSV- oxav xXrjd-rjg eig avajtsör/gsigxov r\x-
&sig avajzeös xov eöxaxov xova xojtov
eig xov eö%axov xo- xojiov avajisiJtxe xai ejzslfr?] öov r\x-
jiov, iva oxav iva oxav xcov
elft?] o xexZ?]xa>g ös sZO-7] o xtxlrjxmg os
£Q8l 601' SIJZ7] 601 £Q£l OOC
piks, jzQOöavaßrfti cpiZs Jiooöavaßrj&i o 6eiJtvoxh]XODQ'
avcoxEQov avwxeoov övvays exi ava)
xoxe eöxai ooi öo^a xai roxs eöxai öoi xai eöxai cot xovxo
evcojtiov öoga evcojtiov
jtavxcov xmv övva- xodv övvavaxeiy.£- xqi]6iiiov.
vaxsißevcov öot. vcov
So sehr die beiden D texte nun auch von einander abweichen, so haben sie doch im Vergleich zum Nestleschen Lucastext be- merkenswerte Ähnlichkeiten. Zunächst lassen beide das vjio xivog in V. 8 ausfallen. Dann wird von D das 7/ xsxXrj/uevog vji avxov des Nestleschen Textes in Lc. ersetzt durch r/t-si, im Matthäuszusatz durch ejieZ&?]. Endlich beginnen beide den Schlußsatz mit vorgestelltem xai. Im Nestleschen Text heißt es sowohl V. 9 wie V. 10: eqsi. D liest in Lc. 14, 9: egei, in 14, 10: eijtrj. Umgekehrt bietet D im Matthäuszusatz zunächst euirj, dann egsi. Zum Dtext in Mt. 20, 28 vgl. E. Nestle, Ein- führung2 214 ff. 3236ff; F. H. Chase, Syro-Latin 9ff; Westcott- Hort, The New Testament in Greek, Notes on select Readings II 15, Supplementary Notes [Burkitt] p. 143.
53. Mt. 21, 3, Mc. 11, 3 und Lc. 19, 31 {xai eav xig). D in allen Fällen: xai av xig1.
54. Mt. 21, 9 (eoöavva bis), Mc. 11, 10 und Joh. 12, 13 {coöavva). D in Mt. 21, 9 und Joh. 12, 13: o 60 ava (d: ossana), in Mc. 11, 10: oööavva (d: ossanna) 2.
55. Mt. 21, 19 und Mc. 11, 14 (ex öov). D in beiden Fällen: egot> (d in beiden Fällen ex te). Bei Mc. 11, 14 finden sich
1) An sämtlichen Stellen ist D der einzige Zeuge für die Lesart av.
2) Für die Schreibweise oaaava — das zweite v in Mc. 11, 10 ist spätere Correctur — ist D wieder der einzige Zeuge. Nur Cod. L, der so manche Eigentümlichkeiten mit D teilt, bietet überall die ähnliche Lesung: woava.
§ 3. Parallele Varianten. 31
in der Handschrift über e§ov die beiden Buchstaben x und o. In Mt. 21, 19 trennt die Ausgabe Scriveners: fg ovl.
56. Mt. 21, 22 {ntorevovreg Xi/fitpeofre) und Mc. 11, 24 (jt*- örevovreg ort eXaßere). D in Mt. 21, 22: mörevovreg X/j[i- ipsöd-at (d: credentes accipietis); D in Mc. 11, 24: Jttöreverai ort XtKxipeöd-ai (d: credite qui accipietis).
57. Mt. 21, 24 {Xoyov eva) und Lc. 20, 3 Wo/oi> om sva). D an beiden Stellen: eva Xoyov. Die Lesart stammt aus Mc. 11, 29; dort liest D mit Nestle: eva Xoyov.
58. Mt. 21, 24 und Lc. 20, 3 (eocorrjöco). D an beiden Stellen: ejceocortjöco. Die Lesart stammt aus Mc. 11, 29; dort liest D wie Nestle: ejpeQOjrt/öco.
59. Mt. 21, 33, Mc. 12, 1 und Lc. 20, 9 (e&dero). D in allen Fällen: e^eöoro.
60. Mt. 22, 25 (>/6av de jrctQ yfuv ejtra aöeXcpot) und Lc. 20, 29 (ejtra ovv aöeXyoi ?/Oav). D an beiden Stellen: r/öav jtag ?j[ieiv ejtra aöeXyoi. Im Lucastext von D ist nicht nur ovv ausgefallen, wie im Matthäustext de, sondern auch die Stellung der Worte ist aus Mt. übernommen. Mc. 12, 20 wird von Nestle ediert: ejtra aöeXcpoi ?]öav. D gibt die Stelle wieder: ?/oav ovv jzao rjfiEiv £ aöeXcpoi.
61. Mt. 22, 32, Mc. 12, 26 und Lc. 20, 37 (Ioaax). D in allen Fällen: töax.
62. Mt. 22, 35 (xai ejtt/Qcort/öev eig fg avrcov vofiixog jtei- oaCcov avrov' öiöaöxaXe) und Mc. 12, 28 (ejtt/Qcortjöev avrov' jtoia). D in Mt. 22, 35: xat ejitjocortjöev eig e$, avrcov vofiixog jzeioaCcov (d: temptans) avrov xai Xeycov öiöaöxaXe noia. D in Mc. 12, 28: ejitjocort/öev avrov Xeycov öiöaöxaXe jtoia. Das an beiden Stellen addierte Xeycov stammt aus Lc. 10, 25. wo Nestle liest: exjteioaCcov avrov Xeycov' öiöaöxaXe xrX. Lc. 10. 25 liest der Bezatext: exjiioaCcov (d: temptans) avrov xat Xeycov ri jioitjöag xrX. Im Lucastext des Cantabrigiensis erscheint also neben dem temptans auch wieder das xai, das wir im Dtext für Mt. 22, 35 finden; es fehlt in ihm das Wort öiöaöxaXe.
1) Dieses doppelte e^ov ist offenbar ein Schreibfehler — oder viel- mehr ein Hörfehler — des Diatessarons. Tischendoit's Apparat zu Mt. 21, 19 lautet: ex oov: D al e£ov (of. ad 2, 6). Wichtigel als die Ver- weisung auf Mt. 2, 6 wäre der Hinweis auf die Parallele Mc 11. l; wesen. Dort nennt T. als Zeugen für e^ov außer D* noch den Cod, I .
32 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
63. Mt. 22, 39 (öevxeoa otuoia avxrj) und Mc. 12, 31 (öev- xeoa avxij). D in beiden Fällen: öevxega de ofioia xavxrj.
64. Mt. 23, 37 und Lc. 13, 34 {ajteoxaX^evovg jiqoc avxi)v). D in Mt. 23, 37: ctJceöxaXfievovg jtgog oe; D in Lc. 13, 34: ctjie- oxaXtievovg jiqoc, avxfj, aber d: niissos ad te.
65. Mt. 23, 38 und Lc. 13, 35 (o oixog vtiojv) K D in beiden Fällen: o otxog vjicov eoijfiog.
66. Mt. 24, 2 (ov ßlejtexe xavxa jtavxd) und Lc. 21, 6 (xavxa a ftecooecxe). D in Mt. 24, 2: ßXejtexe jtavxa xavxa, om ov; D in Lc. 21, 6: xavxa freatgeixe, oni a. Durch die beiden Omissionen wird der Satz jedesmal zu einer Aufforderung an die Jünger: »Seht euch diese Dinge an«, während nach Nestles Texten die Jünger von Jesus gemahnt werden, nicht danach zu schauen. Da der Nachsatz seine Fassung behält, ist der Sinn der Worte durch diese Änderung allerdings nicht wesentlich verändert, sondern nur die Bedeutung dieser Worte leicht nu- anciert.
67. Mt. 24, 2 (afirjv Xeyoj vfiiv, ov fir/ acpefrrj ojöe) und Mc. 13, 2 (pixoöofiag; ov fi?f) D in Mt. 24, 2; afirjv Xeyat vixeiv ort ov kut] acpe&i] möe. D in Mc. 13, 2: oixoöofiag a[i?]v Xeym vfisiv ort, ov [ir] acped-)] coöe. Addiert ist an beiden Stellen ein ort, beim Marcustext in D weist die Einleitungsformel a(utjv Xeyco vfiELV, wie das hinzugefügte coöe auf die Beeinflussung durch Mt. hin.
68. Mt. 24, 19, Mc. 13, 17 und Lc. 21, 23 (&t]Xa^ovoaig). D in allen drei Stellen: &r]Xa£o[iepcug; d in Mt. 24, 19: lactan- tibus; in Mc. 13, 17: nutrientibus; in Lc. 21, 23 (nach vae prae- gnantibus) et quae lactant2.
69. Mt. 24, 21 (ovo ov ixi) yevr/xat) und Mc. 13, 19 (xai ov [17] yevijxai). D in Mt. 24, 21: ovöe (itj yevoixo (d: nee fiet); D in Mc. 13, 19: ovöe (iq yevowxai (d: neque erunt post haec).
1) Tischendorf nimmt Mt. 23, 38 nach v/hcjv ein £Qri(jLoq in den Text auf; Westcott-Hort lesen so am Rande.
2) Tischendorfs Apparat zu Mt. 24, 19 lautet: D ^Xagofzevaig (sed d lactantibus). Or int 3>862 Si autem, sicut in multis exemplarib. scriptum est: vae sugentibus, dicendum est quoniam animae sunt quae lactantur adhuc. Zu Mc. 13, 17 lautet der Apparat: D 28. &rj).at,o/nEvaig. Latini: nutrientibus c ff2 (g1-2- vid) q vg, lactantibus a 1 n, quae lactant k. In Lc. 21, 23 liest, wie auch in Mt. 24, 19 allein D: 9-rj?.aL,ot*£vaig.
§ 3. Parallele Varianten. 33
70. Mt. 24, 30 (ßeTa övva^teoog xat öo$i)g jioÄhjc) und Lc. 21, 27 (ebenso). D in Mt. 24, 30: fisxa övvafteo^g jrolXt/g xat o°ü§//s; in Lc 21, 27: xat övvaftst Jto'/.Xti xat öo$n. Die Abänderung ist erfolgt nach Mc. 13, 26, wo D mit Nestle liest: (iexa öwafiteog jtoXhjg xai dofyjg.
71. Mt. 24, 32, Mc. 13, 28 und Lc. 21, 30 (ytveooxexe). D in allen Fällen: yetvcoöxsxat.
72. Mt. 24, 41 (om) und Lc. 17, 34 (o eig naget fajfMp&tjötrcu xat o exegog aepedi]Gexea). D in Mt. 24, 41: eig jtaQa/.au- ßavexai xat eig aepiexat\ D in Lc. 17, 34: eig JiagaXaii- ßavexe xat o sxegog acpiexect.
73. Mt. 24, 45 {xov öovvat) und Lc. 12, 42 (xov öiöovat). D in Mt. 24, 45: öovvac, D in Lc. 12, 42: ötöovat, in beiden Fällen om xov.
74. Mt. 24, 51 {xat xo kuegog avxov fiexa xeov vjioxgtxeov d-tjösi) und Lc. 12, 46 (xai xo ptegog avxov kuexa xoiv ajttöxeov d/jöet). D in Mt. 24, 51: xat xo fiegog avxov &?/öet fiexa xeov vjioxgtxa>v\ D in Lc. 12, 46: xai xo y.egog ccvxov ftt/oet (isxa xeov ajttöxeov.
75. Mt. 25, 27 (xa etgyvgia tuov) und Lc. 19, 23 (tuov xo agyvgtov). D in beiden Fällen: xo agyvgtov {tov. Die pa- rallele Variante nimmt die Stellung aus Mt., den Numerus aus Lc.
76. Mt. 26, 9 (öodrjvat jtreoyotg) und Joh. 12, 5 (eöofrrj jtxeoyotg). D in Mt. 26, 9: öo&/]vat xotg jzxeoyotg; D in Job. 12, 5: söoOfj xotg Jtxeo/otg. Der Artikel rührt her aus Mc. 14, 5. Dort liest D mit Nestle: do&t/veu xotg jzxeö%otg.
11. Mt. 26, 13 und Mc. 14, 9 (ojüov eav x/jQvyft)/). D an beiden Stellen: ojiov av xt/gvyjhj.
78. Mt. 26, 14 (Ioxagteox?jg) und Mc. 14, 10 {Iöxagieofr). D in beiden Fällen: öxagiatxtjg. Zum Namen des Verräters Tgl. Chase, Syro-Latin 102 ff.
79. Mt. 26, 23 (ev xeo xgvßheo) und Mc. 14, 20 >*§ xo TQvß/lXov). D an beiden Stellen: biq xo xgvßaXtov (d an
beiden Stellen nicht das dem griech. rragoij'ig entsprechende paropside, sondern parapside).
80. Mt. 26, 36 und Mc. 14, 32 (H i>oflut:nt\ D in Mt. 26, 36: ye&öapapsr, D in Mc II, 32: y/jücuci'n. d in Mt. 26, 36: getsauiani. in Mc. 14, 32: gesa mani.
Texte und Untersuchungen etc. 36.1a. 3
34 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
81. Mt. 26, 41 (ygrjyogetxe xai jigoöevxsö&e, iva firj eiöel- d?]T£ eig jreigaöfiov), Mc. 14, 38 {ygrjyogetxe xat Jtgoöevxeöfre, iva fir] eX&rjxe eig jtetgaöfiov) und Lc. 22, 40 (jtgoöevxeöfre fi?] eiöeX&etv eig jtetgaöfiov). D in Mt. 26, 41: ygr/yo getreu xai jrgoö£VX£6&at iva {ir\ etöeXdr\xe eig Jietgaöfiov (d: vigilate et orate ut non intretis in temptatione); D in Mc. 14, 38: ygrjyo- getxe xai jrgoöevxzö&cu (M] etöel&rjxe eig jtetgaöfiov (d: vigi- late et orate ne intretis in temptationem); D in Lc. 22, 40: jzgoöevxsö&ai firj eiöeldrjxe eig jceigaöfiov (d: orate ne in- tretis in temptationem). Da das Jtgoöevxeö&at sich nicht nur in Lc, sondern auch in Mc. und Mt. — dort neben ygjjyogetxat, offenbar einem Imperativ — sich findet, so darf es nicht als Infinitiv aufgefaßt werden. Nestle, Novi testamenti graeci sup- plementum, Lipsiae 1896, 41 hat hinter die Form ein (in f.?) ein- geklammert. Auch der Lateiner (orate) faßt es als Imperativ.
82. Mt. 26, 47 (Kai ext avrov lalovvxog) und Lc. 22, 47 (Ext avxov lalovvxog). D in beiden Fällen: ext de avxov lalovvxog. Vgl. oben S. 22. In Mc. 14, 43 liest Nestle: xai ev&vg ext avxov lalovvxog. Dort laufet D: xai ext avxov lalovvxog.
83. Mt. 26, 57 (Katayav) und Joh. 18, 13 (Kcuaya). D in Mt. 26, 57: xaeupav (d: caiphan); D in Joh. 18, 13: xa'icpa (d vacat).
84. Mt. 26, 59 (pjzcog avxov $avaxw6cQ6iv [Tischendorf: ■O-avaxcoöovotv]) und Mc. 14, 55 (etg xo &avaxwöat avxov). D in Mt. 26, 59: oncog avxov &avaxwöovötv, aber d ^> quatenus mortificarent eum; D in Mc. 14, 55: iva ftavaxcoöovöiv av- xov, d: ut morti traderent eum.
85. Mt. 26, 75 (eig?jxoxog oxt Jigtv) und Lc. 22, 61 (avxa? oxt Jigtv). D in Mt. 26, 75: eigijxoxog jcgtv, D in Lc. 22, 61: avxoi jigiv. In beiden Fällen Dom oxt.
86. Mt. 27, 1 (övfißovltov elaßov) und Mc. 15, 1 (övfißov- liov exotf/aöavxeg). D in beiden Fällen: öwßovliov ejiotrjöav. Auch in Mc. 3, 6 heißt es in D statt öv^ßovltov eöiöovv. öw- ßovliov Jtoiovvxeg \
1) Zu Mt. 27, 1 und Mc. 15, 1 verzeichnet Tischendorf die Lesart avvßovliov nicht, auch nicht im Nachtrag. Die Lesart enoitjoav vertreten in Mt, 27, 1: Dacf (fecerunt); in Mc. 15, 1: D al5 a c tf2k q sah syrutr aeth Or4»387.
§ 3. Parallele Varianten. 35
87. Mt. 27, 15 {Kara ös soqttjv) und Mc. 15, 6 (ebenso). D in beiden Stellen: xara ös rr\v soqttjv.
88. Mt. 27, 23 (sxoa^ov) und Lc. 23, 21 (sjtscpojvovv ls- yovrsq). D in Mt. 27, 23: sxoa§av (d: clamabant). D in Lc. 23, 21: sxga^av (d: clamaverunt). Nach Nestles Text wäre sxga^av aus Mc. 15, 14 genommen (Westcott-Hort, Tischendorf und Weiß edieren sxoa^av; dort liest aber D: sxoa&v (d: cla- mabant).
89. Mt. 27, 26 und Mc. 15, 15 (cpQaysZZcodaq). D in beiden Fällen: cpkaysXXoiöaq. d in Mt.: flagris caesum, d in Mc: fla- gellis caesum.
90. Mt. 27, 34 (söcoxav avrm jiiscv) [ und Mc. 15, 23 (xai söiöovv avrco sGi/voviöfitsvov). D in Mt. 27, 34: xat eöcoxav avrco jtecv) D in Mc. 15, 23: xai sötöovv avroj jisiv söfivg-
VlöflSVOV.
91. Mt. 27, 42 (jciörsvöofisv sjz avrov)2 und Mc. 15, 32 (jiiörsvocofisv). D in Mt. 27, 42: Jtiörsvöofisv avrco\ D in Mc. 15, 32: jiiorsvöcofisv avrco.
92. Mt, 27, 46 und Mc. 15, 34 (öaßax&avei). D in beiden Fällen: ^acpd avsu
93. Mt, 27, 47 (sörtjxorcov) und Mc. 15, 35 (jcagsönjxorcov). D in Mt. 27, 47: sörcorcov, in Mc. 15, 35: jtagsorcorcov. Auch Mc. 3, 31 heißt es statt örijxorsq in D: sörcorsq.
94. Mt, 27, 47 {sXsyov ort HXsiav) und Mc. 15, 35 (elsyov lös Illsiav). D in Mt. 27, 47: slsyov TjXeiav, D in Mc. 15, 35: slsyov rjXiav. om ort und lös.
95. Mt, 27, 51 (eöxiöfrtj [ajt] avcoOsv scog xarco Big övo)z und Mc. 15, 38 (soxioß '•// sie ovo aji avco&sv scoq xarco)*. D in Mt. 27, 51: £6%iö&tj sig ovo fisg?] ajio avco&sv scoq xarco; D in Mc. 15,38: soxiö&tj siq ß [isg?] ajtavco&ev so- xarco.
96. Mt. 27, 61 (Magiafi // Mayöalt/v,]) und Mc. 15. 40 MaQia
1) Tischendorf ediert Mt. 27, 34: neiv.
2) Tischendorf liest Mt. 27, 4L': nioTEVöa)iu£v.
3) Westcott-Hort setzen das [an] in Klammern; Tisckendorf laßt es fallen.
4) Tischendorf ediert Mc. 15, 38 mit üACr.UI nncs al plei ano an Stelle von an. Das Diatessaron scheint ano aveod-ev gelautet zn haben.
3*
36 H. J. Vogels, Codex Cantahrigiensis.
rj Mayöahjvrj)1. D in beiden Fällen: fiagia iiayöali]vr\. (Ebenso Mc. 15, 47).
97. Mt. 28, 10 (fis oipovxai) und Mc. 16, 7 {avxov oipsö&s). D in beiden Fällen: fis otysö&ai (din Mt.: me videvitis = vide- bitis; d in Mc. vacat). Im Matthäustext ist das oxpovxai nach Mc, im Marcustext das avxov nach Mt. verändert2.
98. Mc. 1, 8 {sßanxiöa vfiag vöarc) und Lc. 3, 16 (vöaxi ßajtxi^co vfiag). D in beiden Fällen: vfiag ßajixi^oo sv vöaxi. Die Abänderung ist erfolgt nach Mt. 3, 11. Hier fehlt der griech. Cantabr., der Lateiner liest: baptizo vos aqua.
99. Mc. 1, 21 {svd-vg rocg öaßßaöiv) und Joh. 6, 59 (Kacpag- vaovfi). D in Mc. 1, 21: svfrswg rocg öaßßaöiv, aber d: statim sabbato; D in Joh. 6, 59: xag)agvaovfi öaßßarco.
100. Mc. 1, 24 und Lc. 4, 34 (Na£agrjvs). D in Mc. 1, 24: va^aQTjv a i (aber d: nazorenae); D in Lc. 4, 34: va^ogrjvai (aber d; nazarenae).
101. Mc. 1, 26 {xai q)wvr\öav (poovrj [isyalrj) und Lc. 4, 35 {sig xo {isöov E^r/ld-sv). D in Mc. 1, 26: xai xgagag tpcovrj [isyalrj; D in Lc 4, 35: sig fisöov avaxgayavöav xs s^rjl&sv.
102. Mc. 1, 29 (tjX&ov sig xrjv oixiav)* und Lc. 4, 38 {siö- r/l&sv eig xr\v oixiav). D in beiden Fällen: i]l&sv eig x?]V oixiav.
103. Mc. 1, 45 (o ös s^sld-cov rjg^axo x?jgvöösiv jiolla xat öiacprjfii^siv xov loyov, coöxs [itjxsxi avxov övvaöd-ai (pa- vsgcog sig Jtoliv siösl&siv, all s^co sjz sg?]fioig xojtoig ?]V xai rjQXovxo Jigog avxov Jiavxo&sv. 2, 1. Kai siösl&oov Jialiv eig Kapagvaovji, öi ?jfisgoov i]xovö$r\ oxi sv oixoo eöxiv) und Lc. 5, 15 (öirjQ%8xo ös fiallov o loyog Jtsgi avxov, xai övvrjgxovxo ojloi Jtolloi axovsiv xai dsgajtsvsöd-ai ajto xa>v aö&svsicov avxcov. 16. avxog ös t]v vjtoxoogcov sv xaig sgt]fioig xai jrgoösvxofisvog). D in Mc. 1, 45: O ös s^sldcov ijg^axo x?jgvöösiv xai öiaprjfisi- £siv xov loyov coöxs fi?]xsxi övvaö&ai (pavsgoog siösl&siv sig jtoliv alla s^oo sv eg?]{uoig xoJtoig ?jv xai rjgxovxo Jtgog avxov Jtavxodsv xai siösl&oov uzaliv sig xacpagvaovfi öi ?jftsgoov xai 7]xovö0tj oxi sv oixoo söxiv. d in Mc. 1, 45: ad ille egressus coepit praedicare et diffamare sermonem ita ut non possit. mani-
1) Westcott-Hort edieren auch Mc. 15, 40: Magiap.
2) Tischendorfs Apparat zu Mt. 28, 10 lautet: D 10Pe e h oipeaS-e (-ai).
3) Weiß liest Mc. 1, 29: ?]kd-€v; Westcott-Hort lesen so am Rande.
§ 3. Parallele Varianten. 37
festae introire in civitatem. sed foris in desertis locis esse et conveniebant ad eum undique. Et iterum intravit in cafarnaum post dies et auditum est. quod in domo esset. D in Lc. 5, 14: o de e&l&ojv r/ogaxo xj/qvggsiv xai öiacprjiistCeiv rov loyov coörs filzen övvaödcu avxov (pavegcoq eiq üioliv eiöeXfreiv aXXa €$,oj t]V sv 8Q?][ioig rojtotg xai övvrjoyovxo JiQoq avxov xai rjld-sv jialiv £ig xayaovaovfi. d in Lc. 5, 14: ille autem exiens coepit praedicare et divulgare verbum ut non amplius posse eum palam in civitatem introire sed foris erat in desertis locis et conveniebant ad eum et venit iterum in cafarnaum.
In den Lucastext von D ist ein ganz anderer Text eingestellt, als dorthin gehört. Im wesentlichen ist er aus Mc. herübergeholt, nur das Wort ovvrjQyovxo ist in Lc. selbst zu Hause. Das übrige stimmt fast wörtlich mit dem Marcustext wie Nestle ihn bietet überein. Nur zwei Abweichungen geringfügiger Natur finden sich: 1) D om JtoXXa; 2) D > övvaö&at avxov. Nun vergleichen wir den IKext bei Lc. mit dem Dtext bei Mc. Des Resultat ist überraschend. Es fehlt auch in Mc. zunächst das Wort jcoXXa, wie im Dtext für Lc. 5, 14; weiterhin fehlt avxov, so daß dieses Wort zwar direkt für die Stellung der Worte övvaö&at und avxov außer Frage bleiben muß, dessen Fehlen aber immerhin die Vermutung begünstigt, daß auch an dieser Stelle irgend etwas nicht gestimmt hat. Der Lateiner läßt mit seiner Lesung ita ut non possit manifestae introire über die Stellung von övvaö&ai und avxov in Mc. 1, 45 leider nichts ersehen. Weiterhin stimmt der Dtext in Mc. und Lc. sogar bezüglich der orthographischen Variante öia<p7]iU€i£,eiv statt 6ta(prj^uCeiv überein; endlich wird man es kaum als Zufall betrachten können, daß der Lateiner iu Mc. statt erat ein esse bietet, wenn der Lateiner in Lc. statt possit ein posse hat.
Damit ist aber die Beweiskraft der Stelle noch nicht er- schöpft. Den Vers Lc. 5, 14 beschließt D mit den Worten: xci j]Z&£V jtaXiv siq xa<paovaovtu. So beginnt aber auch der Marcus- text 2, 1 bei Nestle; die Fassung ist allerdings nicht genau die gleiche, sondern: Kai eiöeX&cov Jialiv tic Ka<paQvaovfl öi rjueocov /jxovö&t] oxl 8V oixoj zoxiv. Nun sehe man Mc. 2, 1 im Cauta- brigiensis nach. Die Fassung ist wesentlich dieselbe wie bei Nestle, nur einen Unterschied weist sie auf. Zwischen )jin<j<>2' und tjxovöfrt] schiebt D das Wörtchen xat ein. Dadurch wird
38
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
die Construction unmöglich. Das xaL verrät aber auch, daß in dem Satz ursprünglich nicht SLöeZ&cov gestanden hat, sondern entweder uöi]7&zv oder rjld-sv, d. h. die Lesung, die wir Lc. 5, 14 in D finden. Was man so auf dem Weg der Schlußfolgerung gewinnen kann, bestätigt in überraschender Weise der Lateiner: d liest Mc. % 1; et iterum intravit in cafarnaum post dies et auditum est. Das Participium slözX&cqv gibt er w7ieder durch das verbum finitum »intravit«. Die einzige Deutung, die den ganzen Tatbestand erklärt, lautet: Nach demselben Text, nach dem die Lucasstelle verändert worden ist, ist auch der Marcus- text geändert worden. Hier tritt also die Beeinflussung des Dtextes durch eine Evangelienharmonie ganz deutlich zutage. Schon Chase, Syro-Latin 84 f hatte vermutet, daß Tatian hier seine Hand im Spiel gehabt. Weiter vgl. Scrivener, Bezae Codex, Introd. LI; Nestle, Einführung2 225; Zahn, Einleitung 2, 355.
104. Mc. 2, 5: {xai löcov o hjöovg) und Lc. 5, 20 (xai löcov). D in Mc. 2, 5: E löcov de o ir\g (d: cum vidisset autem ihs); D in Lc. 5, 20: löcov Ö€ ir\g (d: videns autem ihs).
105. Mc. 2, 16 (xai oi ygafi^axeLg xcov <Pa.QL6a.LCov lÖovtsq) und Lc. 5, 30 (xai syoyyvCov ol <Paoiöaioi xai ol yoafifiaxsLg avxcov). D in Mc. 2, 16: xai ol ygafifiaxeig xai ol cpaoi- öaLOL xaL eiöav; D in Lc. 5, 30: xaL ol yoafifiaxeig xaL ol cpagiöaioi syovyvC,ov.
106. Mc. 2, 24 (xai ol <PaQiöaioi sleyov avrco' lös tl jiol- ovölv xoLg GaßßaöLV o ovx s^sötlv^) und Lc. 6, 2 (xLveg ös xcov (pagioaicov sutav xl jiol£lts o ovx e^söxlv xoig öaßßaöiv). D in Mc. 2, 24: ol ös cpaQLöaLOL sZsyov lös xl jiolovölv ol fia- ftrjxaL 6ov xoLg öaßßaöLv o ovx s^söxlv avxoLg\ D in Lc. 6, 2: XLVSg ös xcov cpaQLöaLoiv eleyov avxco slös xl jiolovölv ol [zafrqxaL öov xoig öaßßaöiv o ovx 8i-söxiv. Das ol [la&rjxaL öov, das beide Texte addieren, stammt aus Mt. 12, 2. Im übrigen zeigt sich der Marcustext in D beeinflußt durch Lc. nur in dem übernommenen ös. Hingegen zeigt sich der Lucastext in D be- einflußt durch Mc. 1) durch die Lesung: elsyov 1. euzclv; 2) in der Übernahme von avxco, das der Marcustext in D selbst fallen läßt; 3) durch die Lesung: jiolovölv 1. jiol£lxe\ 4) in der Über- nahme von slös (lös)] 5) in der Stellung von xoig öaßßaöLv. In Mt. 12, 2 stimmt der Dtext mit Nestle überein, nur hat er
§ 3. Parallele Varianten. 39
statt idovxeq euiav: töovxsq avxovq ujcov. Das eutov ist wohl eine Angleichung an eXeyov (Mc. 2, 24).
107. Mc. 3, 1 (e^r/QafifisvTjv t%oiv xr/v X£tQa) un& ^c- 6? 6 (xaj 37 #£*(> avxov rj öe^ta rjv £rjQa). D in beiden Fällen: g^- oav £%cov xrjv %£iqcc. In Mt. 12, 10 liest Nestle: xBloa £Xmv t-yoav; D hat dort: xqv %elq<x excov §rjQav.
108. Mc. 4, 10 {//qcqxcov avxov 01 jt£Qi avxov 6vv xoiq öcoöexa xag jiaoaßolaq) und Lc. 8, 9 (Ejtr/nojxcov öe avxov 01 fiaOtjxac avxov xiq avxr] elf] r\ jzaoaßoXrj). D in Mc. 4, 10: sjirjQooxaov avxov 01 (ladrjxat avxov xiq rj jtagaßo/,7] avxr]; D in Lc. 8, 9: eji/jqoixcqv de avxov 01 fiad/jxai avxov xo xcg et/j r\ Jtaoaßolt] avx?]. (Vgl. oben Nr. 23).
109. Mc. 4, 25 (oq yao exet) und Lc. 8, 18 (oq av yao B%rj). D in Mc. 4, 25: oq yao av exti, in Lc. 8, 18: oq yao av ey//.
110. Mc. 5, 2 (xai et-eZdovxoq avxov) und Lc. 8, 27 (ßgeZ- dovxi ös avxw). D in Mc 5, 2: xai st-eZ&ovxcov avxcov; D in Lc. 8, 27: xai egtß&ov.
111. Mc. 5, 11 (ays^rj yjoiowv fieyah] ßoöxoftev?]) und Lc. 8, 32 (ayeh] xolQcov cxavmv ßoöxofievrj) K D in Mc. 5, 11 und Lc. 8, 32: ayeXi] xoi0(X)V ßoöxofievrj, om f/syah] und ixavcov.
112. Mc. 5, 12 und Lc. 8, 32 (jtaQsxakaoav). D an beiden Stellen: Jiaoexalovv. Für Mt. 8, 34 fehlt der Grieche in D -.
113. Mc 5, 19 (oöa o xvoioq 001 jcejiotijxev) und Lc. 8, 39 (oöa 601 ejtoujöev o deoq). D in beiden Fällen: oöa öoi 0 &q
8JCOl?jö £V.
114. Mc. 5, 35 (eoyovxai ajto xov aQxiövvaywyov /.syovxeq oxi) und Lc. 8, 49 (sQxexai xiq Jtaoa xov aQXiövvaymyov Xeycov oxi). D in Mc. 5, 35 und Lc. 8, 49: SQXovxai ajto xov aoyjovv- aymyov leyovxsq avxco. In Lc. gibt der Dtext zugleich den Ausgleich einer sachlichen Differenz, die zwischen Lc. 8, 49 und Mc. 5, 35 besteht. Nach Lc. war es einer (xiq), der zu Jesus kam, nach Mc. (eoxovxai) waren es mehrere (vgl. oben S. 11).
115. Mc. 5, 36 (jiagaxovöaq xov loyov Xalovuevov) und Lc. $, 50 (axovöaq). D in Mc. 5, 36: axovöaq xovtov xov
1) Tischendorf in Lc.: ßooxoftEriüv. Westcott-Hort lesen so am Rande.
2) In Mc. 5, 12 lesen nctQe xcchui: Al>KM//<*: al « fere b e f tf- g»- -■ ilqvprcop"1 et-"-- syrsch Dann"1'; in Lc 8, 32: K»AC»i)EGHKMPRSUV XrJAll al pler g1- '-• vg cop syrr.
40 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Xoyov (d: audito hoc verbo); D in Lc. 8, 50: axovöag rov Xoyov (d: audiens verbum).
116. Mc. 6, 11 {xai og av rojiog f/rj ös^rjrai vfiag) und Lc. 9, 5 (xai oöoi av [irj ösxcovrai vfiag). D in Mc. 6, 11: xai oöoi sav (i?j ös^mvrai V[iag (d: et quicumque non receperint yos); D in Lc. 9, 5: xai oöoi av [xrj dst~mvrai vfiag (d: et que- cumque non acceperint vos).
117. Mc. 6, 36 (sig rovg xvxXm ayoovg xat xmfiag) und Lc. 9, 12 (sig rag xvxXm xm[iag xai ayoovg). D in Mc. 6, 36 (sig rovg syyiöra ayoovg xai sig rag xmfiag. D in Lc. 9, 12: sig rag xvxXm xmfiag xai rovg ayoovg.
118. Mc. 8, 28 (ori sig rmv jtQocprjrmv) und Lc. 9, 19 (jtqo- (prjrrjg rig rmv agxaimv avsötrj) D in Mc. 8, 28; mg sva rmv jtQoyrjrmv, D in Lc. 9, 19: rj sva rmv jcoo<prjrmv. Die Ab- änderung ist erfolgt nach Mt. 16, 14; dort lautet die Stelle bei Nestle, wie im Cantabr.: rj sva rmv 3iQo<prjrmv.
119. Mc. 8, 31 (vjio rcov jrosößvrsomv xai rmv agxisQsmv) und Lc. 9, 22 (ajto rmv jiosößvtsomv xai aQXisgsmv). D in Mc. 8, 31: vjio rmv jigsößvrsomv xai aJto rmv aQxisosmv (d: a senioribus et a summis sacerdotibus) ; D in Lc. 9, 22: vjto rmv jiosößvrsomv xai aQxisosmv (aber d: a presbyteris et a princi- pibus sacerdoturn.
120. Mc. 8, 34 und Mt. 16, 24 (si ng). D in beiden Fällen : si retg.
121. Mc. 9, 5 (jcoirjömfisv rosig öxrjvag) und Lc. 9, 33 (jzoirj- omftsv öxrjvag rosig). D in Mc. 9, 5: jtoirjöm öxrjvaö y; D in Lc 9, 33: Jtoirjöm mos rosig öxrjvag. Die Abänderung ist er- folgt nach Mt. 17,4. Dort lautet der Text nach Nestle: Jtoirjöm ojös rosig öxrjvag; D hingegen liest dort: Jioirjömfisv mos rosig öxrjvag. Der Dtext in Lc. 9, 33 hat aus Mt. auch das mos und die Stellung rosig öxrjvag übernommen.
122. Mc. 9, 7 (sysvsro <pmvrj) und Lc. 9, 35 (<pmvrj sysvsro). D in Mc. 9, 7: rjX&sv (pmvrj (d: venit vox); D in Lc. 9, 35: <pmvrj rjXds (d: vox venit). [Aus Joh. 12,28? Dort liest aber D gerade nicht: rjXdsv ovv <pmvrj — so Nestle — , sondern xai sysvsro ymvrj. Der Lateiner scheint hier aber das xai nicht gelesen zu haben; denn er übersetzt: facta est vox]
123. Mc. 9, 19 undLc. 9, 41 (amörog). D an beiden Stellen: ajtiörs1. Im Matthäustext (17, 17) liest D amörog wie Nestle.
1) So allein D!
§ 3. Parallele Varianten. 41
124. Mc. 9, 20 und Lc. 9, 42 (övvsöjraoat-sv). D in Mc. 9, 20: eraga^ev (d: conturbabit); D in Lc. 9, 42: övvsraga^ev (d: conturbabit).
125. Mc. 9, 42 und Lc. 17, 2 (jisgixeizai). D in beiden Fällen: jregiexecTO.
126. Mc. 10, 19 und Lc. 18, 20 {rpBvöo(iagrvgi]öriq). D in beiden Fällen: tyevöofiagrvgrjöeiq (d in Mc. 10, 19: falsum te- stimonium dicas, in Lc. 18, 20: falsum testimonium dicis). Die Abänderung in die futurische Form ist erfolgt nach Mt. 19, 18, wo Nestle mit D liest: rpsvöofiagrvgrjoeiq (d: falsum testimo- nium dices).
127. Mc. 11, 2 (ovöeiq ovjzco avfrgwjtoiv) und Lc. 19, 30 (ovöeiq Jtcojtors av&Qcojtmv). D in beiden Fällen: ovöeiq av&gcö- jicov. om ovjico und ühdjzote.
128. Mc. 11, 9 (exgaCov) und Job. 12, 13 (exgavya&v). D in Mc. 11, 9: exgatov Zsyovrsq-, D in Joh. 12, 13: exgavyaCov Zsyovreq; d in beiden Fällen: clamabant dicentes. Die Addition Xeyovrsq rührt her aus den Parallelen Mt. 21, 9 und Lc. 19, 38. Auch D hat dort das Wort Zeyovreq.
129. Mc. 12, 1 (afijieZcova avdgcojzoq ecpvrevosv) und Lc. 20, 9 (avfrgmjtoq e<pvz£vö£v a^jielcova). D in Mc. 12, 1: av- jtsXcova e(pvr£Vö£V av&gcojioq; D in Lc. 20, 9: ajteXojva £(pVT£VÖ£V av&QWJioq1.
130. Mc. 12, 14 und Lc. 20, 21 (a)jj ex). D in beiden Fällen: alla, £jt2.
131. Mc. 12, 17 (ra Kaiöagoq ajzoöore Ka.i6a.Qi) und Lc. 20, 2."> (ajroöors ra Kaiöagoq Kaiöagi). D in beiden Fällen: axoöors ra rov xaiöagoq reo xaiöagi. Nestle liest Mt. 22, 21: c.rroöore ovv ra Kaiöagoq Kaiöagi. D hat hier: ajtoöors ra xaiöagoq reo xaiöagi.
132. Mc. 12, 19 und Lc. 20, 2S {tfjV yvraixa). D in Mc 12, 29: ri]v yvvaixa avrov, D in Lc. 20, 28: rfjr yvvaixa (aber d: uxorem eius). Das avrov hat seine Heimat in Mt. 22, 24; dort fehlen in D die Worte tf]v yvraixa avrov (wahrscheinlich durch Homoioteleuton, vorher geht o aöeZg>oq avrov).
1) In Mc. haben die gleiche Stellung wie D: AAl'UL nnc* al pler
a b i* iP g2- g1- via i k 1 q (eod ordine it,mi in Lc.) vg go Byr» arm. In Lc. außer D : a c f i 1 q Ami) hu- !
2) In Mc. 12, 14 alla: DL./ al pauc; in Lc, 20, 21 allein D.
42 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
133. Mc. 12, 23 (sp xrj apaoxaost, orap apaoxwotp, xtpog)1 und Lc. 20, 33 (rj yvpij ovp sp x?j apaoxaost xtpog). D in Mc. 12, 23: ep TT] apaöxaot ovp xipog (d: in resurrectione ergo cuius). D in Lc. 20, 33: sp xrj ovp apaoxaost xtpog (d: in re- surrectione ergo cuius). In Mt. 22, 28 liest D mit Nestle: sp xij apaoraosc ovp xtpog (d: in resurrectione ergo cuius).
134. Mc. 12, 30 (xat s£ olrjg xrjg tpvyrjg oov xat s^ oXrjg xrjg ötapotag Oov xat sg oX?jg xrjg toyyog oov) und Lc. 10, 27 (xat sp oXrj xrj tyvyrj Oov xat sp olr\ xrj tOyvt oov xat sp oXrj xrj ötapota oov). D in Mc. 12, 30: xat s$ oXrjg xrjg tyvyrjg oov xat £g oXrjg xr\q tOyyog oov\ D in Lc. 10, 27: sp oXrj xrj ipvyjj Oov xat sp oXrj xrj tOyyt Oov. D om oX?jg xrjg ötapoiag oov bzw. oXrj xrj ötapota oov.
135. Mc. 12, 36 (avxog AavstÖ) und Lc. 20, 42 (avxog yag Aavstö). D in Mc. 12, 36: xat ovxog öavstö (d: et ipse david); D in Lc. 20, 42: xat avxog öavstö (d: et ipse david). Das ovxog in Mc. 12, 36 ist wohl nur ein Schreibfehler für avxog2.
136. Mc. 12, 36 und Lc. 20, 42 (stjtsp xvgtog). D an beiden Stellen: Xsyst xg. In Mt. 22, 44 liest D wie Nestle: stJisp xvQiog. Aber in Act. 2, 34, wo Nestle gleichfalls ediert: sijzsp xvgtog, bietet D wieder Xsyst xg.
137. Mc. 13, 7 (ßrj ftgostofrs) und Lc. 21, 9 (firj jtxorjd-rjxs). D in Mc. 13, 7: firj &ogvßsto&at (d: ne timueritis); D in Lc. 21, 9: f/rj cpoßrj&rjxe (d: ne timueritis). Mt. 24, 6 liest Nestle: firj &oostO&s, D: [irj tygostö&at (d: nolite turbari).
138. Mc. 13, 7 (öst yspsofrat) und Lc. 21, 9 (öst yao xavxa yspso&at). D in Mc. 13, 7: öst yao yspso&at] D in Lc. 21, 9: öst yao yspso&at xavxa. In Mt. 24, 6 liest D mit Nestle: öst yag yspso&at.
139. Mc. 13, 25 (xat at övpakustg at sp xotg ovgavotg) und Lc. 21, 26 (at yag övpa^tstg xojp ovgapcop). D in Mc. 13, 25: xat at övpafiig xojp ovgapop (d: et virtutes caelestium); D in Lc. 21, 26: at yag övpafiig rj sp xod ovgapw (d: virtutes enim quae sunt in caelo). In Mt. 24, 29 liest D mit Nestle: xat at övpafistg xwp ovgapwp. Ob es sich bei dem zweimaligen öv- pafiig nur um eine orthographische Variante handelt, ist an sich
1) Mc. 12, 23 lassen Westcott-Hort die Worte oxav ccvccozcooiv ausfallen.
2) Außer D liest arm: ovxoq.
§ 3. Parallele Varianten. 43
gleichgültig. Jedenfalls sind merkwürdige Parallelwirkungen hier zu konstatieren; die Fassung ra>v ovqavmv im Dtext von Mc. scheint aus Lc. entlehnt zu sein, das rj ev reo ovquvco im Dtext von Lc. scheint nach Mc. gebildet. Der auf dvvayiig in Lc. 21, 26 folgende Artikel rj, zu dem das Verbum öaXev&rjöovrai freilich nicht paßt, deutet darauf hin, daß dvvafiig als Singular (nicht als = dvvafieig) betrachtet werden muß.
140. Mc. 14, 10 (o eig rcov dcodexa) und Lc. 22, 3 (ovra ex rov ctQi&fiov rcov dcodexa). D in Mc 14, 10: ex rcov Iß (d: unus de XII); D in Lc. 22, 3: ovra ex rov aoi&fiov ex rcov iß (d: qui erat de numero duodecim).
141. Mc. 14, 10 (iva avzov jzaoadoi avroig) und Lc. 22, 4 (jtcog avroig jzagado) avtov). D in Mc. 14, 10: iva jiqoöol av- rov (d: ut proderet eum); in Lc. 22, 4: Jtcog jcaQaöoi avxov (d: quo modo traderet eum). D in beiden Fällen om avroig1.
142. Mc. 14, 13 (xai Xeyei avroig) und Lc. 22, 10 (o de eutev avroig). D in Mc 14, 13: Xeycov; D in Lc. 22, 10: o de eutev. D in beiden Fällen om avroig (wie Mt. 26, 18 bei Nestle und D).
143. Mc. 14, 15 (dei^ei avayaiov tueya eörocofievov eroifiov) und Lc. 22, 12 (dei^ei avayaiov fieya eörocouievov). D in Mc. 14, 15: dei^ei avayaiov oixov eOTQcoftevov fieyav eroißov (d: demonstravit Stratum paratum grande); D in Lc. 22, 12: dei^ei avayaiov oixov eorQcofievov (d: ostendet superiorem domum Stratum).
144. Mc. 14, 19 (ine: ?]Q^avro) und Lc. 22, 23 (ine: xai avroi ijQ^avro). D in Mc. 14, 19: oi öe ?]Q^avro (d: ad illi coeperunt); D in Lc. 22, 23: avroi öe rjg§avro (d: ipsi autem coeperunt).
145. Mc. 14, 20 (o de eucev avroig) und Joh. 13, 26 (ajto- xgiverai ovv o LjGovg). D in Mc. 14. 20: o de Xeyei avroig] D in Joh. 13, 26: ajtoxoeiverai avroj o itjg xai Xeyei.
146. Mc. 14,43: (Tovdag [Tischendorf ediert: Iovdag o Ioxa- picor?]g]) und Lc. 22, 47 (Tovdag). D in Mc. 14, 43: iovdag öxaoicorrjg (d: iudas scariotes); D in Le. 22. 17: tovdag ioxt:- qicoO (d: iudas iscariot). Siehe oben Nr. 78.
147. Mc. 14, 44. Zu Lc. 22, 47 macht D den Zusatz: rorr<>
1) Die Auslassung von avtoiq ist erfolgt nach Mt. 20, 16; dort fügt aber gerade D mit b chq cop syr'"' arm Kus,lom ,os Orint 3>89t ein av- roig hinzu.
44 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
yag öfjfiSLOV ösöcozsl avroig ov av <pilrj6a) avrog sötlv. Ab- gesehen von dem Wort ösöojxsl, das aus Mc. 14, 44 herrührt, ist der Zusatz aus Mt. 26, 48 genommen. In Mt. stimmt D mit Nestle überein; aber in Mc. bietet D statt des Wortes övöörjfiov [Tischendorf ediert övvörmov\ das im Lucaszusatz wieder er- scheinende örjfisiov, das in Mt. 26, 48 seine Heimat hat.
148. Mc. 14, 65 (xcu Zsysiv avrat) und Lc. 22, 64 {Xsyovrsg). D in Mc. 14, 65: xat sXsyov avrm\ D in Lc. 22, 64: xai sXsyov.
149. Mc. 15, 21 und Lc. 23, 26 (an ayQov). D in beiden Fällen: ajto aygov.
150. Mc. 15, 26 (o ßaöiXsvg roov iovöcucov) und Lc. 23, 38 (o ßaöiXsvg zcov tovöatmv ovrog). D in Mc. 15, 26: ovrog sötlv o ßaöiXsovg tojv covöaicov; D in Lc. 23, 38: o ßaöiXsvg rcov tovöaimv ovrog sötlv. Mt. 27, 37 liest Nestle, wie D: ovrog sötlv Lr\öovg o ßaöLlsvg rcov lovöaicov. Für Joh. 19, 19 fehlt der Cantabrigiensis leider.
151. Lc. 22, 50 (rov agxLsgswg rov öovXov) und Joh. 18, 10 (rov rov agxtsgsojg öovXov). D in beiden Fällen: rov öovXov rov aQXLSQscQg. Die Umstellung ist erfolgt nach Mt. 26, 51 oder Mc. 14, 47, wo beidemale D wie Nestle liest: rov öovXov rov aQXisgscog.
152. Lc. 22, 50 (to ovg avrov ro ös^lov) und Joh. 18, 10 (avrov ro cotciqlov ro ös^lov). D in Lc. 22, 50: avrov ro ojtlov ro ös^lov, D in Joh. 18, 10: avrov ro coriov ro ös^slov. Das ojtlov stammt aus Mt. 26, 51, D schreibt dort wrsiov. In Mc. 14, 47 lautet D wie Nestle: coraoLOV.
Bei der Anfertigung dieser Liste blieb durchweg der oben S. 7 aufgestellte Grundsatz in Geltung, wonach zum Vergleich nur solche Stellen berücksichtigt werden sollten, an denen West- cott-Hort, Tisch endorf und B. Weiß in gleicher Weise edieren *; sonst hätte die Liste um ein bedeutendes länger werden müssen.
Im übrigen hoffe ich, daß die bisherigen Ausführungen dieses Paragraphen mich der Notwendigkeit entheben, mich noch weiter um einen Beweis für die Beeinflussung des Cantabrigiensis durch eine Evangelienharmonie zu bemühen. Denn wie will man diese
1) Die seltenen Ausnahmen von dieser Regel sind jedesmal ausdrück- lich als solche gekennzeichnet.
§ 3. Parallele Varianten. 45
parallelen Varianten anders erklären? Ein Teil derselben ist rein orthographischer Art, darum aber sicherlich nicht wenig bedeut- sam. Der größte Teil der parallelen Varianten ist direct har- monistischer Natur, d. h. er bringt entweder die Lesart zweier Evangelien in jene Form, in der sie sich auch im dritten, bzw. in den beiden übrigen findet, oder aber die Doppelvariante fließt aus zwei voneinander abweichenden Lesarten zusammen. Wieder- holt wurde schon in der Liste darauf hingewiesen, wie auch in der Umgebung solcher Doppelvarianten sich eine Beeinflussung des Textes durch die Parallele geltend macht. Um die Liste nicht allzu umfangreich werden zu lassen, habe ich die Um- gebung der Stelle nur da hinzugezogen, wo solche Parallel- beeinflussung sich in nächster Nachbarschaft der Doppelvariante findet. Die im folgenden Paragraphen aufgestellte Liste aller Stellen, an denen Paralleleinfluß vorliegt, wird es leicht machen, sich in jedem einzelnen Fall über Art und Maß dieses Einflusses Auskunft zu verschaffen. In der Tatsache aber, daß solche Parallelbeeinflussung sich in der Nachbarschaft der Doppel- varianten zeigt, liegt auch der Hinweis darauf, daß beide Er- scheinungen auf die gleiche Ursache zurückgeführt werden müssen.
Die Evangelienharmonie ist ein Diatessaron gewesen. Mit welch feiner Hand es die Differenzen zwischen den einzelnen Evangelien ausgeglichen, lassen die Ausführungen des ersten Paragraphen zur Genüge erkennen; in welch liebevoller Arbeit es die vier verschiedenen Fäden zu einem zusammengesponneu, macht die Liste der parallelen Varianten klar; die im folgenden Paragraphen aufgestellte Liste wird das noch deutlicher hervor- treten lassen. Der einzige Name, der für eine solche Arbeit in Betracht kommen kann, ist Tatian.
Man hat viel darüber gestritten, ob er sein Diatessaron in syrischer (so namentlich Zahn) oder in griechischer Sprache (so besonders Harnack) abgefaßt habe; für das eine, wie für das andere sprechen starke Gründe. Das Exemplar, unter de- Einfluß die Textform des Cantabrigiensis entstanden ist, war selbstverständlich ein griechisches. Damit darf die Streitfrage wohl als erledigt gelten: das Diatessaron ist, wie schon sein Titel sagt, ursprünglich griechisch abgefaßt und erst später.
46 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
wohl durch Tatian selbst, der um 172 in den Orient zurück- kehrte1, in das Syrische übersetzt worden; und wie alle syrischen Evangelienhandschriften eine Beeinflussung durch das syrische Diatessaron erfahren haben, so hat der griechische Tatian in allen griechischen Evangelienhandschriften mehr oder weniger deutliche Spuren hinterlassen2.
Einen Unterschied weist der griechische Tatian vom syrischen jedenfalls in dem einen Punkt auf, daß jener eine Genealogie Jesu bot, während der in die Heimat zurückgekehrte Ketzer sie, wie Theodoret von Cyrus uns meldet, aus seinem Diatessaron ausmerzte.
In der Liste der parallelen Varianten weist der lateinische Cantabrigiensis Erscheinungen auf, die eine sorgfältigere Unter- suchung dieses Textes notwendig machen. An vielen Stellen konnte constatiert werden, daß dem Übersetzer noch die parallele Variante vorlag, die der danebenstehende Grieche nicht mehr aufweist. Diese Tatsache ist um so bemerkenswerter, als die Übersetzung sich sonst so eng als möglich an das Original an- lehnt, d steht also dem griechischen Diatessaron im allgemeinen näher als D.
Aber es finden sich auch in d eine Fülle von Erscheinungen, die uns zu der Annahme zwingen, daß, wie der griechische Text den Einfluß eines griechischen Diatessarons erfahren hat, so der lateinische Text von einem lateinischen Diatessaron beeinflußt ist. Ich bin mir wohl bewußt, welch schwerwiegende Bedenken der Annahme einer altlateinischen Evangelienharmonie, von der ein Hieronymus, ein Augustinus nichts wußte, entgegenstehen. Aber schließlich wird man hier sagen müssen, so gut wie es möglich ist, daß ein griechisches Diatessaron existiert hat, von dem Ori- genes und Eusebius nichts wußten, ebenso gut darf auch ein lateinisches Diatessaron nicht darum unmöglich sein, weil Leute wie Hieronymus und Augustinus nie davon gehört haben.
1) Vgl. 0. Bardenhewer, Geschichte der altkirchlichen Litera- tur I 244.
2) Nur an wenigen Stellen wurde in der eben angeführten Liste auf den Apparat Tischendorfs aufmerksam gemacht; über die Beeinflussung der griechischen Evangelienhandschriften durch den griechischen Tatian vgl. die Ausführungen am Schluß des letzten Paragraphen.
§ 3. Parallele Varianten. 47
Der Beweis für ein lateinisches Diatessaron soll geführt werden: 1) aus einer Reihe von selteneren Wortformen, die an Parallelstellen wieder auftauchen, 2) aus orthographischen Va- rianten, die sich in der Parallelstelle wiederholen, 3) aus inner- lateinischen Doppelvarianten, cl. h. parallelen Varianten in d, die durch den griechischen Text nicht veranlaßt sein können, 4) aus einer Anzahl von Lesarten, die durch die parallele Lesart ihre Erklärung finden.
Wegen der schmalen Berührungsflächen, die das Johannes- evangelium mit deu Synoptikern gemeinsam hat, — es muß des- halb auch fast ganz und ziemlich unverändert im Diatessaron gestanden haben — wurde bei den folgenden Untersuchungen das Johannesevangelium ausgeschlossen. Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der dtext für Joh. dasselbe Gepräge auf- aufweist, wie auch jener der Synoptiker, so daß also für den Fall, daß der Einfluß einer lateinischen Evangelienharmonie auf die Synoptiker nachgewiesen wird, auch der dtext in Joh. als Zeuge dieses Diatessarons gelten muß. Ich lasse also zunächst eine Liste seltenerer Wortformen, die an Parallelstellen wieder- kehren, folgen:
absconsum, Mt. 10, 26 und Lc. 12, 2 (vgl. Ron seh, Itala und
Vulgata2 295) adpropiassent, Mt.21,1 und Lc. 19, 29 (adpropiasset) (Rönsch 181) circumibat, Mt. 9, 35 und Mc. 6, 6 (Doppelübersetzung; xat
ji£Qi?)yev rag xcofiag xvxäoo öiöaöxcov wird übersetzt: et
cireuibat castella et circumibat docens calciamentorum, Mc. 1, 7 und Lc. 3, 16 (calciamenti) camellum, Mt. 19, 24; Mc. 10, 25 und Lc. 18, 25 (Rönsch 460) castellum (acc. masc.) Mc. 11, 2 und Lc. 19, 30 (Rönsch 266 ' conburet, Mt. 3, 12 und Lc. 3, 17 corregiam, Mc. 1, 7 und Lc, 3, 16 (Rönsch 463) cottidie, Mt. 26, 55; Mc. 14, 49; Lc. 22. 53 crededistis, Mt, 21, 25 und Mc. II, 31 dispargentur, Mt. 26, 31 und Mc. 14, 27 (Rönsch 466)
1) Mc. 11, 2 vnayere elq zrjv wo(JLf(v t>, r xeccevavrt vuojv = ite in castellum qui est contra vos; Lc. 10, 30 vnayevat sig rtp> xtttevccvri xüj- ßijv = ite in contra qui est castellus. Soweit ich dies mit Hilfe einer Vulgataconeordanz feststellen kann, kommt eastellna im Cantabrigiensia nur noch Lc. 9, 56 (f/c Ezeoccv xwu^v = in alium castellum1 vor.
48 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
dispargit, Mt, 12, 30 und Lc. 11, 23
fidete, Mt, 14, 27 und Mc. 6, 50 (confidete)
fraCmentorurn, Mt. 14, 20 und Lc. 9, 17 (fractamentorum)
(Rönsch 23) harundinem, Mt. 27, 29 und Mc. 15, 19 (harundine) (Rönsch 462) nobellum, Mt. 9, 17 (im nämlichen Vers zweimal novellum)
und Mc. 2, 22 (novellum) nubs, Mt. 17, 5 und Mc. 9, 7 (Rönsch 263) numulariorum, Mt. 21, 12 und Lc. 19, 45 obaudiunt, Mt, 8, 27; Mc. 4, 41 und Lc. 8, 25 (Rönsch 466) offers, Mc. 1, 44 und Lc. 5, 14 (Rönsch 294 und 521) ommutesce, Mc. 1, 25 und Lc. 4, 35 (Rönsch 462) • osteum, Mc. 15, 46 und Mt. 27, 60 (osteo) (Rönsch 463) parapside, Mt. 26, 23 und Mc. 14, 20 (Rönsch 244) quod, (statt quot), Mt. 15, 34 und Mc. 8, 5 teloneum, Mt. 9, 9; Mc. 2, 14 und Lc. 5, 27 (Rönsch 246) temptatis, Mc. 12, 15 und Lc. 20, 23. 24 (Mt, 22, 18 teptatis) temptatione, Mt. 26, 41; Mc. 14, 38 (temptationem) und Lc.
22, 46 (temptationem) thensaurum, Mt. 19, 21; Mc. 10, 21 und Lc. 18, 22 (Rönsch 459)
Man wird mit Folgerungen aus dieser Liste vorsichtig sein müssen; denn einige dieser Formen, z.B. absconsus, adpropiare, cottidie, osteum, thensaurus begegnen uns auch an anderen Stellen des Cantabrigiensis, so daß das Zusammentreffen dieser Lesarten an den Parallelstellen wenig bedeuten will; mehrere kommen sogar nur in dieser Form vor, z. B. temptatio, temptare, camellus; aber es finden sich doch in der Liste höchst seltsame Dinge, neben dem bei Mc. in Doppelübersetzung erscheinenden circumibat namentlich noch das zweimalige offers, eine seltene Form, die — soweit Sabatier dies erkennen läßt — für Mc. 1, 44 nur in d vorkommt (c hat offeres, also als Futurum; aber offers ist eine Imperativform, die wörtliche Übersetzung von jiQoGsvsvxe (bzw. jtQoö£vr/xe)\ vgl. in d Lc. 13, 7 adfers (als Übersetzung von (psgs)1; in Lc. 5, 14 hat neben d nur noch ff2
1) Mt. 5, 24 (keine Parallele !) liest D statt npoocpegs zo öwqov aov: 7tQOO(f€Q£Lg xo öojqov aov d öfteres munus tumn. J. R. Harris, A study of Codex Bezae 94, hält das tiqogveqeiq für eine Rückübersetzung aus öfteres. Da diese Lesart sich mir bei D findet, wird man ihm beipflichten
§ 3. Parallele Varianten. 49
ein offers). Wer in diesem Fall, wie bei der Wiederholung von castellum qui, crededistis, conburet, nubs, numulariorum, ommu- tesce und quod den Zufall zu Hilfe rufen will, muß dem Zufall viel zutrauen.
Deutlicher aber, als hier, wird der lateinische Tatian heraus- treten in einer Liste von orthographischen Eigentümlichkeiten, die an einer oder mehreren Parallelstellen wiederkehren.
Mt. 4, 7 (jtuQCcGeig) und Lc. 4, 12 (axjteiQaöeic) d: temptavis (statt temptabis).
Mt. 12, 4 und Mc. 2, 26 (eiarjXd-sv) und Lc. 6, 4 (uösl&cov) d: introibit (statt introivit).
Mt. 11, 10 und Lc. 7, 27 (xaxaöxevaöei) d: praeparavit (statt praeparabit).
Mt. 13, 5 (et-avexstlsv) und Mc. 4, 5 (et-avsöxeiXev) d: ex- horta und exhortum (statt exorta und exortum).
Mt. 14, 36 und Mc. 6, 56:. depraecabantur (statt deprecabantur).
Mt, 18, 11 und Lc. 19, 10 d: salbare (statt salvare).
Mt, 20, 22 {övvaodca xo jzoxrjQLOV tibluv o ey<x> fitÄ/.co jieivEiv) d: potestis calicem bibere quod ego viviturus sum und Mc. 10, 38 (dvvaofrat jzeiv xo jtox?]Qiö~ o sya> jiuvco) d: potestis bibere calicem quem ego viviturus sum (statt bibiturus) *.
Mt, 21, 24 d: interrogavo bos (statt interrogabo vos). Mc. 11, 29 und Lc. 20, 3 d: interrogavo vos.
Mt, 23, 35 und Lc. 11, 51 (ecog aifiaxog) d in Mt.: usquae ad sanguinem; d in Lc: usquae ad sauguine.
Mt. 24, 38 und Lc. 17, 27 d: dilubium (statt diluvium) 2.
müssen; ich möchte aber vermuten, daß auch d hier ursprünglich nicht öfteres, sondern offers, d. h. die Imperativform gehabt hat; Wo rdaworth- White edieren hier den Vulgatatext öfters und bemerken im Apparat: offers = TZQOOcpeQe (cf. Rönsch, It. und Vulg. p. 204) AJO*XZ* abf*q; öfter BC (hotter) 3>FMZ<- f<" ffi k 6: öfteres DEHßKMO^Q'TY VVY vg Tisch., cdh aur. (Iren.), (Aug.) Hieron. comm. ; Auct. op. imperf., otteris Q*R, öfteres L, auferes g1; Imperativum sie formatum habes ostende . . et otlers Mt. 8, 4, et pannulam . . veniens adfers II Tim. 4, 13 ambo in Fuldensi; et alibi. TlQoa(f8QEiq in cod. D-1' ex latino perperam traduetum fidetur. Zur Form öfters = oller vgl. unser deutsches: »du bringst« anstatt bring-,
1) Nach Wordsworth-White liest Mt. 20, 22 vg bibiturus. 0* vibi- turus; Mc. 10, 3S vg bibo, GAV gat bibiturus sum.
2) Nach W.-W. vg jedesmal diluvium; in 111 24, 38 0* dilubium; in Lc. 17, 27 ff dilubium; T dillubium.
Texte u. Untersuchungen etc. 36, 1 a. 4.
50 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt. 26, 7 (jtoXvreifiov) und Mc. 14, 3 (om jroXvrsifZov). d in beiden Fällen: praetiosi (statt pretiosi). Die Variante ist um so bemerkenswerter, als in Mc. eine griechische Vorlage für das praetiosi fehlt l.
Mt, 26, 64 und Mc. 14, 62 (oipeo&cu) d: videvitis (statt videbitis).
Mt. 27, 29 und Mc. 15, 18 (xaigai) d: habe (statt ave)2.
Mc. 1, 7 und Lc. 3, 16 d: solbere corregiam (statt solvere c.)3.
Mc. 3, 2 und Lc. 6, 7 d: obserbabant (statt observabant).
Mc. 4, 4 — 8 wird das o fiev durch aliut wiedergegeben, die drei folgenden alla. allo. aXXo durch aliud; an der Parallel- stelle Lc. 8, 5 — 8 wird das o fisv mit aliut wiedergegeben, die folgenden drei aXXo durch aliud4.
Mc. 10, 15 (ov [17] sie, avz?]V SLösXevösrcu) d: non intravit in illum und Lc. 18, 17 (ov fir] eiösXfr?] siq avrrjv) d: non in- travit in illud (beidemale intravit statt intrabit). Man beachte, daß der Lateiner die im Griechischen verschiedene Stellung der Worte verschwinden läßt.
Mt. 20, 30 (xad-Tjfjievoi) d: saedentes (statt sedentes) und Mc. 10, 46 (exafrrjTo) d: saedebat (statt sedebat).
Mc. 9, 20 (sragat-ev) und Lc. 9, 42 (oweraga^ev) d: con- turbabit (statt conturbavit).
Mc 12, 9 und Lc. 20, 16 d: davit (statt dabit).
Auch hier wird die Beweiskraft dadurch etwas abgeschwächt, daß im Cantabrigiensis Vertauschung der Buchstaben b und v5, ae und e, t und d, Wechsel zwischen starker und schwacher Aspiration6 sich nicht selten auch anderswo findet; aber zur Er- klärung dieses Zusammentreffens wird niemand den Zufall an-
1) An beiden Stellen praetiosi vg codd.
2) vg in beiden Fällen have; in Mt. 27, 29 BCHO*T habe; in Mc. 15, 18 BCJOTX habe.
3) vg in beiden Fällen solvere corrigiam; Mc. 1, 7 C solbere, DE cor- regiam; Lc. 3, 16 D corregiam.
4) vg immer aliud; Mc. 4, 4 C^GHT aliut; 4, 5 HP »GHZ* aliut; 4, 7 C3>*GH aliut; 4, 8 CS^GH aliut; Lc. 8, 5 CG aliut; 8, 6 GZ* aliut; 8, 7 GH*Z* aliut; 8, 8 CG aliut. Also nur die Vulgatahandschrift T stimmt in Mc. mit der Schreibweise von d übereiu. Man sieht daraus, wie wenig hier an ein zufälliges Zusammentreffen gedacht werden darf.
5) Vgl. Rönsch 455 f.
6) Vgl. Rönsch 462 f.
§ 3. Parallele Varianten. 51
rufen, es finden sich unter den orthographischen Varianten Er- scheinungen, die nur dadurch eine befriedigende Erklärung finden, daß entweder das einzelne Evangelium unter Zuhilfenahme einer lateinischen Evangelienharmonie aus dem Griechischen ins Latei- nische übersetzt, oder daß die fertige Übersetzung nach einer solchen Harmonie corrigiert worden ist. Neben dem praetiosi (Mt. 26, 7 und Mc. 14, 3; Joh. 12, 3 schreibt d pretiosi) fällt namentlich auf das viviturus sum (Mt. 20, 22 und Mc. 10, 38)» weil es sich in unmittelbarer Nähe des in gewöhnlicher Ortho- graphie geschriebenen bibere findet. Bei Mt. ist die futurische Form erklärlich, es ist die wörtliche Übersetzung von [teXXco jtsivsiv, aber in Mc. ließ der Grieche mit seinem Präsens jtetvco nur die Übersetzung bibo zu.
Es folgt eine Liste innerlateinischer Doppelvarianten, d. h. solcher parallelen Varianten, die im griechischen Text, bzw. im griechischen Diatessaron nicht ihre Erklärung finden, darum auf ein lateinisches Diatessaron hinweisen *.
Mt. 4, 4 und Lc. 4, 4 übersetzt d e ji agrco (iovco jedesmal in pane solo. D schreibt in Mt. 4, 4 statt ent Jtavri Q7]fiaTt das dem lateinischen Diatessaron entsprechende sv navxt Qr^iaxt. In Lc. 4, 4 fügt D nach avdgcojtoq die Worte all sv ütavzi Qfjfiavi dv hinzu.
Mt. 4, 18 (tjöav yctQ aXieiq) und Mc. 1, 16 (tjoav yctQ aleteiq) übersetzt d jedesmal: erant autem piscatores. Tischen- dorf verzeichnet an beiden Stellen keine Variante für yctQ.
Mt. 10, 10 (a£iog yctQ eöriv) d: >> dignus est enim und Lc. 10, 7 (a^ioq yctQ) d: dignus est enim.
Mt. 10, 11 (?] jzoliq eiq t]v av SLöskü-fjTS eiq avxr\v) d: ci- vitas in quacumque introieritis in ea und Lc. 10, 10 (scq r\v öav jioliv £iöel{hf]Te) d: in quacumque autem civitate intraveritis. In Mt. 10, 5. 12 wie in Lc. 10, 5. 8 wird introire mit dem Accu- sativ construiert.
1) Für die folgenden Collationen standen mir leider die Old Latin Bi- blical Texts nicht zur Verfügung, sondern neben dem Novum Testamentum D. N. J. Chr. secundum editionem sancti Hieronymi rec. J. Wordsworth (H. J. Withe), Pars I Oxon. 1889— 98, nur noch P. Sabatier, Bibliornm sacrorum latinae versiones antiquae seu vetus Italica, Tom. 111, Paris 1751. Soweit ich dies am Cantabrigiensis nach der Ausgabe von Scrivener con- trollieren kann, weist Sabatier die für solche Arbeiten notwendige Akribie nicht immer auf. Orthographische Varianten verzeichnet er fast nie.
4*
52 H. J. Yogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt, 10, 22 und Mc. 13, 13 wird y,ai eöeö&ai (isiöovfisvoi vjto ütavxmv beidemale übersetzt: et eritis odio ab omnibus. In Lc. 21, 17 wird der gleiche griechische Text übersetzt: et eritis odibiles ab omnibus. Vielleicht ist hier odibiles spätere Correctur 1.
Mt. 11, 7 und Lc. 1, 24 wird xaXafiov vjio avsfiov OaXevo- (ievov jedesmal übersetzt: arundinem (d in Lc. harundinem) a vento moveri2.
Mt. 11, 11 (o ös juxqotsqoq) d: minor autem qui est und Lc. 7, 28 (o ftsixQOTSQog) d: qui minor est.
Mt. 12, 24 (pvzog ovx szßaXXec xa öat.ovia u fir] sv xa) ßeeX&ßovX aQyjovxi xwv öaiitovtco) d: hie non eiecit daemonia nisi in belzcbul principe m daemoniorum und Mc. 3, 22 (oxi tv xca aQyovxL xmv öcufWVLCOV ezßaXXsi xa öaifiovia) d: quia in principe daemoniorum eicit daemonia3.
Mt. 12, 28 (aga scp&aoav e<p vkuag) d: ergo praevenit in vos und Lc. 11, 20 (aga ecp&aciev e<p vfiag) d: forsitam adpropin- quavit in vos4.
Mt, 13, 2 und Mc. 4, 1 (coöxs avxov eig xo nXoiov ev- ßavxa) übersetzt d in Mt,: ita ut in navi ascendens, in Mc: ita ut ipse in navi ascendens (Rönsch 406).
Mt. 13, 22 (o de sie xag axav&ag OJisigof/svog) d: qui autem in spinis seminatur und Mc. 4, 18 (ot eig xag axav&ag ojtst- QOfievoi) d: qui in spinis seminantur. Auch Mt. 13, 7 übersetzt d aXXa ös sjreöev sig xag axav&ag durch: alia autem ceciderunt
1) Nach Sabatier lesen Lc. 21, 17: odio magno hominibus c, odio hominibus ff2, odio omnibus hominibus f gat, odio omnibus a vg, odibiles omnibus Cypr. Testim. 3, 29 (ed. Hartel 142, 18; Cod. M liest omnibus hominibus). Zu vergleichen ist auch Mt. 24, 9.
2) Mt. 11,7 lesen moveri: b f g!h Hilar.; Aug. (Serm.66); Auetor quaest. NT; Auetor op. imp. in Mt.; Iuvenc; agitari: a c Hieron. in Ezech. ; Aug. in Joh. I; Lc. 7, 24 lesen moveri: a ff2 g1 g2 q gat Ambros. in Lc; c liest wie Mt.: agitari.
3) In Mt. 12, 24 lesen prineipem: abfg* und ff * ; in Mc. 3, 22: f g» (vgl. c und ff2: beelzebub [ff2: beelzebulj habet prineipem daemoniorum); ebenso vg codd.
4) Mt. 12, 28: in vos a b f ff2 h vg Ambros.; Aug. ; Auct. op. imp. in Mt.; VigiL Taps.; super vos ff1 Aug.; ad vos c; in vobis g1 Hil. ; inter vos g2. Lc. 11, 20: in vos fff2vg Tert. adv. Marc; Ambros.; Vigil. Taps.; super vos c Aug.
§ 3. Parallele Varianten. 53
in spinis, an der Parallelstelle Mc. 4, 7 xai aXXo sjteöev ent xag axavd-ag durch: Et aliud caecidit in spinas (Rönsch 406).
Mt. 13, 11 und Lc. 8, 10 wird xa {ivöxrjoia übersetzt mit mysterium. Der Lateiner gleicht dadurch die beiden Synoptiker aus mit Mc. 4, 11. Dort liest D (wie Nestle): xo fivörrjQiov d: mysterium K
Mt. 14, 9 und Mc. 6, 26 wird öia xovg ogxovg übersetzt: propter iusiurandum2.
Mt. 14, 10 (anexetpalioev xov imavvr\v ev xr\ (pvXaxr\) d: decollavit iohannen in carcerem und Mc. 6, 27 (aJiexecpaXiöev avxov ev xr\ (pvlaxrj) d: decollavit eum in carcerem3.
Mt, 14, 11 und Mc. 6, 28 (rjveyxev) d io beiden Fällen: adtulit.
Mt, 14, 15 und Mc. 6, 36 wird ajteX&ovxeg wiedergegeben durch euntes. Die Erklärung gibt Lc. 9, 12. Dort liest D (wie Nestle): jiooev&evxeg, d: euntes4.
Mt, 16, 27 (eoyeöd-ai, ev xr\ öo^rj xov jcaxQog avxov) d: venire in gloriam patris sui und Mc. 8, 38 (oxav eXd-i] ev x?] öo^a rov Jtaxgog avxov) d: cum venerit in gloriam patris sui. Auch Mc. 9, 2 übersetzt d el?]Xv&viav ev övvafiei mit: veniens in virtutem, an der Parallelstelle Mt. 16, 28 egxokuevov ev xi] ßaoiÄeuc avxov mit venientem in regno suo.
Mt. 18, 5 übersetzt d: et quicumque susceperit ununi pue- rum talem in nomine meo me recipit. Für dasselbe griechische Verbum (öe^rjxai bzw. öe%exai) gebraucht der Lateiner also die verschiedenen Vocabeln suscipere und recipere. Der Vorgang wiederholt sich Mc. 9, 37, wo d liest: quisquis ex huiusmodi pueris receperit in nomine meo me recipit et quicumque me susceperit non me suscipit etc. Auch in Mc. ist das griechische Verbum dasselbe (ös£,?]xai bzw. öeyexai).
1) Mt. 13, 11 lesen mysterium: a c f ff2 g1 1 q Ir.; Auct. op. imp. in Mt.; Phoebad. Agin.; Lc. 8, 10: a c f g1 ff2 gat vg (Pboebad. Agin.).
2) Mt. 14, 9 lesen iusiurandum: ctPk; iuramentum: ab g1 g2 f ff2h q gatVg; Mc. G, 26 iusiurandum: acfö'2vg Ambr. ; iuramentum: g2.
3) a und g1 lesen ebenfalls in Mt. 14, 10: decollavit iohannem in carce- rem; in Mc. 0, 27: decollavit eum in carcerem; ebenso vg codd. (Rönsch 410).
4) Mt.14,15 lesen euntes: a c g1 g2f tf1 ti'2h gat vg; Mc .6,36: acfg2vg (ff2 exeuntes). Vgl. auch Mc. 6, 37 (D: aneXd-ovze^;; d: euntes), zu erklären durch Lc. 9, 13 (D: TiooEvO-Eweg; d: euntes).
54 2. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt. 20, 23 hat der Lateiner das AAAOICHTOIMAGTAI statt als aXX oig rjxolfiaoxac als aXXoig ?)xoiftaöxcu aufgefaßt und übersetzt: aliis praeparatum est. Mc. 10, 40 wiederholt sich der Vorgang, d liest dort: aliis paratum est. Tischendorfs Apparat zu Mt. 20, 23 lautet: d aliis (item Hil. Aug., sed vi- dentur a Mc. 10, 40 pendere ubi itmu aliis verterunt). Bei Mc. 10, 40 merkt Tischendorf an: a b d ff 2 k aeth aliis i. e. aXXoig (quo accentu 225). Man kann sich danach ein Bild davon machen, in welchem Maß der lateinische Tatian die Vetus latina beein- flußt hat.
Mt. 21, 21 werden die beiden Imperative aofr?]xi xcu ßXrj- drjzi übersetzt: tollere et mitte te, in Mc. 11, 23 die gleiche griechische Vorlage: tollere et mitte re. Für die lateinische Harmonie kommt natürlich nur tollere et mittere in Betracht, mitte te in Mt. ist spätere Correctur1.
Mt. 22, 37 und Mc. 12, 30 wird das Futurum ayajirjaeig jedesmal durch das Präsens diligis übersetzt2.
Mt. 24, 16 (cpevysxcoöav etg xa oqi]) d: fugiat in montibus und Lc. 21, 21 {(pevyexmöav etg xoorj) d: fugiant in montibus3.
Mt. 26, 18 (vjtaysrs eig xr\v jioXiv) d: itte in civitate und Mc. 14, 13 (yjzaye stg x?]V JtoXcv) d: ite in civitate.
Mt. 26, 61 (övvaficu xaxaXvöcu xov vaov rov &v xai öia xqsicov 7][iSQwv ocxodofi^öac avxov) d:possum dissolvere templum hoc dei et post tres dies aedificare eum eum und Mc. 14, 58 (ort eym xaxaXvoco xov vaov xov xuqojzoiijxov xai öca xqucov rjueQoov allov avaöxr]6oi) d: quia ego destruam hunc templum fanu factum et post tertium diem aliut suscitabo. Zunächst bietet der Grieche keine Vorlage für hoc bzw. hunc4; dann ist eigentümlich der Wandel des Genus, in Mt. hoc, danach eum; in Mc. hunc, danach aliut. Zu vergleichen ist auch der Zusatz, den D zu Mc. 13, 2 macht: xat öia xqlcov ?]iu£Qmv aXXog ava6xr\- öexcu avsv %£iqol>v, d: et post tertium diem aliut resuscitetur sine manibus: vgl. auch Act. 6, 14.
1) Mt. 21, 21 lesen tollere et iactare: c Ambr. (ter); tollere et mittere: b Aug. in Ps. 45; Mc. 11, 23 tollere et mittere: fff2g2vg.
2) Ebenso vg codd.
3) In Mt. ebenso: [ajcff^h; in Lc.: agifff2. (Rönsch 406 f).
4) Nestle ediert Mt. 26, 61: rov vaov xov 9-eov; Mc. 14, 58: xov vaov xovxov; Joh. 2, 19: xov vaov xovxov.
§ 3. Parallele Varianten. 55
Mt. 27, 42 und Mc. 15, 32 (iöqcitjX). d in beiden Fällen: istrahel l.
Mt. 27, 46 und Mc. 15, 34 (Cacp&avei) d in beiden Fällen: zapthani2.
Mt. 27, 58 (rjrrjöaTo) und Mc. 15, 43 (srrjöaro). d in beiden Fällen: petit, an der Parallelstelle Lc. 23, 52: petivit3.
Mc. 10, 30 (pq av fif] laß/] exaTovxajilaötova ev tod xaigco Tovzco) d: qui non accipiet centiens tantum nunc in hoc tem- pore und Lc. 18, 30 (eav y.r\ laß?] ejtrajtlaöiova ev reo xcugw xovtco) d: si non accipiet septi es tantum in tempore hoc. Außer dem tantum, das im Griechischen keine Vorlage hat, beachte man, daß in Mc. das ev reo xaiQco rovreo doppelt über- setzt ist. Das in hoc tempore ist wohl — schon die Stellung der Worte deutet dies an — erst später hinzugefügt.
Ich denke, daß man hiermit die Existenz eines altlateinischen Tatian als bewiesen betrachten darf4, und füge nunmehr eine Liste von Stellen au, bei denen die auffällige Form des latei- nischen Cantabrigiensis ihre Erklärung durch eine Parallelstelle des lateinischen Cantabrigiensis findet. Diese Liste wird einer- seits die letzten Zweifel und Bedenken gegen ein lateinisches Diatessaron beseitigen, und andererseits eine Reihe von Lesarten für dasselbe sichern.* Aus der vorstehenden Liste wird man schon beobachtet haben, daß Mt. uns den größten Teil dieser Lesarten aufbewahrt hat — nur das letzte Beispiel ist ein Vari- antenpaar aus Mc. und Lc; die folgende Liste weist nach der nämlichen Richtung.
1) Zur Namensform istrahel vgl. J. R. Harris, A study of Codex Bezae 116 und J. Denk in Theol. Revue 1910, 272. (Rönsch 460).
2) Mt. 27, 46 lesen h [vg coddj: zapthani; b vg codd zaptani; rP sap- thani; Mc. 15, 34 k zaphani; fi"2 sapthani; i* izpthani.
3) Mt. 27, 58 lesen ebenso vg codd; Mc. 15, 43 vett. omn. excepto cvgeodd. Lc. 23, 52 vett. plur. vg codd: petit; vgl. Wordsworth- White zu Joh. 5, 24.
4) Pflichtet man diesem Resultat bei, so erhebt sich auch von neuem die Frage, ob die Evangelienharmonie des Bischofs Victor von Capna ein lateinisches oder ein griechisches Diatessaron war. Th. Zahn, Forschungen z. Gesch. des ntl. Kanons I 310 nimmt an, daß es eine gegen 500 ent- standene lateinische Harmonie war. E. Preuschen (PRE3 20, 607 ff) und J. Chapman, Notes on the early history of the Vulgate Gospels, Oxford 1908, 7Sfl" glauben, daß nur an ein griechisches Diatessaron gedacht werden könne. (Vgl. H. v. Soden in Theol. Literaturzeitung 1909, 2601).
56 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt. 13, 54 übersetzt d söiöaöxev avrovg sv rr\ övvaymyr} avxcov mit: docebat eos in synagogas eorum; ähnlich übersetzt d in Mc. 6, 2 rjQ^aro öiöaöxuv ev rrj övvaycoyrj: coepit docere in synagogam. Ein Blick auf die Parallele Lc. 4, 16 erklärt die Lesarten: introibit secundum consuetudinem in sabbato in syn- agogam.
Mt. 15, 8 ist %ei[ia = diligit, Mc 7, 6 ayauta = honorat 1.
Mt. 19, 26 übersetzt d jtaga av&Qcojtotg tovto övvarov eörtv mit: aput hominibus hoc inpossibile est. Die Lesart wird erklärt durch Lc. 18, 27; dort übersetzt d ra aövvata naoa avfrgcojiOLQ övvara naget &co eortv mit: quae iupossibilia sunt in hominibus apud dm possibilia sunt.
Mt. 23, 7 übersetzt d rovg aöJtaöfiovg ev ratg ayogaeg mit: salutationes in foros. Die Erklärung gibt Lc. 11, 43; hier wird wird der gleiche griechische Text von d wiedergegeben: et sa- lutationes in foro; vgl. auch Lc. 20, 46 2.
Mt. 24, 24 übersetzt d das coore jiZavrj&rjvai et övvazov xai rovg exZexrovg: ut seducantur si possibile est et electos. Man möchte das electos für eine mechanische Übertragung des nebenstehenden exlexrovg halten; daß diese Auffassung unrichtig ist, zeigt die Parallelstelle Mc. 13, 22: ad se ducendos si potest fieri etiam electos3.
Mc.1,2 übersetzt d cog yeygajixat ev rjöa'Ca reo jrQocprjTT] durch: sicut scriptum est in esaiam prophetam. Die Lesart wird erklärt durch Mt. 3, 3: ovrog yag sonv o orjfrzig öia rjöalov rov jiqo- (prjrov. Der Lateiner fehlt leider für diese Stelle.
1) Tischendorf, Westcott-Hort und Weiß edieren an beiden Stellen XLfjta. Nach Sabatier lesen Mt. 18, 8 diligit außer d: Tert. adv. Marc; Gaud. Brix. Zu Mc. 7, 6 bemerkt Tischendorf: xi^ia (et. df fPg^qvg): Dsr a b c ayaita (aeth honorant me et amant nie).
2) Tischendorf verzeichnet für das dreimalige ev xaiq ayogaiq keine Variante. Nach Sabatier lesen foro in Mt. 23, 7: ab cf fl'1 ff2g2h gat vg Cypr. (Test. 3, 5 ed. Hartel 118, 7); Hilar. in Mt. 23; Act. op. imp. in Mi; in Lc. 11,43: cffi'2qgatvg; in Lc. 20, 46: cf ff2 g1 g2 q gat vg.
3) Nach Sabatier lesen in Mt. 24, 24: c und h: ita ut in errorem inducant si fieri potest (h possit) etiam electos meos; ff1: ita ut in errorem mittant etiam si fieri potest electos meos; Aug. Contr. Faust.: ut fallant si fieri potest etiam electos; Auct. op. imp. in Mt. : ita ut in errorem mit- tant si fieri potest etiam electos. In Mc. 13, 22 lesen acff2gatvg: ad se- ducendum (gatvg seducendos) si fieri potest (gat possit) etiam electos.
§ 3. Parallele VarianteD. 57
Mc. 4, 24 übersetzt d ev co {iexQG> fiexgeixe fiexQrjfrr/ösxai vfisiv: in qua mensura metieritis remetietur vobis. Den Wechsel zwischen metieritis und remetieritis erklärt Lc. 6, 38: co yaQ [lexQco (lexgeixe avxi fiexQrjd'r} Ostac v^siv d: in qua enim men- sura metieritis remitietur vobis K
Mc. 5, 40 übersetzt d exßalcav xovg o%kovg durch: eiciens turba. Den Grund erklärt uns Mt. 9, 25: quando autem eiecta est turba2.
Mc. 9, 30 übersetzt d ejtogsvovxo öia xr\g yaliXaiag durch: transiebant in galilaea. Ihre Heimat hat diese Lesart in Mt. 17, 22: avx(DV ös avaoxQecpofisvoov ev xi] yaXuXaia, d: ipsis autem conversantibus in galilaea.
Mc. 9, 31 übersetzt d xai fisxa . y . ?]kusQag avaöxrjösxai durch et in tres dies resurgit. Wieder gibt der folgende Vers in Mt. (17, 23) die Aufklärung. Dort D: xai fiexa xgeig JjftsQag eysQ^7]Osxai; d: et post tres dies resurget3.
Mc. 10, 32 übersetzt d xat jcaQalaßcov durch: et adsumpsit. An der Parallelstelle Mt. 20, 17 liest D: jiagelaßev, d: suscepit.
Mc. 11, 15 lautet nach d: et cum esset in templum coepit eicere inde vendentes et ementes in templo et mensas nummulariorum et cathedras ventium columbas evertit. Das letzte Wort evertit ist ohne Vorlage im Cantabrigiensis (D om yMXsöxQeipsv), wir finden es aber in d bei Mt. 21, 12. Die Lesart: cum esset in templum erklärt sich aus Lc. 19, 45: veniens autem in templum oder aus Mt. 21, 12: et introiit ihs in templum4.
Mc. 12, 13 liest d neben xai ajioöxeXlovoiv xivag xcor (paQiöaicov xai xwv i]Qcoöiavcov: etmittunt quosdam pharisaeoruru et herodianis. Das letzte Wort stammt augenscheinlich aus Mt. 22, 16: xai ajroöxeZXovöiv jtgog avxov xovg kuaO-?]xag avxojv fisxa xwv fjQMÖiavojv, d: et mittunt ad eum discipulos suoe cum herodianis5.
1) Die Parallele Mt. 7, 2 fehlt im Cantabrigiensis. In Mc. 4, 24 lesen remetietur: cf g1 g2 rP vg; Cypr. Testim. 3, 22 (ed. Harte! 140, 2; cod. L: metietur).
2) Mc. 5, 40 lesen: c eiecta turba foris; ft'2 abiecta turba f<
3) c liest Mc. 9, 31: post tres dies resurget.
4) Mc. 11, 15 lesen c[f]ff2vg: et cum introisset in templum.
5) Mc. 12, 13 liest afl'2: quosdam ex pharisaeis et herodianis; c: quos- dam ex pharisaeis et ex herodianis; g2: quosdam ex pharisaeis cum hero- dianis; gat: quosdam cum herodianis et pharisaeis.
58 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mc. 14, 36 übersetzt d övvaxa navxa oot uöiv jiagtvsyxe durch: si possibiliä omnia tibi sunt transferre. Das weist auf die Parallele Lc. 22, 42 hin, wo 8t ßovXet Jtagevsyxe wieder- gegeben wird mit: si vis transferre.
Mc. 14, 55 wird xai ov% rjvgioxov von d übersetzt: et nee inveniebant. Das überschüssige et stammt aus Mt. 26, 60; D dort: xai ovx svqov, d: et non invenerunt.
Mc. 15, 26 liest D: t]v ös ejiiyoacpT] xrjg aixiag avxov ejci- ysyQccfifiev?]. Das übersetzt d: erat autem causa criminis eius inscriptio. Verständlich wird das letzte Wort durch Lc. 23, 38: erat autem et inscriptio superscripta super eum1.
Mc. 15, 30 übersetzt d xaxaßag mit: et descende. Ihre Er- klärung findet diese Übersetzung in Mt. 27, 40. D liest dort: xai xaxaßr]&8i, d: et descende2.
Lc. 5, 24 übersetzt d bjzi xrjg (om yrjg) a<pivai: super terra dimittere. Die Form terra weist hin auf Mc. 2, 10, wo d sju xrjg yrjg atpisvai wiedergibt durch: in terra demittere3.
Lc. 5, 30 schreibt d: pharisaei et scribae murmurabant ad discipuloSS eius dicentes. Was das überschüssige s hinter diseipulos bedeutet, zeigt uns die Parallele Mt. 9, 11, wo d Ei- öovxsg de oi cpaQiöatoi bljzov xoig [ia&7]Tcug avxov übersetzt: videntes autem pharisaei dixerunt diseipulis Suis (suis d. h. Jesu). Das s hinter diseipulos in Lc. macht es m. E. sehr wahrscheinlich, daß es auch in Lc. 5, 30 früher geheißen hat: diseipulos suos. Später ist es dann in das grammatisch richtige eius corrigiert worden4.
Lc. 6, 4 wird xai ot övv avreo übersetzt: et qui cum eo erat. Das erklärt sich aus Mc. 2, 25: xai ot [ist avxov ovxsg, d: et qui cum illo erant. Zu vergleichen ist auch Mt. 12, 3: xai ot tuex avxov, der Lateiner läßt mit der Lesung: et qui cum eo unbestimmt, ob ein Singular oder Plural gemeint ist.
Lc. 7, 32 lautet in d: similes sunt infantibus qui in foro
1) Mc. 15, 26 liest c: et erat inscriptio causae eius; ff2: et erat super- scriptio criminis scripta.
2) Mc. 15, 30 lesen ferner c und ff2: et descende.
3) Lc. 5, 24 lesen in terra: g1 und vg
4) Nachträglich bemerke ich, daß Wordsworth- White zu Lc. 5, 30 notieren: eius: suos D* (corr. mg.). [Cod. D ist hier der Vulgatacodex Dublinensis].
§ 3. Parallele Varianten. 59
sedentibus. Die Form sedentibus erklärt sich aus Mt. 11, 16: similis est pueris sedentibus in foro l.
Lc. 15, 4 findet sich neben ng avdQcojiog e§ vfimv og 8$ei txarop jüQoßara xai ajioleö?] £5 avrow tv ovx a<pi?]6i die Übersetzung: quis ex vobis homo qui habet centum oves et per- diderit unum ex eis nonue dismittit. Das hier gänzlich unmoti- vierte perdiderit ist Mt. 18, 12 erraverit nachgebildet; eben dorther rührt auch die Stellung unum ex eis statt ex eis unum; denn D schreibt Mt. 18, 12: av eg clvtcqv, d: una ex eis2.
Lc. 20, 42 weist die Übersetzung von xaQov sx öe^ioiv /nov, sede a dexteram meam auf eine Correctur hin. Mt. 22, 44 über- setzt d: sede a dextris meis; Mc. 12, 36 hat d: sede ad dexteram meam. Auch Act. 2, 34 hat d: sede ad dexteram meam.
Lc. 20, 46 lautet d: adtendite a scribis qui volunt ambu- lare in stolis at amantium salutationes in foro. Der wunder- liche Wechsel in der Construction erklärt sich durch einen Blick auf die Parallele Mc. 12, 38; dort wird rcov tsIcdvcov (Schreib- fehler statt delovTcov) ev örolaig jzeQtJcazsiv wiedergegeben durch: qui volunt in stolis ambulare3.
Lc. 22, 50 wird siq ng sg avxwv übersetzt durch unus eis, an der Parallelstelle Mt. 26, 51 die Worte sig roov fiera ifjv durch: unus ex is qui erant cum ihu, in Mc. 14, 47 ng durch unus.
Soweit uns in den bisherigen Darlegungen das lateinische Diatessaron als greifbare Größe entgegentritt und ein Urteil er- möglicht, handelt es sich um eine der Orthographie, der Wort- bildung wie der Syntax nach dem Vulgärlatein angehörige Übersetzung, die überall das Bestreben verrät, den griechischen Text möglichst treu wiederzugeben. Wenn man bedenkt, daß fast die ganze Vetus Latina durch den lateinischen Tatian be- einflußt worden ist, liegt es nahe, zu vermuten, daß diese Har- monie den ersten Versuch darstellt, das Evangelium in das römische Gewand zu kleiden.
•1) Rönsch 443 hält das qui in Lc. 7, 32 für die Übersetzung des griechischen Artikels.
2) Wordswortk-Withe zu Lc. 15,4: unam (unum Od): erraverit una bcf (unam) ff2lq, perierit una a.
3) Zur Lesart in foro als Übersetzung von ev tcciq ayoQctiz vgl. oben S. 56.
60 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Die Übersetzung selbst scheint eine interlineare gewesen zu sein. So würde sich zunächst der ängstliche Anschluß an den Griechen am besten erklären, d übersetzt nicht nur immer Wort für Wort, sondern zuweilen sogar Silbe für Silbe: der Lateiner gibt gewöhnlich das Compositum durch ein Compositum wieder, er behält eine große Anzahl griechischer Worte bei und gleicht nur allzu oft dem Kinde, das ein Gefühl seiner Unbeholfenheit am Kleid der Mutter festhält. So würden sich weiterhin Fehler wie Mt. 4, 2 vötsqov = postera, Lc. 4, 32 Xoyoq = verbus \ Lc. 15, 20 ajcexovzog = habentes, Lc. 21, 2 jcevixgav = pau- peram, Lc. 22, 38 ovo fiax^Qac = duo machaerae, Lc. 24, 49 evövöfjöd-e övvanLv = induamini virtutem — es sind immer nur Stellen ausgewählt, an denen sich mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuten läßt, daß sie zur Evangelienharmonie gehört haben — am leichtesten erklären2. ,
Mt. 27,, 26 und Mc. 15, 15 liest D in beiden Fällen statt (pgayellcoöaö das Wort (pkayellwöaq. An beiden Stellen steht er mit dieser Lesart allein da. Offenbar ist sie entstanden durch eine lateinische Übersetzung, d hat in Mt.: flagris caesum, in Mc: flagellis caesum. Nach Sabatier und Wordsworth-White haben c ff 2 h vg codd in Mt.: flagellis caesum, f ff 1 g1 g2 q vg: flagellatum; in Mc. haben c ff 2 g2 gat vg: flagellis caesum, so daß man als wahrscheinlich annehmen kann, daß der lateinische Tatian flagellis caesum las. Eine Interlinearübersetzung erklärt das Eindringen des lateinischen L in das griechische Wort <pga- ysllcoöag am leichtesten.
Mc. 5, 26 lesen wir statt cocpelri&ELöa die Form cocpeZi- &Eiöa. Anscheinend steht D mit dieser Lesung — Tischendorf verzeichnet sie nicht — wieder ganz singulär dar. Der neben- stehende Lateiner übersetzt dies Wort mit proficebat 3, ein Wort, in dem also gerade jener Buchstabe fehlt, der im Griechischen verkehrt
1) Vgl. aber Rönsch 266.
2) Über die Beziehungen zwischen dem griechischen und lateinischen Cantabrigiensis vgl. neben J. R. Harris, A study of Codex Bezae 53 ff namentlich Herrn, v. Soden, Die Schriften des Neuen Testaments 1323 ff.
3) Nach Sabatier, der für Mc. 5, 26 den Cantabrigiensis mit proficiebat wiedergibt, lesen cff2 profecerat. So edieren auch Wordsworth-White die hieronymianische Vulgata; proficerat BDE3>GILMMX)RVZ.
§ 3. Parallele Varianten. 61
ist. Sollte es vielleicht zu kühn sein, anzunehmen, daß dieser Tatbestand durch das Bild
PROFiCiEBAT
Q&EAHBEI2A
seine Erklärung findet? Das I brauchte nur ein wenig tiefer zu kommen, um als Correctur für H zu gelten.
Ganz ähnlich liegt noch ein zweiter Fall. Mt. 26, 23 und Mc. 14, 20 liest D statt ev reo TQvßlico bzw. eig ro rgvßXiov jedesmal seg ro TQvßaXiov. An beiden Stellen steht der Beza- text mit dem rgvßaXiov einzig da l. Die Sache wird anscheinend noch rätselhafter dadurch, daß gleichzeitig der Lateiner beidemale in parapside übersetzt, wo doch die Vocabel gewöhnlich paropsis (griech. xaQOipic) lautet. Sobald man aber bedenkt, daß der Buchstabe A im Griechischen wie im Lateinischen derselbe ist, wird man die Vermutung nicht los, daß zwischen der griechischen und der lateinischen Doppelvariante eine enge Beziehung ob- waltet , m. E. die durch die Interlinearübersetzung gegebene. Das Bild
PAROPSIDE TPVBAAION
würde alles erklären. Einem Leser des bilinguen Diatessarons wäre parapside die geläufigere Form gewesen — sie findet sich auch außerhalb unserer Stelle, z. B. Mt. 23, 25 (neben D jtccqo- ipiöog, A jtaQaßöipiöoc, d parabsidis) 2, er hätte deshalb unter
1) Suidas, Stephanus, Sophokles, Du Cange und Hatch-Red- path kennen die Form xovßaXiov nicht.
2) Wordsworth-White zu Mt. 23, 25: parapsidis naooiplöoq) AB[PFH &JKMMQVWX-YZ: parabsidis CDEILO- RTX* paratsidis 0*; paropsidis vg; zu Mt. 26,23: parapside: parabside CDEIRTX*, paiopside vg; nach Sabatier lesen Mt. 23, 25 parapsidis cfg^Mi; paropsidis fi"1 ff2 Auet. op. inip. inMt.; Hil. (paropsides) ; Mt.26,23 0 parabsideui; h parapsidem; f g1 g2 parapside; ffj ff 2 q paropside; Mc. 14,20 c voletario; yg catino. Herrn Professor Dr. C. Wey man vordanke ich den Hinweis auf die kleine Abhandlung von J. Huemer, Paropsis-Parapsia in den Commentationefl Woelfflinia.nao, Lipsiae 1891, 180 ff. Danach käme die Form paropsis nur an einigen Stellen und bei Autoren vor, bei denen griechischer Einfluß nachweisbar oder wahrscheinlich ist; parapsis sei die lateinische Vnlg&r- form, deren sich die christliehen Schriftsteller ausschließlich bedient hätten.
02 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
das 0 des ursprünglichen PAROPSIDE ein A in den Text hineincorrigiert und diese Correctur wäre dann in die obere und untere Zeile eingedrungen.
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten.
Um über das Maß und die Art der harmonistischen Beein- flussung des Cantabrigiensis eine Übersicht zu ermöglichen und um ein Hilfsmittel für Tatianstudien zu schaffen, gebe ich im folgenden eine Liste aller harmonistischen Lesarten, die sich in D finden; d ist nur da berücksichtigt, wo D fehlt. Ich habe den Codex nach dieser Richtung hin dreimal durchgearbeitet und hoffe, daß die Liste vollständig ist. Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der früher aufgestellte Grundsatz, wonach keine Lesart als harmonistisch angesprochen werden soll, die entweder Westcott-Hort oder Tischendorf oder B. Weiß in ihren Text aufgenommen haben, bei der Aufstellung dieser Liste immer in Kraft geblieben ist. So wird man z. B. bei Lc. 4, 44 nicht die Lesart yaXiXaiag verzeichnet finden, obwohl sie offenbar har- monistischen Ursprungs ist. Sie ist aus Mc. 1, 39 eingedrungen. Scrivener, Introduction 3 545 stellt die Sache geradezu auf den Kopf, wenn er meint, raXiXaiaq und nicht Iovöaiaq sei die richtige Lesart, Iovöacag sei unmöglich, weil Mc. 1, 39 parallel sei. Gerade darum, weil Mc. 1, 39 parallel ist, heißt es in D yaXiXcuaq und nicht wvöaiaq, gerade darum ist D mit seiner Lesart aber auch abzuweisen. Dies Urteil scheint mir unum- stößlich zu sein, wenn man beobachtet, wie die ganze Perikope Lc. 4, 31—44 vom Marcustext beeinflußt ist. Lc. 4, 33 c^ ^> jjv de sv xr\ övvaywyr] avd-QWJioq (vgl. Mc. 1, 23); Lc. 4, 34 <^> Xeycov (aus Mc. 1, 24); Lc. 4, 34 om sa (wie Mc. 1, 24); Lc 4, 35 + avaxgayavöav (nach Mc. 1, 26); Lc. 4, 37 c>o et-rjX&ev r\ axorj (wie Mc. 1, 28); Lc. 4, 38 ~ r\X&sv (vgl. Mc 1, 29); Lc. 4, 38 + xcu avögatov (aus Mc 1, 29); Lc. 4, 40 <>o epsgov (aus Mc 1, 32); Lc. 4,43 <~ aXXag (nach Mc 1, 38: aXXaxov); Lc. 4, 43 <v> eig rovro yaQ (aus Mc. 1, 38). Das wird über die Lesart raXiXaiaq keinen Zweifel lassen. Trotzdem wird man sie nicht in der Liste finden, da Tischendorf sie in den Text aufnimmt.
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 63
Herrn, v. Soden gibt in seinem großen Werk S. 1311 — 1319 ebenfalls eine Liste solcher Paralleleinwirkungen bei D. Von dieser unterscheidet sich die meinige nach doppelter Richtung. Einmal sind bei mir, abgesehen von der eben erwähnten Be- schränkung, alle Paralleleinwirkungen aufgenommen, während in v. Sodens Liste »nur die unter den bedeutsameren griechischen Codd. von D allein vertretenen Paralleleinwirkungen« verzeichnet sind. Insofern ist meine Liste bedeutend vollständiger. Nach anderer Richtung ist sie weniger vollständig, da hier nur Les- arten, die aus directen Parallelen geflossen sind, aufgenommen werden. Über die Berechtigung, Varianten in D durch Parallelen im weiteren Sinne zu erklären, kann man sehr verschiedener Meinung sein. Ob man z. B. (mit v. Soden 1318) Joh. 6, 5 > ox^og jtoZvg aus Mc. 4, 1 erklären darf, wird ebenso zweifel- haft bleiben müssen, wie daß, wenn D in Joh. 6, 11 nach ofiowiq ein (?£ hinzufügt, dies aus Mt. 27, 41 (sie!) stammt. Auch daß die Lesarten Joh. 6, 42 ajto 1. sx in Lc. 9, 54; Joh. 8, 51 oq av 1. eav ng in Lc. 8, 18; Joh. 9, 9 sreQot 1. allot in Mt. 16, 14; Joh. 9, 35 om s§co in Lc. 20, 12; Joh. 10, 15 öiöoiölv 1. tl^tjöiv (lies ri&rjfii) in Mt. 20, 28; Joh. 11, 56 öoxeire 1. öoxst vtuiv in Lc. 12, 51; Joh. 15, 5 add yaQ post eym in Lc. 21, 15 ihre Heimat haben, wird nicht jedem einleuchten.
Dabei wird man natürlich hie und da zweifelhaft sein können, ob eine Lesart der folgenden Liste wirklich harmonistischen Ur- sprungs ist. In Fällen, wo ich selbst zweifelhaft war, habe ich mich fast immer gegen die Aufnahme entschieden, nur in dem Fall dafür, wenn auch die Umgebung der Stelle sich durch den Paralleltext beeinflußt zeigte. Alle Stellen sind daraufhin con- trolliert, wie der Dtext an der angezogenen Parallelstelle liest. Wo er von Nestle abweicht, ist dies durch ein vorgesetztes Sternchen kenntlich gemacht und die abweichende Lesung in Klammern hinzugefügt. Nicht ganz selten werden wir dabei das neckische Spiel erleben, daß der Cantabrigiensis die Lesarten zweier Parallelstellen miteinander \ ertauscht, in Mt. z.B. aus Mc. das addiert, was gerade in seinem Marcustext fehlt usw.
Mt.
Mt. 1, 25 + top jiqcdtotoxov (aus Lc. 2, 7)
3, 16 cvd baptizatus est 1. ßctJiTiöfrzig vaus Mc. 1, 9)
64 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt. 3
3
3
3
*3
4 4 4 4 4 4 4 5 5 5 5
5 5
5
*
8 9
*9
*9 9
16 + ei post sunt (vgl. Mc. 1, 10: stöev) 16 + £^ tov ovoavov (aus Joh. 1, 32) i 16 cv3 cög 1. <dö£l (aus Joh. 1, 32)
16 oo eig 1. £jr (aus Mc. 1, 10)
17 cv^ öv el o 1. ouros £öt^ o (aus Mc. 1, 11 oder Lc. 3, 22. D in Lc: et ov om o)
4 + 0 ^^ ante €£jr£^ (aus Lc. 4, 4)
4 om £XJt:oQsvo[i£v<x> 6ia öxofiaxog (wie Lc. 4, 4)
8 <^> eöei^ev 1. öuxvvöiv (aus Lc. 4, 5)
9 > xavxa navxa öoc öcoöco (vgl. Lc. 4, 6)
18 cv) jtaQaycov 1. jitoijzaxmv (aus Mc. 1, 16)
19 + ysveo&ac post t^ag (aus Mc. 1, 17)
24 cv3 jtavxag 1. avxovg (vgl. Lc. 6, 19)
11 > ölw^ovölv vjiag xai oviöiöovöiv (vgl. Lc. 6, 22)
11 om xpsvdofisvoi (wie Lc. 6, 22)
12 cv3 reo ovgavco 1. ro^g ovgavoig (aus Lc. 6, 23)
25 + ö£ Jiccgadwösc post xgixr/g (aus Lc. 12, 58; D jra- gaöcoösi ös)
32 cv3 0£ a*> ajtoZvörj 1. otj jrag o ajiolvwv (aus Mc. 10, 11)
39 om efegjar (wie Lc. 6, 29)
44 + svZoyeixe xovg xaxagcofisvovg vfisiv post v[icov
(aus Lc. 6, 28) 44 -\- xalojg jroisixe xoig fieiöovöiv v\uag post xaxaowfie-
vovg v^isiv (aus Lc. 6, 27) 44 + ejtrjQia^ovxGQV xai post vjteq xwv (aus Lc. 6, 28) 12 <^> a<pto{i£v 1. acprjxctfisv (aus Lc. 11, 4)
28 cv3 gerasenorum 1. yaöagrjvwv (aus Mc. 5, 1 oder Lc. 8, 26)
29 cvd exclamaverunt 1. sxgat-ap (vgl. Lc. 8, 28. D ave- xga^sv)
29 + ihu ante vis (aus Mc. 5, 7 oder Lc. 8, 28) 4 -f- avxoig post eijtsv (vgl. Lc. 5, 22: Jtgog avxovg]
D avxoig) 6 ^> o viog xov avfrgwjrov e^ovöiav sx£i (auS -^c* 5, 24.
D or£ s^ovöiav £%si o viog xov av&gmjzov) 6 + xcu post eyeige (aus Mc. 2, 9; D om xai) 11 ^> afiagxmlcov xai xsXoovodv (aus Mc. 2, 16)
1) Joh. 1, 32, wo Nestle ediert e£ ovgavov, fehlt in D. X 1. 25. 209. lesen hier ex xov ovoavov.
?. 4. Liste der harmonistischen Lesarten.
6i
Mt. 9 10 10 10
10 10
*10
10 10
10 10 10
11 11 11
11 11
12
12
12
*12
12
12 12 12 12 L3
13,
Texte
14 + Jtolla post vr]6T£vo[i£v (vgl. Lc. 5, 33: Jtvx.va)
18 cn3 orad-rjötöfrai 1. ax&rjozö&e (aus Mc. 13, 9)
19 cv^ jtaQaöcoöovöLV 1. JzaQaöoiöiv (aus Mc. 13, 9)
19 om do&rjösrat jag vfitv £v exeivr) xr\ cdqcl rt laZfj-
ö£t£ (wie Lc. 12, 12) 28 cv> (poßr]0-i]re 1. g)oߣtö&£ 2 ° (aus Lc. 12, 5)
28 <^> £tg y££vvav 1. £v y££vvr\ (aus Lc. 12, 5: £iq xi)v y££vvav\ D: £ig y££vvav)
29 c^ jimlowrat l. jio)1.£ltcu (aus Lc. 12, 6; D: Jim- Xurat)
30 cv3 aXXa 1. Ö£ (aas Lc. 12, 7)
30 ^> ai TQiyjtg . . vficov (aus Lc. 12, 7: at tqi%6q r?jg x£(paXrjg vficov Jtaöcu; D: at TQt%eg v^tmv Jtaöat xi]g x£<paXrjg) 35 ex? vlov 1. avÜQeojcov (nach Lc. 12, 53) 35 oru rov ante jiaxQog (nach Lc. 12, 53) 42 + vöarog post jüottjqiov (aus Mc. 9, 41)
8 + £lölv post ßaoiX£Cov (aus Lc. 7, 25)
9 cv. uÖ£lv jtQO(pr]T7]v 1. jcQO(pt]T7]v iÖ£iv (ans Lc. 7, 26) 16 cx3 t?; ayoQa l. t«^ ayogaig (nach Lc. 7, 32: a/o^a;
D: r?? ayoQa) 19 cv3 t£xvojv 1. £Qycov (aus Lc. 7, 35)
24 oo v^e«; 1. öo^ (aus Lc. 10, 14; D: r\\LUV, sed om ?7 ante t][i£iv, d: quam vobis)
1 + tov (= tovc) ante Oraxvag (aus Mc. 2, 23) 10 -f- ??*> £^a post av&gamog (aus Mc. 3, 1) 10 -j- xr\v ante #£*()« (aus Mc. 3, 1) 14 cv> xat £§£Z&ovT£g 1. £^£Xd-ovr£g Ö£ (aus Mc. 3, 6: D: £§£X&ovz£g de)
25 c^ £g? eavrrjv (bis) 1. xa# £avz/jg (aus Mc. 3, 2 1 : vgl. Lc. 11, 17)
26 cv3 £i Je xra 1. *cu £i (aus Lc. 11, 18)
27 cvd ec öe 1. xcu ££ (aus Lc. 11, 19)
29 <>o ötaQJtaoat 1. ag Jtaöat (aus Mc. 3, 27 40 + xeu post £öra^ (aus Lc. 11, 30) 3 <^ öJieiQca 1. rov oxziQew (aus Mo. 4, 3. D om ojt£iQai d Seminare; vgl. Lc. 8, 5: ror ttreipoi D:
OjZElQai)
6 + rov ante >jXigv (vgl. Mo. I, 6)
u. Untersuchungen etc. 36, 1 a.
66 H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt.*13, 7 cv. eig 1. sjti (aus Mc. 4, 7. D: «m) 13, 9 -J- axovsiv post ot« (aus Mc. 4, 9) 13, 13 cv> iva ßXejiovzeg [irj ßXeitcoöLV xcu axovovzsg fir] axovöcootv xai pirj ovvmöiv [ir] jcozs ejnözQstpeoöiv 1. ort ßXsjtovzsg ov ßXsjtovöcv xai axovovzsg ovx axovovöiv ovös övviovöiv (nach Mc. 4, 12) 13, 19 <^ öjrsiQOfisvov 1. söjraQftevov (nach Mc. 4, 16. 18) 13, 19 cv5 avzcov 1. avrov (aus Lc. 8, 12) 13, 22 c^ öJieiQOfisvog 1. OJtaoeig (nach Mc. 4, 16. 18) 13, 23 c^ xrjv yr\v rrjv xaXr\v 1. t?^ xaXrjv yr\v (aus Mc. 4, 20) 13, 23 > axovcov rov Xoyov (nach Lc. 8, 15) 13, 34 cn3 ovx 1. otxfc*> (aus Mc. 4, 34)
13, 55 cvd ovxi 1. oü# 2° (aus Lc. 4, 22)
14, 1 + öe post exeivco (nach Lc. 9, 7)
14, 2 + 02^ syco anexstpaXiöa (aus Mc. 6, 16; vgl. Lc. 9, 9) 14, 3 <^ avrov 1. xai (aus Mc. 6, 17; D: avzov xai) 14, 3 om <piXuiJiov (wie Mc. 6, 18) *14, 8 om 03Ö8 (wie Mc. 6, 25; D: wöe, aber > £jr* jrf-
vaxt code) 14, 12 + avzov post Jtzcofia (aus Mc. 6, 29) 14, 12 oo avro 1. avrop (aus Mc. 6, 29) 14, 15 + avzov post [la&rjzai (aus Mc. 6, 35) 14, 15 om ovv (wie Mc. 6, 36) *14, 16 om trjöovg (wie Mc. 6, 37; D + irjg) *14, 22 om avrov (wie Mc. 6, 45; D -\- avzov) 14, 24 cvd r\v sig (teöov zr\g &aXaöör]q 1. r]ör] özaöcovg jioX-
Xovg ajio r?]g y?]g ajisix^v (nach Mc. 6, 47; D: ev
fieörj rr] d-aXaööif) 14, 25 cvd rrjq O-aXaöörjg 1. xr\v fraXaööav (aus Mc. 6, 48;
vgl. Mt. 14, 26)
14, 30 + löyyoov post avsfiov (vgl. Joh. 6, 18: fieyaXov)
15, 1 cv3 jzoog avzov 1. tcö itjöov (aus Mc. 7, 1) 15, 11 + xav post ov (aus Mc. 7, 18)
15, 11 c^> sxeivo 1. zovzo (aus Mc. 7, 20; D: sxsiva)
15, 14 cv3 evJteöovvrai 1. Jteöovvrac (aus Lc. 6, 39: £//jt-
D: evjteöovvTai) 15, 27 ev? eö&iovöiv 1. ttfihe* (aus Mc. 7, 28) 15, 28 om o ^öoüs (wie Mc. 7, 29) 15, 33 + avzov post fia^rac (aus Mc. 8, 4)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 67
Mt. 15, 36 xw oxXm L roig oyXoig (aus Mc 8, 6)
16, 1 ;> jisioaCovrsg avzov sjtrjQmrrjöav (vgl. Mc. 8, 11)
16, 2 om cwro^ (wie Mc. 8, 12)
16, 4 om xai [loiyaXig (wie Mc. 8, 12)
16, 4 ^re* crjfiiov 1. ötj^lslov exityrai (aus Mc 8, 12)
16, 9 + ore post fiv7](M>vevET£ (aus Mc. 8, 19)
16, 13 om aurov (wie Lc. 9, 18)
16, 13 + (ie post nva (wie Lc. 9, 18 und Mc. 8, 27)
16, 13 >> ol av&Qcojioi Xsyovöiv sivai (vgl. Lc. 9, 18: ol
oyXoi Xeyovöiv sivai; D: Xsyovöiv ol oyXoL sivai;
vgl. D Mc. 8, 27)
16, 14 om ol fjsv (wie Lc. 9, 19 vgl. Mc. 8, 28)
16, 16 + avro) post sutsv (aus Mc. 8, 29)
16, 21 cvd vjio 1. ano (aus Mc. 8, 31.)
16, 21 oo fiera rosig rjfisoag avaörrjvai 1. rrj xqlxi] rjfisga
syeofrTjvaL (aus Mc. 8, 31) *16, 22 c^ xai Xsysiv 1. Xsycov (nach Mc. 8, 33: xai Xsysi;
D: Xsyojv) 16, 23 <^ sjciöroatpsig 1. özocMpsig (aus Mc. 8, 33) 16, 26 cv3 cocpsXsirai 1. m(psXi]&r}öerai (aus Lc. 9, 25; D
cotysXsi)
16, 27 + ayimv ante ayysXcov (aus Lc. 9, 26)
16, 28 om otl (wie Lc. 9, 27; D: otl aber > ort aX?]0-cog)
17, 1 -f- sysvsro ante //£# (aus Lc. 9, 28)
*17, 4 ?>o jioL?]6co[iev 1. jtOLi]6co (aus Lc. 9, 33 oder Mc. 9, 5;
D in Lc. und Mc: jioir)öco) *17, 5 <^> sjtsöxiaCsv 1. sjisöxiaösv (aus Lc. 9, 34; D: e^re-
Gxjaösij)
17, 12 om sv (wie Mc 9, 13)
17, 21 -f- tovxo ös ro ysvog ovx sxxoQSvetat sl ftrj sv
Jtgoösvp] xcu v?]öTsia (nach Mc 9, 29: tovto to
ysvog sv ovösvi [D: ovösv] övvarai s^sX&siv sl fi?]
sv jiQoösvxt] [D: -\- xaL rtjorsia]) 17, 23 <^ fisra rosig rjusoag 1. rtj tqit?) fjfUQa (aus Mc,
9, 31; vgl. Mt. 16, 21 in D)
17, 24 -j- xai ante sXOovtojv (aus Mc 9, 33)
18, 2 -J- o ujg ante xaiöiov (aus Lc. 9, 47) 18, 9 om rov jtvQog (wie Mc. 9, 47)
5*
68
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt. *18, 10 + xwv jtiöxevovxoov post xovxmv (aus Mc. 9, 42; D: xwv jtiöxiv exovxwv)
18, 11 + r\l&ev yag o vtog xov av&gamov öcoGcu xo cuio-
latlog (aus Lc. 19, 10)
19, 3 + avfrgcojia* post e^eoxiv (nach Mc. 10, 2: avÖQt) 19, 5 cv> evexev 1. evexa (aus Mc. 10, 7)
19, 6 ^> fieia 6agt~ (aus Mc. 10, 8: (ita öaog)
19, 9 om oxi (wie Mc. 10, 11)
19, 14 + avroig post euzev (aus Mc. 10, 14)
19, 20 + ex veoxrjxog post eyvlat-a (aus Lc. 18, 21; vgl.
Mc. 10, 20) 19, 26 + xco ante frem (aus Mc. 10, 27) 19, 26 + eoxiv post cWara (aus Lc. 18, 27) 19, 27 cvd r\xolov&r\xanev 1. r\xolov&i]6aiiev (aus Mc. 10, 28)
19, 29 <^ exaxovxa7iXa6tov\.JiollaüiXaOtova (nach Mc. 10,30)
20, 17 > *ca post ev xt] oöoj pon. (vgl. Mc. 10, 32)
20, 18 <^> ftavaxco 1. eig ftavaxov (aus Mc. 10, 33; D: &a-
vaxov, d: morte) 20, 23 + o irjg post avxoig (aus Mc. 10, 39) 20, 25 + avxoig post sjjre^ (aus Mc. 10, 42)
20, 28 additio magna, de qua videas supra p. 29 sq.
21, 1 oo Jtgog 1. ecg 3° (aus Mc. 11, 1 oder Lc. 19, 29) 21, 3 -J- Jtoieixai post xi (aus Mc. 11, 3; D: Xvexe) 21, 3 cv3 xac ev&ecogl. evfrvg de (aus Mc. 11, 3)
21, 7 + xac ante iqyayov (aus Lc. 19, 35)
21, 7 oo avxov 1. avxov (wie Mc. 11, 7)
21, 7 <vd avxov 1. avxojv 2° (nach Mc. 11, 7)
21, 8 cv> avxwv 1. eavxow (aus Meli, 7 oder Lc. 19, 36)
21, 13 <^> ejtotrjOaxe 1. Jioietxe (aus Lc. 19, 46)
21, 18 <^> Jiagaycov 1. ejtavayayojv (nach Mc. 11, 20)
21, 19 om ov ante firjxexc (wie Mc. 11, 14)
21, 22 om av (wie Mc. 11, 24)
21, 24 oo ejieoa>x7]6co 1. egcoxrjöco (wie Mc. 11, 29)
21, 24 > eva loyov (aus Mc. 11, 29)
21, 24 om ov (wie Mc. 11, 29)
*21, 25 om xo 2° (wie Lc. 20, 4; D add xo)
*21, 25 om ovv (wie Lc. 20; 5; D add ovv)
21, 39 > anexxeivav xai e^eßalav (aus Mc. 12, 8)
22, 15 cv3 jioog 1. ojtcös (aus Mc. 11, 18)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 69
Mt. *22, 16 <n> jtgog avxov 1. avxoj (aus Mc. 12, 13. D om jioog avxov)
22, 16 <^> Xsyovxsg 1. Xsyovxag (aus Lc. 20, 21)
22, 16 cvd sji aXrftsiag 1. sv aXrjfrsta (aus Mc. 12, 14 oder
Lc. 20, 21) 22, 17 om stnov ovv ?]fitv (wie Mc. 12, 14 oder Lc. 20, 21;
D in Mc. add: stjts ovv rjftstv)
22, 21 + avxoo post Xsyovötv (aus Mc. 12, 16) 22, 21 om ovv (wie Mc. 12, 17)
22, 24 -f- iva post rsxva (aus Mc. 12, 19 oder Lc. 20, 28) 22, 25 om 6s (wie Mc. 12, 20)
22, 27 -f- xat post ajzsfravsv (aus Lc. 20, 32 oder Mc. 12, 22) 22, 35 + xat Xsymv post avrov (aus Lc. 10, 25: Xsycov] D: xat Xeycov)
22, 37 -j- irjg ante ayaJt?]Ostg (aus Mc. 12, 29)
23, 34 om eyco (wie Lc. 11, 49)
23, 34 -j- xat ante s§ (aus Lc. 11, 49)
23, 34 om eg avxcov [laöxtywosxs ev xatg ovvaycoyatg vfzcov xat (wie Lc. 11, 49)
23, 35 om xov ante atytaxog (wie Lc. 11, 51)
24, 2 om ov (vgl. Mc. 13, 2)
24, 17 cv, Tt 1. xa (nach Mc. 13, 15) 24, 23 ~ exet 1. coöe 2° (wie Mc. 13, 21) 24» 30 > övvafiecog JtoXXrjg xat 6o^r\g (wie Mc. 13, 26) 24, 31 -f- agxoftsvcov 6s xovxcov ystvsö&at avaßXeipaxs xat sjtagaxs xag xecpaXag v/jojv ötoxt eyystCst r\ anoXv- xQcoöetg vftmv (aus Lc. 21, 28; D statt avaßXeipaxe: avaxvxpaxs)
24, 32 + eöxtv post eyyvg (aus Mc. 13, 28 oder Lc. 21, 30) 24, 41 -f- ovo 6Jtt xXetvr\g ftetag' etg jtaoaXakußarsxat xat stg arptexat post acpiexat (aus Lc. 17, 34; D: srrt xXtvrjg (uag ovo stg JiaQaXakußavexe xat o exeoog [d unus] acptexat) 24, 45 oo fteoanetag 1. otxexetag (aus Lc. 12. 12N 24, 48 + sX&stv post xvotog (aus Lc. 12, 45: eoyeö&at) 26, 7 -f- avxov post avaxetttevov (aus Mc. 14, 3) 26, 9 cv? rjövvaxo 1. sövvaxo (aus Mc. 14, 5) 26, 9 + xoig ante jtxcoyotg (aus Mc. 14, 5)
70
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mt. *26
26
*26
26 26 26 26 26 *26
26 26 26 26 26
16 20 23
23
27 28 28 34 36
42 44 44 47 51
26, 55
26, 55
26, 55
26, 61
26, 66 26, 70 26, 71
26, 73
27, 15 27, 16
*27, 23 *27, 26
27, 28
27, 32
27, 34
27, 40
*27, 41
avxoig post jragaöco (aus Lc. 22, 6. D om avxotg)
om [iafrrjxcov (wie Mc. 14, 17)
cv3 evßajtxofievog 1. eftßaipag (aus Mc. 14, 20; D:
evßajixit,o(ievog)
cv3 stg xo 1. ev xco (aus Mc. 14, 20)
+ xo ante üioxr\giov (aus Lc. 22, 20. D om vers.)
+ xatvrjg ante öia&rjxrjg (aus Lc. 22, 20. D om vers.)
ev? vjteg 1. jtege (aus Lc. 22, 20. D om vers.)
om ev (wie Mc. 14, 30)
+ avzov post nad-r\zaig (aus Mc. 14, 32. D: Xeyei
avxoig)
-j- xo jtoxr/QLov post övvaxat (aus Mc, 14, 36)
om ex xQixov (wie Mc. 14, 39)
om jtaXtv 2° (wie Mc. 14, 39)
om xai ante ext (wie Lc. 22, 47)
cv3 ejtaxagev xov öovXov xov agyjegeoig xai a<peiXev
(nach Lc. 22, 50; D: xov öovXov xov agyiegeog xai
acpeiZaxo)
>> o irjg euiev (wie Mc. 14, 48)
+ Jtgog vkuag post r]kuegav (aus Mc. 14, 49)
> ev xeo legco öiöaoxoiv (wie Mc. 14, 49)
cv3 xovxov qxovöctfiev Xeyovxa 1. ovxog erpr\ (nach
Mc. 14, 58)
+ jcavxeg post ajioxgi&evxeg (aus Mc. 14, 64)
+ ovöe exioxctfiai post Xeyeig (aus Mc. 14, 68)
+ Jtaiöioxrj post aXXr\ (nach Mc. 14, 69)
om xai ov (wie Mc. 14, 70)
> eva öeöfiiov (wie Mc. 15, 6)
+ xov ante Xeyonevov (wie Mc. 15, 7)
<^> exgat-av 1. exga^ov (aus Mc. 15, 14; D: exgaCov)
cv3 öxavgcDöcoöiv avxov 1. öxavgoid-i] (aus Mc. 15, 20;
D: öxavgoDöovöiv om avxov)
-\- eiftaxiov jzogtpvgovv xai post avxov (nach Joh.
19, 2 vgl. Mc. 15, 17)
-j- eig ajtavxr/öiv avxov post xvgr]vaiov (nach Mc.
15, 21 oder Lc. 23, 26)
-f- xai ante eöooxav (aus Mc. 15, 23)
+ ova post Xeyovxeg (aus Mc. 15, 29)
c^ Xeyovxeg 1. eXeyov (aus Lc. 23, 35; D: xai eXeyav)
§ 4. Liste der harnionistischen Lesarten.
71
Mt. 27, 46 cvd Xana 1. Xepa (aus Mc. 15, 34) 27, 47 om ort (wie Mc. 15, 35) 27, 48 om re (wie Mc. 15, 36)
27, 51 > sig ovo . . ajio avco&ev emg xarc» (wie Mc. 15,38) 27, 55 cv> xac 1. £X£i (aus Mc. 15, 40)
27, 58 cv3 jiQOGrilfrev . . xai r\zr\6axo 1. jiqogsZ&cqv . . 7?t?;- tfaro (nach Mc. 15, 43)
27, 58 + to 6co[ia post ajtoöofrrjvcu (vgl. Mc. 15, 45 oder
Job. 19, 38)
28, 7 om curo xcov vtxgwv (wie Mc. 16, 6)
*28, 7 om tdot> ante jiQoayu (wie Mc. 16, 7; D add tdoi?) 28, 8 cv> sgeXB-ovoat 1. ajceZ&ovöat (aus Mc. 16, 8).
Mc.
Mc. 1, 2 cv> cos 1. xafrcog (aus Lc. 3, 4)
1, 5 ^> sßajtri^ovro ev looöavrj vji avrov (aus Mt. 3, 6)
1, 6 cvd r\v ös 1, *«£ r\v (nach Mt. 3, 4)
1, 7. 8 -f- cvd *«£ eXeyev avrotg syco [izv vfiag ßaJtriCoi
EV vÖaTl SQ%£TCU ÖS OJllöCO [MOV O LöyVQOTSQOQ (IOV
ov ovx ifii ixavog Xvoat rov ifiavta rcov vjzodrjua- roiv avvov xac avrog v[iag ßajtrt&t ev jzvi aysioi (nach Mt. 3, 11 und Lc. 3, 16; vgl. oben S. 13f) 1, 10 cvd rjvvynevovg 1. öxtCofisvovg (nach Mt. 3, 16 oder
Lc. 3, 21) 1, 12 -f- to ayiov post jtvevfia (nach Lc. 4, 1) 1, 13 > r]{i£Qaq ku (wie Mt. 4, 2 und Lc. 4, 2) 1, 14 + rr\g ßaöcXsiag post evayyeXtov (aus Mt. 4, 23 1, 16 ev? avrov ]. Oificovog (aus Mt. 4. 18) 1, 18 cv2 navra 1. ra ötxrva (aus Lc. 5, 11) 1, 20 <^ tjxoXovdrjöav avtco 1. aJzrjXfrov ojiiöo) avrov
(nach Mt. 4, 22 oder Lc. 5, 11) 1, 21 -\- avzovg post eöiöaöxev (aus Lc. 4, 31) 1, 23 om evfrvg (wie Lc. 4, 33) 1, 23 om avrcov (wie Lc. 4, 33) 1, 25 cv3 Xeyojv 1. o ujoovg (nach Lc. 4, 35) 1, 26 cv3 ax 1. eg (aus Lc. 4, 35) 1, 27 ev? jtoog savrovg 1. avzovg (vgl. Lc. 4, 36: XQoq
aXXtjXovg) 1, 27 c\a rig tj öiöax?] execvfj tj xairt, avrt] >/ ezovöia ori
72
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mc. 1 1
2 *2 *2
2
2 2
|
1, |
31 |
|
1, |
32 |
|
1, |
34 |
|
1, |
35 |
|
1, |
38 |
|
1, |
39 |
|
1, |
40 |
|
1, |
41 |
|
1, |
44 |
|
1, |
44 |
|
1, |
45 |
|
2, |
2 |
|
2, |
4 |
|
2, |
5 |
|
2, |
6 |
|
2, |
8 |
|
*2, |
8 |
|
2, |
12 |
|
2, |
15 |
1. T6 eöziv zovzo; ÖLÖaxr] xaivrj xaz egovöiav (nach Lc. 4, 36)
28 om Jtavzaxov (wie Lc. 4, 37)
29 cn3 et-eZ&cov de ex zrjg övvaycoyrjg rjldev 1. xa* ev&vg ex ttjc, OvvayoDyrjg e^el&ovzeg r\l$ov (nach Lc. 4, 38) + evdecog ante a<prjxev (nach Lc. 4, 39: jtagaxQ^fia) + voöoig Jtoixilaig post exovzag (aus Lc. 4, 40) cn3 aurovs L ücoXXovq (aus Lc. 4, 40) om avaözag (wie Lc. 4, 42) c^> jzoleig 1. xcofioJtoXsig (nach Lc. 4, 43) cv> ^y 1. r\l&ev (aus Lc. 4, 44) om auro? ort (wie Mt. 8, 2 und Lc. 5, 12) + avzov post rjipaxo (aus Mt. 87 3 oder Lc. 5, 13) om fiTjöev (wie Mt. 8, 4 vgl. Lc. 5, 14) ]> ösi^ov öeavzov (wie Lc. 5, 14) oo sv 1. £jr (aus Lc. 5, 16)
+ ev&ewg post xai 1° (vgl. Mt, 9, 2 und Lc. 5, 18: idov) om «vra> (vgl. Lc. 5, 19) cvd acpecovze 1. acptevzai (aus Lc. 5, 20) + Xeyovzeg post avzwv (aus Lc. 5, 21) om ev&vg (wie Lc. 5, 22) cvd euiev 1. ^e/ej (aus Lc. 5, 22; D: Xeyet) ^> *«£ ev&ecog rjysQ&ri (vgl. Lc. 5, 25) cvd xa* eyevezo avaxei[ievwv avzwv 1. xca yivezat xazaxeiö&ai avzov (nach Mt. 9, 10; vgl. Lc. 5, 29)
16 c>o xai oi yoafif/azeig xat ot <paoi6aioi 1. *a* oi yoafifiazeig xcov (paoiöaiwv (nach Lc. 5, 30)
16 <~ 6ia zi 1. ot/ (wie Mt. 9, 11 und Lc. 5, 30)
17 om avroig (wie Mt. 9, 12; D vac. d: dixit om eis)
18 om (lafrrjtcu 3° (wie Lc. 5, 33. D + fiafrrjzai)
19 om o6ov xqovov sxovoiv zov vvficpiov fiez avzwv ov övvavxai vrjözeveiv (wie Mt. 9, 15 und Lc. 5, 30)
21 + de post ovöeig (aus Mt. 9, 16)
21 cvd ajto zov jtaXaiov 1. ajt avzov . . zov jiaXaiov vgl. Mt. 9, 16)
22 oo xat oi aöxoi ajioXovvzai 1. aJtoXXvzai xai oi aöxoi (aus Lc. 5, 37)
23 om oöov Jtoieiv (wie Mt. 12, 1)
23 oo xilleiv 1. xiXXovzeg (aus Mt. 12, 1)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 73
Mc. 2, 24 c\) ol ös cpagiöaioi 1. xai oi cpagiöaiot (aus Mt. 12, 2) *2, 24 om ccvtco (wie Lc. 6, 2; D add avTco)
2, 24 + oi [ia&r]Tcu öov post jzolovölv (aus Mt. 12, 2) *2; 25 cv3 ajtoxQiOsig sljzev 1. ^£/£* avTOig (aus Lc. 6, 3.
D: t^e/e^) *2, 25 + ovTsg post avxov (aus Lc. 6, 3. D ora ovTsg) 2, 26 om e^r^ aßiaO-ag agxisgscog (wie Mt. 12, 4) 2, 26 + xac izömxev roig (ist avzov post scpaysv (wie
Lc. 6, 4) 2, 26 om xai söorxsv xai zoig övv ccvto) ovotv (wie Lc. 6, 4) 2, 26 cv? xoig isgsvoiv 1. rovg isgsig (aus Mt. 12, 4) 2, 27 cv> Xsyoj ös vfisiv 1. xcu sXsysv avzoig (aus Mt. 12, 6; D: ^g/o? /«(> vfisiv)
2, 27 om to öaßßazov öia zov avd-gowtov sysvszo xac
ov% o av&gcojzog öia zo öaßßazov odözs (vgl. Lc. 6, 5; der Vers ist in D zwischen Lc. 6, 10 und 11 eingeschoben)
3, 1 + tjjv ante ovvaycoytjv (aus Mt. 12, 9 oder Lc. 6, 6)
*3
*3
1 ex? gtjQctv 1. e^/gafifisv/jv (aus Mt. 12, 10)
2 cvd jtagszt/govvzo 1. jragsz?/govv (nach Lc. 6, 7)
2 om avzov post ftsgansvösi (wie Mt. 12, 10 und Lc. 6, 7)
3 > zco £%opti zt/v %tioa (nach Lc. 6, 8; D: reo z?]v Xsiga exovzi)
3 cv> xcu öT/j&et sv fisöco 1. sig ro fisöov (aus Lc. 6, 8)
4 cv3 sijisv jcgog avTOvg 1. Xsysi avzoig (aus Lc. 6, 9) 4 + sv post st-söTiv (aus Lc. 6, 7; D om £i;)
6 cv3 sgsX&ovzsg 6s 1. xac st-sX&ovzsg (aus Mt. 12, i4; D: xai st-sX9ovzsg)
6 om svfrvg (wie Mt, 12, 14)
7 c»o o ös itjq 1. xat o irjoovg (aus Mt, 12, 15)
7 cvd jioXvg oylog 1. jrolf JiXfj&og (nach Lc. 6, IT:
oxXog JtoXvg\ D: oyXog, d: turbae) 11 om r« bis (wie Lc. 6, 18)
15 cvd xcu söcoxsv avTOig eZovoiav ftsgajtevsiv zag vo~ öovg ]. f^ffi; s^ovöiav (nach Mt. I<», 1)
16 om xac sjtoujosv zovg öoötxi: (wia Mt, 1<>. 2
26 cv> öaravav sxßaXXsi f/eftsgiofrai sep eavrov l.arför/, sep savTOV xai sfisgioO/j ^iiaeh Mt, 12, 26)
74
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mc. 3,
3, 3, 3, 4,
4,
4, *4
*4
4, 4, 4, 4, 4,
4,
4,
26 c^ ov dvvaxai 6xa&i]vai r\ ßaöiXsia avxov 1. ou övvaxai ox?]vac (nach Mt 12, 26 oder Lc. 11, 18)
34 ~ «fov L *fo (aus Mt. 12, 49)
35 -f- yaQ post og (aus Mt. 12, 50) 35 > //ou aösXcpog (wie Mt. 12, 50)
1 cv3 owruftii 1. ovvaysxac (nach Mt. 13, 2: 6vv?]x&7}6av) 1 cv3 jro^vs 1. jcXstöxog (nach Lc. 8, 4; vgl. Mt. 13, 2)
4 om eysvexo (wie Mt. 13, 4 und Lc. 8, 5)
4 -j- xov ovQavov post nexeiva (aus Lc. 8, 5; D om
xov ovgavov)
5 cv3 «22« 1. aXXo (aus Mt. 13, 5; D: «, d: quaedam)
5 ~ Tß jtBTQCDÖt] 1. to jrerpaxfeg (aus Mt. 13, 5)
7 ~ eig 1. £ju (aus Mt. 13, 7)
8 ov? aXXo 1. «22« (vgl. Lc. 8, 8)
10 oo sjtrjQCDTcov 1. 7JQCOZCOV (aus Lc. 8, 9) 10 cvd ij.a$i]xai avvov 1. jrepj avrov övv xoig öooöexa (aus Lc. 8, 9)
10 cv3 T^s /^ jtaQaßoXrj avxr\ 1. rag jzaoaßoXag (aus Lc. 8, 9)
11 cv> ^«f^ öeöoxai yvcovcu 1. v//^^ ro fivöx?]QWP öe- öoxai (nach Lc. 8, 10)
15 cv3 £*; T««g xaQÖiaig avxmv 1. stg avxovg (vgl. Mt. 13, 19 und Lc. 8, 12)
16 om ofioicog (wie Mt, 13, 20 und Lc. 8, 13) 16 om svfrvg (wie Lc. 8, 13)
19 cvd ßiov 1. atcovog (aus Lc. 8, 14)
19 om xai at jceoc ra Zouta ejvi&vftiai (wie Lc. 8, 14 und Mt, 13, 22)
20 cvd ovxol 1. exELVOt (nach Lc. 8, 15; vgl. Mt. 13, 23)
21 om oxi (wie Lc 8, 16)
21 cv3 ctJizsxat 1. sQxsxac (vgl. Lc. 8, 16)
22 om xi (wie Lc. 8, 17)
24 om xcu jtQ0özefr?]6excu vfiiv (wie Mt. 7, 2)
25 + av post yaQ (aus Lc. 8, 18)
30 cn3 Tivi 1. Jicog (aus Lc. 13, 18)
31 cv> ofioia söxiv 1. cog (wie Mt. 13, 31 und Lc. 13, 19) 31 cv> soxiv 1. ov (aus Mt. 13, 32)
37 <^> syevexo 1. yivsxac (aus Mt. 8, 24)
38 cv^ öieyeioavxeg 1. eysiQovöiv . . xai (nach Lc. 8, 24)
*r.
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 75
Mc. 4, 39 > xai t?] ftcdctööt/ (wie Mt. 8, 26) 4, 41 >> eöxiv ovtog (wie Mt. 8, 27)
4, 41 cv3 oi aveftot . . vjtaxovovöiv 1. o avsfiog . . vjra-
xovel (aus Mt. 8, 27)
5, 1 om T7jg &aZa66?jq (wie Mt. 8, 28)
5, 2 ]> avdowjioq ex tcqv [ivr/fiicov (vgl. Lc. 8, 27)
5, 3 ^ fivrjfisioiq 1. fivijfiaöiv (aus Mt. 8, 28; vgl. Mc. 5, 2)
5, 3 <^> aÄvösoiv 1. alvösi (aus Lc. 8, 29)
5, 6 cv3 löcov 6s 1. xßf /&öy (vgl. Lc. 8, 30: £ji?]Qoyxrj-
oev öe) 5, 7 ~ gjjreiJ 1. ^s/££ (aus Lc. 8, 28) 5, 8 + o ir\v post avrco (aus Lc. 8, 30) 5, 9 cv t( ooi ovofta eöxiv 1. xi ovopa öoi (aus Lc. 8, 30) 5, 11 om fZEyaXr] (wie Mt. 8, 30) 5, 12 c>o jtaQExaZovv avxov xa öaifiovia (nach Mt. 8, 31;
vgl. Lc. 8, 31) 5, 12 ~ ajcEZO-cofiEV (vgl. Mt, 8, 32) 5, 14 oo oi öe 1. xai oi (aus Mt. 8, 33; vgl. Lc. 8, 34) 5, 14 oo egfjZDov 1. ?]Z&ov (aus Mt. 8, 34 [D: hiat, d: exiit]
oder Lc. 8, 35 D: jiaoayEvoiiEvcov xxX.) 5, 15 -f- avxov post üeooqovöiv (nach Mt. 8, 34) 5, 15 om xov EöxrjxoTa xov Isyicova (wie Lc. 8, 35) 5, 16 cvd öit/ytjöavxo öe 1. xai öi?jyf/öavxo (nach Lc. 8, 36:
ajtyyyEiXav öe; D: aJt)]yy£Üav yao) 5, 17 <^> Jiaosxalovv 1. tjg^avxo JiagaxaXsiv (vgl. Lc. 8, 37) 5, 19 ~ öiayyEiXov 1. anayyEilov (nach Lc. 8, 39; D: öi-
t/yovfiEVog)
5, 19 c>o ÖOL O d-q £JTOl?]Ö£V 1. O XVQlOZ ÖOl JIEJIOUJXEV
(nach Lc. 8, 39) 5, 21 om ev xco nloico (vgl. Lc. 8, 40) 5, 22 om ovokuaxi ictsioog (wie Mt. 9, 18) 5, 22 om löcov avxov (wie Mt. 9, IS und Lc. 8. 41) 5, 22 cvd jiQoöEJisöEv 1. jiinxEi (vgl. Mt 9, 18) , 5, 23 om jzolXa (vgl. Lc. 8, 41)
:5, 24 ev? vjtijyEV 1. ajzrjX&EV (nach Lc. 8. 42: D: jtoQEVEO&ai^ 5, 25 -j- xtg post yvvtj (vgl. Lc. 8, 43: )]xig\ gespalten in
// und xiq\ vgl. Mc. 5, 26 in D; D in Lc. S, 43: qv 5, 25 > er// iß' (wie Lc. 8, 43) 5, 26 cv> r\ 1. xai 2° (vgl. Lc 8, 43 [fjxig]: vgl. Mc. 5, 25 in D)
*x
76
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
*5, 5, 5, 5, 5, 5,
6, 6,
Mc. 5, 28 cv> bv savr?] 1. /cro (aus Mt. 9, 21)
5, 28 cv> rov ifiariov L xcov i^aximv (aus Mt. 9, 20)
5, 30 ~ ajt 1. sg (vgl. Lc. 8, 46) 30 cv3 ecjrsv 1. eXsyev (aus Lc. 8, 45) 34 + **Js ante £0^2; (aus Mt. 9, 22; D om irjoovq)
36 cvd axovöag 1. jtaQaxovöag (nach Lc. 8, 50)
37 om tcw ante jzetqov (wie Lc. 8, 51)
38 oo r^z^ otxuav 1. to*> o£%oz> (wie Mt. 9, 23 und Lc. 8, 51) 40 ex? rovg o%Zovg 1. ütavxag (nach Mt. 9, 25) 43 om jzoXXa (wie Lc. 8, 56)
1 cvd xajirjlfrev 1. kcm sgxexaL (aus Lc. 4, 31 ; vgl. Lc. 4, 16)
2 cvd TjusQcc Gaßßarcov 1. ysvofisvov Oaßßazov (aus Lc. 4, 16)
2 -f £.7r£ t?; öiöay?] avvov post s&jzXtjööovto (aus Lc. 4, 32)
6, 3 ~ ot>/£ 1. ovx (aus Mt. 13, 56) 6, 3 ^> siöiv post ?y(#a£ pon. (wie Mt. 13, 56) 6, 4 oru avrov post övyyevevoiv (vgl. Mt. 13, 57) 6, 7 <^> jiQoöxaXeöafisvog rovg iß' {iafr?]Tag 1. Jtgooxa-
Xeixat rovg öcoösxa (aus Mt. 10, 1) 6, 7 cv3 ajteöTSiXsv avrovg 1. avrovg ajioOxeXXstv (aus
Lc. 9, 2) 6, 8 c^ ^re jtr\Qav fi?]rs clqtov firjrs 1. ^?/ agrov [irj
jzi]q<zv fi?] (aus Lc. 9, 3) 6, 10 cv> ay 1. £«*> (aus Lc. 9, 4) 6, 11 cv> oöoi eav fi?] öet-ojvrai 1. og av rojtog firj öe^rjrat
(vgl. Lc. 9, 5) 6, 11 om top vnaxarco (wie Lc. 9, 5 und Mt. 10, 14) 6, 14 > 7}Qwö)]g o ßaOikevg (vgl. Mt. 14, 1 und Lc. 9, 7) 6, 14 cv> ßaJtriöTTjg 1. ßajETiC,cov (nach Mt. 14, 2) 6, 15 om jroo<pr]T?]g mg (wie Lc. 9, 8) 6, 16 cvd UJZ8V 1. sXeysp (aus Lc. 9, 9) 6, 16 -j- sx psxqcop ante eysofrr] (aus Lc. 9, 7; vgl. Mt. 14, 2) 6, 17 cxd xac eßalev eig 1. ev (aus Mt. 14, 3) 6, 18 om ort (wie Mt. 14, 4) 6, 18 cv2 avtrjv 1. rqp (aus Mt. 14, 4) 6, 21 -f ös post yspofisprjg (aus Mt. 14, 6) 6, 24 ~ t] 6s 1. xai (wie Mt. 14, 8) 6, 24 oo ßajtriörov 1. ßajtriCovrog (aus Mt. 14, 8)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten.
77
Mc. 6, 6,
6, 6, 6, 6, 6, 6, 6, 6, 6,
6, 6, 6, 6,
6, *«,
6, 6,
6, 6,
25 om evfrvg (isra öJtovörjg (wie Mt. 14, 8) 25 cvd uxtv öog l. ?/T?/oaTo Xsyovöa de/.co iva %%avx7\q öojg (vgl. Mt, 14, 8)
25 + wde post Jiivaxi (aus Mt. 14, 8)
26 cvd övvavaxeifievovg 1. avaxeifisvovg (aus Mt. 14, 9)
27 om o ßaöiXsvg (wie Mt. 14, 10)
27 ^ eveyfrrjvcu 1. svtyxai (nach Mt. 14, 11)
28 om avxi)v 2° (wie Mt. 14, 11)
35 oo ös 1. xai (nach Mt, 14, 15 und Lc. 9, 12)
35 -f- avrco ante ort (wie Lc. 9, 12)
36 + ei<Z TaS an^e xcoftag (aus Mt. 14, 15)
37 > öiaxoöimv 6?]vagiojv (wie Joh. 6, 7)
38 + avro? post Xsyovöiv (aus Joh. 6, 8 oder Mt. 14, 17)
38 + agrovg post jczvts (aus Joh. 6, 9 oder Mt. 14, 17)
39 ~ o ir\g 1. avroig (aus Joh. 6, 10; vgl. Mt. 15, 34)
43 <^> xocpivovg jth]Qeig 1. xocpivcov jiXrjQOJfiara (aus Mt, 14, 20)
44 om rovg aorovg (wie Mt. 14, 21)
45 -f- avrov post jtQoayeiv (vgl. Mt. 14,22; D om avxov)
48 + o itjg post sqxstcci (aus Joh. 6, 19)
49 > jtsQutarovvra sjti r?jg &ala66?]g (aus Joh. 6, 19; vgl. Mt. 14, 25)
50 om yao avrov etöav (wie Mt, 14, 26)
50 c>o xcu sZaXt/oev jtqoq avxovg Xsywv ftagöeixe 1. o öe ev&vg eZaXrjösv fiex avxcov xat leyei avroig &ao- oelts (vgl. Mt. 14, 27) 53 > nl&ov 8jri xr\v y/jv (aus Mt. 14, 34) 53 om xac jrQoöcooidGt) t/öav (wie Mt. 14, 34) 55 cv3 jz£Qr/_G)QOV J. yoioav (aus Mt, 11. X) 55 + jtavxag ante rovg (aus Mt, 14. 35)
2 <^ eiöoxeg 1. löovxtg (vgl. Mt. 15, I
3 -}- aorov post so&iovoiv (aus Mt. 1 5. 2)
5 -\- Zsyovxeg post yQafi(.iax£ig (aus Mt. L5, I
5 ]> oi fiafrf]TC(i oov ov (vgl. Mt. 1 5, 2)
6 + ajioxoifrtig ante eutev (aus Mt. 15, 3)
6 cv? xai eijcev 1. cog yeoyajzxai ort (nach Mt. 15. 7 ti ^> o Xaog ovrog (wie Mt. 15. 8
10 om oov post ku?]xeQa (wie Mt. 15. 1
11 oo av 1. eav 2° (vgl. Mt. L5, :> in D)
78
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mc. 7,
7, 7, 7,
7,
8,
15 + exeiva ante sör^ 2° (aus Mt. 15, 18)
20 oo sxeiva 1. exeivo (aus Mt. 15, 18)
21 om oj ante araxo* (vgl. Mt, 15, 19)
24 cv3 %ca avaöxag exsi&sv 1. exsi&sv ös avaöxag (nach
Mt. 15, 21) 27 ^> ßaXiv xoig xvvagioig (wie Mt. 15, 26)
3 cv> xai ajtoXvöai avrovg v?]öX8ig . . ov freXco [irj sxXv&wöiv 1. xai sav ajtoXvöm avrovg vrjörsig . . sxXv&rjOovxai (aus Mt, 15, 32)
4 om oxi (wie Mt. 15, 33)
5 > agxovg £%£xai (wie Mt, 15, 34)
6 + xai ante £v%aQi6xrj6ag (aus Mt. 15, 36)
7 cv3 evxccQiOtrjöag 1. evXoyt]6ag (nach Mt, 15, 36; vgl. Mc. 8, 6)
8 ~ tö jiEQiööeviia xmv 1. jisoiödsvfiaxa (vgl. Mt. 15, 37)
9 -\- oi (payovxeg post de (nach Mt. 15, 38)
10 <^> avsßrj 1. sftßctg (vgl. Mt. 15, 39: svsßr]-, D: evßaivei)
10 + *cu ante r/2#£^ (aus Mt. 15, 39)
10 cv> ogia fisXsyaöa (d partes magidan) 1. fisQtj öaXfia-
vovfra (aas Mt. 15, 39) 14 -\- oi [lafrrjxai ante Xaßeiv (nach Mt. 16, 5) 17 + o ir\g post yvovg (aus Mt. 16, 8)
17 + £v xaig xaodiaig vficov post öiaXoyi&öfre (nach Mt, 16, 8)
18 c^ ovös 1. xai ov (aus Mt. 16, 9)
20 cv3 jzoöag öcpvgiöag 1. jioöcdv Oüivqiöwv jiX?]Qcoiuaxa (aus Mt. 16, 10)
27 > leyovöiv sivai oi avfrocöjzoi (vgl. Lc. 9, 18; D: Xsyovöiv oi o%Xoi sivai)
21 oo xaiöagiav 1. xaiöagiag (nach Mt. 16, 13)
27 om avxoig (wie Mt, 16, 13)
28 <^ aJtexQi&rjöav 1. eutav (nach Lc. 9, 19) 28 om oxi (wie Mt. 16, 14 und' Lc. 9, 19)
28 cv3 aXXoi de r\Xiav 1. xai aXXoi rjXsiav (aus Mt. 16, 14)
28 cv. sva 1. £ig (aus Mt. 16, 14)
29 <^ avxog de 1. xai avxog (vgl. Lc. 9, 20)
29 -j- Ö£ post ajzoxQi&ug (nach Mt, 16, 16)
30 cv3 scjta)Oiv 1. Xeyojöiv (aus Mt. 16, 20)
34 cvd aQvrjöa6fr(x> 1. ajzaov?]öaö&co (aus Lc. 9, 23)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 79
Mc. 8, 36 cv3 eav xeoör/ör/ 1. xeoöt/öat (aus ML 16, 26)
8, 36 c^ Cr/f/imOi] 1. C/jfJtojrjOrjvat (aus Mt. 16, 26)
8, 37 csd rj tl yao öwöet 1. rt yao öot (nach Mt. 16, 26)
8, 38 oo 6av 1. yag eav (nach Mt. 10, 33)
9, 4 c^ övveXaXovv 1. rjCav övvXaXovvreq (aus Lc. 9, 30) 9, 5 etnev 1. ajtoxgtdetq . . Zsyst (aus Mt. 17, 4)
*9, 5 fteXetq Jtotrjöco 1. xat Jtoirjöoofiev (aus Mt. 17, 4; D: jcotTjöwf/ev)
*9, 5 > öxr\vaq y (wie Lc. 9, 33; D: rgetq öxrjvaq) 9, 6 c^ Zah/Gbi 1. ctJtozQifrr] (nach Mt. 17, 5: XaXovvroq) 9, 7 + Xeyovöa post vecpeXr\q (aus Mt. 17, 5 oder Lc.
9, 35) 9, 11 ]> oi yoafifiaretq Xsyovötv (wie Mt. 17, 10) 9, 12 cv3 ajioxgt&etq etJtev 1. ecpr] (aus Mt. 17, 11) 9, 18 + sxßaXstv avro post töyvöav (nach Mt. 17, 16:
avrov tiegajctvöat; D: &sg. avxov) 9, 20 om jtQoq avxov (vgl. Lc. 9,42: ert de jrgoöegyouevov) 9, 22 + xe ante öjtXayyvtöfretq (aus Mt. 17, 15) 9, 26 -f- an avrov post e^rjXdev (aus Mt. 17, 18) 9, 28 oo öta rt 1. ort (aus Mt. 17, 19) 9, 31 om anoxrav&etq (wie Mt. 17, 23) 9, 34 + ysvrjrai avrcov post [lu^wv (nach Lc. 9, 46) 9, 35 om xat Xsyst avrotq usque ad ötaxovoq incl. (wie
Lc. 9, 47 und Mt. 18, 3) 9, 37 cv3 öet-t/rat 1. ösytjrat (aus Lc. 9, 48) 9, 38 ^ ajztxQi&r] 1. E(prj (vgl. Lc. 9, 49) 9, 38 -f- xat eurev post tcoavvrjq (vgl. Lc. 9. 49) 9, 38 cv3 /js& tjfiojv 1. ?]{utv 1 ° (aus Lc. 9, 49)
*9, 39 om avrov (wie Lc. 9, 50; D add: avrov) 9, 40 cv> vfimv (bis) 1. tj^tcov (bis) (aus Lc. 9, 50) 9, 43 oo oot 1. os (aus Mt. 18, 8) 9, 43 om raq (wie Mt. 18, 8) 9, 43 oo ßX?i&?ivat 1. ajceX&etv (aus Mt. |s. 8) 9, 45 cva oot eönv 1. eörtv öe (wie Mt. 18, 8)
• 9, 45 + atojviov post jjmrjv (vgl. Mt. IS, 8) 9, 47 cv3 £t öxavöaXtCst 1. sav . . öxavöaXut] (nach Mt. IS, 9^ 9, 47 cn> öot 1. öe (aus Mi IS, 9)
10, 1 om xat post avrov (wie Mt. L9, 1.)
10, 4 + öovvat ante ynairat (aus Mt. 19, 7)
80
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mc. 10, 10, 10, 10, 10,
10, 10,
*10,
10,
10,
. *10,
10, 10, 10,
10, 10, 10, 10, 10, 10, 10, 10, 10, 10,
10, 10, *10, 10, 10,
10, 10,
11 11.
5 -\- [kdvö7]q post sygaipsv (aus Mt. 19, 8)
6 om xxitiswg (wie Mt. 19, 8)
7 + xat surev ante svsxsv (aus Mt. 19, 5) 7 om avzov (wie Mt. 19, 5)
7 -f- xat jigo6xollrj&?]ösxac Jigog xr\v yvvaixa avrov ante xat soovxat (nach Mt. 19, 5) 14 + xat ante (irj (aus Mt. 19, 14 oder Lc. 18, 16)
16 cvd jrgoöxalsöajisvog 1. svayxaltöapisvog (nach Mt. 18, 2)
17 + Isycov ante öiöaöxals (aus Lc. 18, 18; D om Isycov)
19 om öov (wie Mt. 19, 19)
20 cvd sijisv 1. £<pr] (nach Lc. 18, 21)
20 ^ scpvla^a 1. scpvla^afirjv (wie Mt. 19, 20 und Lc. 18, 21; D in Lc. : s^vla^aftrjv).
21 cvd ooi 1. 6s (vgl. Lc. 18, 22)
27 + ös post sf/ßlsipag (aus Mt. 19, 26)
27 cvd xovxo aövvaxov söxtv 1. aövvaxov (wie Mt. 19,26;
D: övvaxov\ d: inpossibile) 27 cvd jtaoa ös 1. all ov xaga (wie Mt. 19, 26) 27 cvd reo frsco övvaxov 1. frsco (aus Mt. 19, 26)
30 + l?]fiipsxat post atoovtov (aus Mt. 19, 29)
31 om ot (wie Mt. 19, 30)
33 om xoig ante ygafj(iaxsv6tv (wie Mt. 20, 18)
37 oo evcovvfiojv 1. agioxsgoov (aus Mt. 20, 21)
38 + ajzoxgidsig ante sljisv (aus Mt. 20, 22)
39 + [isv ante Jioxrjgtov (aus Mt. 20, 23) 43 om ös (wie Mt. 20, 26)
46 oo sgxsxai 1. sgxovxat (nach Lc. 18, 35: syytCstv
avxov) 46 om jtgoöaLxrjg (wie Lc. 18, 35)
46 + sjtsxcov (= snatxoov) post oöov (aus Lc. 18, 35)
47 u. 48 <~ vwg 1. vis (wie Mt. 20, 30. 31; D: ms)
48 ^ sxga^sv 1. sxga^sv (vgl. Mt. 20, 31)
49 <^> avxov (pwvjy&rjvai 1. (pcovrjöaxs avxov (vgl. Lc. 18, 40)
51 >> 6ot post jroi7]ö(D pou. (vgl. Mt. 20, 32)
51 -|- xvgts ante gaßßovvst (gaßßst) (aus Lc. 18, 41)
1 cv3 ?]yytCsv 1. syyt^ovotv (vgl. Lc. 19, 29)
2 om sig avxrjv (wie Lc. 19, 30)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten.
81
Mc.
11, 11,
*11, 11,
•11,
11,
IL
•11.
11, 11,
11,
11,
11,
11
11,
11,
11
11
11
11
11
I I
11
11
Jl
11
II
11
11
11
II
11
II
II
II
L2
Texte
2 ev> Avöavteg 1. Xvöare (aus Mt. 21, 2 oder Lc. 19, 30)
2 cva ayayers 1. (ptosre (wie Mt. 21, 2 und Lc, 19, 30)
3 ^>o Xvere 1. jzoi&ire (wie Lc. 19, 31. D om Zvere)
3 + ort post eutars (aus Lc. 19, 31)
4 cv3 ajiEl&ovreq svqov L ajzrjX&ov xai svqov (aus Lc. 19, 32; D om svqov)
6 om avroig (wie Lc. 19, 34)
6 -f- avzotg ante o irjöovg (aus Mt. 21, 6)
7 cv) r/yayov 1. (psQOVGiv (aus Lc. 19, 35; D: ayayovrsq)
8 <^ jtolXoi de 1. zß« jtoXXot (nach Mt. 21, 8) 8 <^ sCtqcovvvov 1. EöTQcoöav (vgl. Lc. 19, 36) 8 c^> fxojrro^ 1. xoipavrsq (aus Mt. 21, 8)
8 cv3 öevÖQmv zßf sötqcovvvov rrjv oöov 1. aoycQv (nach Mt. 21, 8)
9 <^> Xsyovzsq 1. coöavva (aus Lc. 19, 38)
11 <^ eiöeX&cov 1. siotjX&sv (aus Lc, 19, 45)
12 cv> essX&ovra 1. s^sX&ovxcov (nach Mt. 21, 18)
15 + sxsi&sv post sxßaXXsiv (nach Joh. 2, 15: £* rot;
££()OV)
15 om toi>£ ante a/opaCo^rag (wie Mt. 21, 12) 17 cv> Xsycov 1. x«t sXsysv (aus Lc, 19, 46) 17 om ou (wie Mt. 21, 13 und Lc. 19, 46) 17 om ort (wie Mt. 21, 13)
17 cv^ sjtoujöars 1. Ji£jrot?]xccT£ (aus Lc. 19, 46)
18 om xcu ante sCrjtovv (wie Lc. 19, 47)
2L cvd e^rjQavO-?] 1. s^rjQavrai (aus Mt. 21, 20)
22 -f- £t aQte t%ST£ (vgl. Mt. 21, 21: sav)
23 om ort 1° (wie Mt 21, 21)
21 cvd X/jf/ipsoO-ac 1. sXaßsxs (vgl. Mt, 21, 22)
25 cx^ a<pr]ösi 1. «(/)// (aus Mt. 6, 15)
27 c^ sq%stcu 1. sQyovxat (vgl. Mt. 21, 23)
27 -f- rot> 2aot> post jiQSoßvxsQoi (aus Mt, 21. 2:i
29 + ajtoxQiO-sig ante ajrey (aus Mt 21, 24)
29 + xayco post vkuaq (aus Mt. 21. 24'
32 cv> tav 1. aXXa (wie Mt. 21, 26 und Lc. 20, 6)
32 cv3 (poßoi\uev 1. Kfoßovi'To (vgl, Mt. 21. 26)
32 oo rrai'Ti^ 1. a.iai'Ttj aus Mt, 21, 26)
32 <^> fjötiücw 1. ,(//o/' (vgl. Lc. 20, (i
1 oo Xsysiv 1. XaXsiv (aus Lc. 20. 9)
u. Untersuchungen etc. 36,1a. Q
82
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
Mc. 12, 2 ex3 ajzo rov xagjtov rov afutsZcovog öwöovötv avrco 1. jtaga rcov ysmoyoiv laß?] ajto rmv xaQJiwv rov a^jislojvog (nach Lc. 20, 10; D: öcoötv)
12, 6 >> TOV VIOV fiOV £VTQaJt7]Ö0VTCU (vgl. Lc. 20, 13)
12, 7 cv^ ol ös ysojoyoi 1. sxstvoi ös oi yscooyoi (aus Mt.
21, 38) 12, 7 > stJtav jtqoq savrovg (vgl. Lc. 20, 14) 12, 7 om ort (wie Mt. 21, 38 und Lc. 20, 14) 12, 8 > avrov ajtsxrstvav (vgl. Lc. 20, 15) 12, 9 + ovv post ti (aus Lc. 20, 15) 12, 13 om jigog avrov (wie Lc. 20, 20) 12, 13 ex? jzayiöevowöLV \. aygsvöojöiv (aus Mt. 22, 15) 12, 14 co sjtrjQcoTCßv 1. sl&ovrsg Isyovöiv (vgl. Lc 20, 21) 12, 14 -f- oi (paotöaioL ante öiöaöxals (vgl. Mt. 22, 15) *12, 14 + suis ovv r\nuv post öiöaöxsig (aus Mt. 22, 17;
D om) *12, 14 + rjfxag post si~sOrcv (aus Lc. 20, 22; D: rjfiscv) 12, 14 om öwfisv 7] (itj öcofisv (wie Lc. 20, 22 und Mt. 22, 17) 12, 15 + irjg post ös (aus Mt. 22, 18) 12, 16 om oi ös ante sutav (wie Mt. 22, 21) 12, 17 > ajtoöors ra rov xaiöaoog (vgl. Lc. 20, 25 und
Mt. 22, 21) 12, 18 >> JtQoq avrov öaööovxaioi (vgl. Mt. 22, 23) 12, 19 om ort (wie Lc. 20, 28) 12, 19 co eiT) 1. xaraltjirj (nach Lc. 20, 28) 12, 19 co rsxva 1. zsxvov (wie Mt. 22, 24) 12, 19 + avrov post yvvaixa (aus Mt. 22, 24) *12, 20 co rjOav ovv Jtao 7]fisiv C, aöslcpou 1. süira aösl-
cpoi rjöav {ovv aus Lc. 20, 29; D om; das übrige
aus Mt. 22, 25) 12, 20 co ajrs&avsv . 1. ajzo&vrjöxoiv (wie Lc. 20, 29; vgl.
Mc. 12, 21) 12, 23 + ovv post avaöraosi (aus Mt. 22, 28 oder Lc. 20, 33) 12, 24 co ajtoxoi&sig ös o crjg sutsv avroig 1. s<prj avroig
o t?]Oovg (aus Mt. 22, 29) 12, 26 co rr]g ßarov wg 1. rov ßarov Jtcog (nach Lc. 20, 37) 12, 28 + öiöaöxals ante Jioia (aus Mt. 22, 36) 12, 29 co ajzoxoi&sig ös o ir\g sutsv 1. ajisxoidr) o irjöovg
(nach Lc. 10, 27)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 83
Mc. 12, 29 + avToi posfc eutsv (aus Mt. 22, 37)
12, 30 + avvTj jtgoyr?] evxolr] post iö%voq öov (nach Mt.
22, 38) 12, 31 + ofioia ante avr^ (xavrrj) (nach Mt. 22, 39) 12, 32 > «jreg post xalmg pon. (vgl. Lc. 20, 39) 12, 35 oo ajr£y 1. tleysv (aus Lc. 20, 41) 12, 36 + xai ante at>ros (ovzoq) (nach Lc. 20, 42) *12, 40 cvd xarsofriovöiv 1. xazeöfrovreq (aus Lc. 20, 47; D:
12, 41 om ßallu usque ad jtXovöioi (nach Lc. 21, 1) 12, 42 oo de 1. xai (aus Lc. 21, 2)
12, 42 om jtxor/j] (wie Lc. 21, 2)
I 2, 44 -f- oi>ro£ post yaQ (aus Lc. 21, 4)
13, 1 -f- tou LtQov post oixoöoftai (aus Mt. 24, 1)
13, 2 ^ ctJioxQifreiq ewtsv avroiql. etJtev avzm (aus Mt.24.2)
13, 2 cxd ßlsjtETB 1. ßlejieiq (aus Mt. 24, 2)
13, 2 -f- «w/y^ 2f/o? vtusiv post oixoöof/aq (aus Mt. 24, 2)
13, 2 ~ ZiOro 1. ^ö-oj; (aus Lc. 21, 6)
13, 3 <^ sjtrjQcoTCQV 1. 6Jt?]Q(ota (vgl. Lc. 21, 7)
13, 5 <N3 xai cutoxQideiq o irjq euiev avzoiq 1. o o°e irjöovg
?]Q^aro Zeyeiv avzoiq (aus Mt. 24, 4)
13, 6 + yaQ post jroXXoi (vgl. Mt. 24, 5 und Lc. 21, 8)
13, 6 om ozi (wie Mt. 24, 5 und Lc. 21, 8 (D in Lc: add ozi)
13, 7 + yaQ post de* (aus Mt, 24, 6 oder Lc. 21, 9)
L3, 8 cv3 sjic 1. sjt (wie Mt. 24, 7)
13, 8 ~ xai 1. eöovzai 2° (wie Mt. 24, 7 und Lc, 21, 11)
13, 9 ine. eiza (vgl. Mt. 24, 9: zoze)
13, 10 -f- £V xaöi zoiq s&vsöiv post evayyeXiov (aus Mr.
24, 14)
13, 15 -\- xai ante o (vgl. Lc. 21, 21)
13, 15 -f- £iq r?]v otxeiav post xazaßazco (nach Mt, 24, L8
13, 16 om eiq za (wie Mt. 24, IS)
13, 17 om de (wie Lc. 21, 23)
L3, 19 om rjv exziöev o &6og (wie Mt. 24, 21
13, 19 cx3 ovös 1. xai ov (aus Mt, 24, 21)
L3, 21 ~ töov 1. lös (aus Mt, 24, 23
13, 21 + i] post xQioroq (aus Mt. 24, 23
13, 22 cv, 7«() 1. de (aus Mt. 2 1. 24)
13, 23 + idov post ßXerreze (aus Mt 24, 25)
6*
84
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
|
Mc. 13, |
25 |
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13, |
26 |
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13, |
27 |
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13, |
28 |
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13, |
29 |
|
13, |
30 |
|
*13, |
30 |
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13, |
31 |
|
13, |
33 |
|
13, |
34 |
|
14, |
1 |
|
14, |
1 |
|
14, |
1 |
|
14, |
3 |
|
14, |
3 |
|
14, |
3 |
14, 4 ~
|
14 |
4 |
|
14. |
6 |
|
14 |
8 |
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14 |
10 |
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14 |
11 |
|
14 |
12 |
|
14 |
12 |
|
14. |
16 |
|
14. |
17 |
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14. |
20 |
|
14. |
21 |
|
14, |
21 |
|
14. |
21 |
|
14, |
24 |
|
14, |
27 |
|
14, |
27 |
|
14. |
29 |
oo rwv ovgavoov 1. ai ev rote, ovoavoig (aus Mt. 24, 29)
p«ö ent rmv vecpeloiv 1. ev ve<peXaig (aus Mt. 24, 30)
ev? axowv 1. axgov 1° (aus Mt. 24, 31)
-f- Tjöi] ante eyyvq (aus Lc. 21, 30)
-j- jtavra ante ravra (aus Mt. 24, 33)
<^ ecog 1. fieygtg (aus Mt. 24, 34 oder Lc. 21, 32)
y> Jiavra ravra (wie Mt. 24, 34; D: ravra jtavra,
ebenso Mt. 24, 33)
oo jtaoel&ooöLV 1. nageXevOovrat 2° (aus Mt. 24, 35)
-f- ovv post ßlejtere (aus Mt. 24, 42)
ev? ajwörjuoDv 1. aJioö?][ioq (aus Mt. 25, 14)
om xai ra aCvfta (wie Mt. 26, 2)
-f- xai ante ajzoxreivwöiv (aus Mt. 26, 4)
om ev öolw (wie Lc. 22, 2)
cv3 rov irjv 1. avrov (aus Mt. 26, 5)
om vagöov jzLörixrjg jtolvzeZovg (wie Mt. 26, 7)
<^> £jti rrjg xe^aZrjg avrov 1. avrov ri]g xttyalijg
(aus Mt. 26, 7)
ol de [ladrjrat avrov öiejiovovvro xai eleyov 1. Tjöav de nveg ayavaxrovvreg Jtgog eavrovg (vgl. Mt. 26, 8)
om yeyovev (wie Mt. 26, 8) + avroig post euzev (aus Mt. 26, 10) + avrr\ post eoyev (aus Mt. 26, 12) oo ex 1. eig (nach Lc. 22, 3) om axovöavreg (wie Lc. 22, 5) om avrov (vgl. Mt. 26, 17) + ooi post eroLfiaöcofiev (aus Mt. 26, 17) oo ejzotrjöav 1. evQov (vgl. Mt. 26, 19) cv3 orptag de 1. xai orpiag (aus Mt. 26, 20) + ex post eig (aus Mt. 26, 21) om ort (wie Mt. 26, 24)
om o viog rov av&gamov 2° (vgl. Lc. 22, 22) -}- rjv post xalov (aus Mt. 26, 24) > ro vjteg jtollcov eyyvvvonevov (nach Mt. 26, 28) oo rore 1. ^ou (aus Mt. 26, 31) + v\ueig post jtavreg (aus Mt. 26, 31) cvd ejcd ov öxavöaJaafrrjöofiai 1. ov# £/o? (vgl. Mt. 26, 33)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten.
85
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Mc. 14, |
30 |
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14, |
30 |
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14, |
32 |
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14, |
34 |
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14, |
35 |
|
14, |
35 |
|
14, |
36 |
|
14, |
37 |
|
14, |
38 |
|
14, |
42 |
|
14, |
43 |
|
1 1. |
43 |
|
14, |
1:5 |
|
14, |
44 |
|
14, |
44 |
|
14, |
47 |
|
14, |
50 |
|
14, |
53 |
|
14, |
54 |
|
14, |
54 |
14
.).»
|
14, |
58 |
|
14, |
61 |
|
1 1. |
62 |
|
14, |
63 |
|
14, |
64 |
|
14, |
65 |
|
1 1. |
65 |
|
1 1. |
65 |
|
1 I. |
66 |
|
14, |
67 |
|
1 1. |
68 |
|
1 1. |
70 |
|
14, |
7L |
om öv GtjfiEQov (wie Mi 26, 34)
om // öig (wie Mt. 26, 34)
<^> avxoig 1. roig [la&tjraig avxov (wie Lc. 22, 40)
00 Tors 1. xai (vgl. Mt. 26, 38)
o-d sjcsösv etil jiQoöcojiov 1. eüiljzxiv (aus Mt. 26. 39)
>> iv a post eöxlv pon. (vgl. Mt. 26, 39)
^> rovro xo jtoxtjQtov (aus Lc. 22, 42)
es löyvoaxE 1. loyvöag (nach Mt. 26, 40)
c^ eiaejLfrfjTe 1. eX^re (wie Mt. 26, 41 und Lc. 22. 46)
> //YYLX8V O JlCtQUÖlÖcOV (IE 1. O JlCtQCtÖLÖOVg {IE
t]yyix£v (nach Mt. 26, 46)
om sv&vg (wie Mt. 26, 47)
+ xoXvg post oylog (aus Mt. 26, 47)
-f- ajio ante xcov yoafifiaxEcov (aus Mt. 26, 47)
oo eöcoxev 1. öeöcoxel (aus Mt. 26, 48)
c^ öt/fteiov 1. ovöötjfiov (aus Mt. 26, 48)
<^> xai xigl.Eig Ö£ xig xcov jzaQeOTij/COTCQV (ausMt.26,51)
> JtavxEg Ecpvyov (wie Mt. 26, 56)
^> yoafifiaxEtg xcu jtQEößvxEooi (wie Mt. 26, 57)
om söco (wie Mt. 26, 58)
oo xafrrjiievog 1. Ovvxa&miEvog (vgl. Mt. 26, 58 und
Lc. 22, 55)
cv3 iva d-avaxcoöovoiv 1. Eig xo d^avaxcoöat (vgl. Mt.
26, 59)
om xovxov (wie Mt. 26, 61)
cv> xcu Xeyei avxco o aoyiEQEvg 1. jialiv o aoyiEQtvj
6Ji?jQcora avxov xcu Zeytt avxoj (nach Mt. 26. 63
cv3 ajtoxQtdeig Xsysi avxco 1. eltiev (nach Mt. 26, 64^
cv3 xtjv ßZaO<pTj(uav 1. x//g ßXao<pr}(iiaq (ausMt. 26, 65
<^ öoxec 1. cpaiVExcu (aus Mt. 26, 66)
<^ EVJtXVELV TCO JIQOÖCQJZCO CCVXOV 1. EflJlXVElV CiVTCO
nach Mt, 26, 67)
oo exolacftCov 1. xoXacpiCEiv (vgl. Mt, 26, r>7
om oi vjiEQBxat (wie Mt. 26, 67)
+ JtQog avxov post EoyExai (vgl. Mt. 26, 6'.»
^> i?jv xov va^OQfjVOv (vgl, Mt. 26. 69)
om öü (wie Mt. 26, 70)
<^ fjQvtjaccTo 1. riQveiTO (nach Mt. 26, 72)
om tovtop (wie Mt, 26, 71)
86
H. J. Vogels, Codex Cantabrigiensis.
|
Mc. 15 |
, 1 |
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15 |
, 1 |
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15 |
, io |
|
15 |
. 10 |
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15 |
, 11 |
|
15 |
, 12 |
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15 |
14 |
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*15 |
, 14 |
|
15 |
15 |
|
15 |
15 |
|
15 |
17 |
|
15 |
19 |
|
15. |
22 |
|
15. |
22 |
|
15. |
23 |
|
15, |
23 |
|
15. |
24 |
|
15. |
24 |
|
15. |
25 |
|
15. |
26 |
|
15. |
26 |
|
15. |
27 |
|
15 |
27 |
|
15. |
32 |
|
15 |
34 |
|
15 |
35 |
|
15 |
35 |
|
15. |
36 |
|
15 |
36 |
|
15. |
36 |
|
15. |
36 |
|
*15 |
, 39 |
|
15 |
40 |
|
15 |
41 |
|
15 |
41 |
+ xai ante örjöavxeq (aus Mt. 27, 2)
+ eiq xr\v avXrjv post a7tr\yayov (nach Joh. 18, 28)
cv3 7]6l 1. eyivcoaxav (aus Mt. 27, 18)
c^ jtagsöcoxav 1. Jiagaöeöcoxeiöav (aus Mt. 27, 18)
oo ejtuöav 1. avsöstöav (aus Mt. 27, 20)
om xaXcv (wie Mt. 27, 21)
>> xaxov sjzoirjöev (wie Mt 27, 23 und Lc 23, 22)
oo sxga^ov 1. exga^av (aus Mt. 27, 23; D: 8xga$av)
om ßovXotievoq usque ad jiou]Oai (wie Mt. 27, 26)
cvj zov ös ü)V cpXayeXXcoöaq jzagsöcoxev iva oxrj 1.
xcu jtageöcoxsv xov irfiovv cpgayeXXcooag tva oxav-
gco&rj (aus Mt. 27, 26; D: Gxavgcoöovoiv avxov)
oo ejiLTi&eaGLV 1. jzegtxi&eaöiv (vgl. Mt. 27, 29)
+ uq ante xr\v (aus Mt. 27, 30)
oo ayovoiv 1. cpsgovoiv (vgl. Mt. 27, 31)
^> am tojzov yoXyo&a (nach Mt. 27, 33)
-j- jzelv (= jzieiv) post av xco (aus Mt. 27, 34)
oo xai 1. oq ös (aus Mt. 27, 34)
cv3 oxavgcooavxeq avxov ötafiegiCovxai 1. öxavgovöiv
avrov xai öcafisgi^ovxac (nach Mt. 27, 35)
om xtq xi agrj (wie Mt. 27, 36)
c^ tcpvXaööov 1. eöxavgcooav (vgl. Mt. 27, 36: exi]govv)
cv3 r\v ös 1. xcu r\v (aus Lc. 23, 38)
+ ovzog eöriv post sjuysygafifisvr) (aus Mt. 27, 37)
cvj oxavgovvxai ß Xrjoxai I. öTavQovötv ovo X?]6xaq
(aus Mt. 27, 38)
om avxov (wie Mt. 27, 38)
+ avxco post jiiöxsvöcofisv (vgl. Mt. 27, 42)
<^> scpcovrjösv 1. sßor\ösv (nach Lc. 23, 46)
om «de (wie Mt. 27, 47)
-f- ovxog post epcovst (aus Mt. 27, 47)
-f- xcu ante ögatucov (aus Mt. 27, 48)
oo a? 1. ziq (aus Mt. 27, 48)
c<o jiXrjöaq 1. ysfiiöaq (aus Mt. 27, 48)
oo «(£££ 1. acpsxs (aus Mt. 27, 49)
>> #u wo? (wie Mt. 27, 54; D: vioq &v)
o^ tjv 1. jwm (wie Mt. 27, 56)
oo rjxoXov&rjöav 1. 7]xoXov&ovv (aus Mt. 27, 55)
om *cu öufxovovv avxco (wie Lc. 23, 49)
§ 4. Liste der harmonistischen Lesarten. 87
Mc. 15, 43 cv. yjZ&ev 1. eX&cop (aus Mt. 27, 57)
15, 46 ^ o df lojörjq) 1. xca (vgl. Mt. 27. 59)
1 5, 46 cv> Xaßcov 1. xci&eZcov (nach Mt. 27, 59; D: Jicioalaßcov)
1 5, 46 cv £ y tco kuvr]tu£io) 1. £j; /iptjfiart (aus Mt. 27, 60)
15, 46 + rrjg ante jieTQCtq (vgl. Mt. 27, 60)
15, 46 cv jiooöxvZiöag 1. jiqoöexvXlOev (wie Mt. 27, 60)
15, 46 -f- xa* ajirjZ&sv post [ivtjtu£iov (nach Mt. 27, 60)
15, 47 cv e&taöavTO 1. eO-eojqovv (nach Lc. 23, 55)
16, 4 cv evqlöxovölv 1. d-Ecooovoiv (nach Lc. 24, 2)
16, 4 cv anox.EX.vlioy.EVov rov Zi&ov 1. otj avaxexvZiOrac
o Zid-og aus Lc. 24, 2)
16, 6 + o ayysZog post avroig (aus Mt. 28, 5)
L6, 6 cv (poßsioO-cu 1. ex&afjßetö&e (aus Mt. 28, 5)